Dönitz (Klötze)

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Dönitz
Stadt Klötze
Wappen von Dönitz
Koordinaten: 52° 36′ 48″ N, 11° 2′ 36″ O
Höhe: 58 m
Fläche: 7 km²
Einwohner: 44 (30. Jun. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 6 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 38486
Vorwahl: 039008
Dönitz (Sachsen-Anhalt)
Dönitz
Dönitz
Lage von Dönitz in Sachsen-Anhalt

Dönitz ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Klötze im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Dönitz liegt etwa 20 Kilometer nordöstlich von Wolfsburg und etwa fünf Kilometer östlich der Landesgrenze zu Niedersachsen. Der Ort liegt geologisch auf der Calvörder Scholle. Zwei Kilometer südwestlich von Dönitz in der Nähe es Dorfes Altferchau entspringt die Jeetze.[2] Die nächste überregionale Straßenverbindung ist die B 248, welche etwa sechs Kilometer westlich von Dönitz verläuft.

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Dönitz besteht aus den drei Ortsteilen Dönitz, Altferchau und Schwarzendamm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der drei Dörfer der heutigen Ortschaft reicht weit in das Mittelalter zurück. Sie fielen im Mittelalter wüst und wurden später wieder besiedelt. Sie gehörten in landesgeschichtlicher Hinsicht immer zur Altmark und damit zur Markgrafschaft und dem Kurfürstentum Brandenburg. Dönitz ist eine wendische Gründung. Der Name kommt vom altslawischen dŭno und bedeutet so viel wie „Ort im Talgrund“.[3]

Die erste Erwähnung von Dönitz stammt aus dem Jahre 1420 als dacz dorff czu dontze, dacz ist wüste.[4] Das Dorf war also unbewohnt, als es in einer Urkunde über ein Lehen für Günzel von Bartensleben genannt wurde.

1442 wurde das Dorf mit der Mühle und aller Zubehörung als Eigentum der Herrschaft Wolfsburg genannt. 1541 trug es den Namen Duntz. 1608 ist es ein Dorf im Beritt (Landreiterei) Salzwedel. Im Jahre 1620 werden vier Ackerleute und zwei Kossaten aufgeführt. Weitere Nennungen sind 1687 Doentze und 1804 Dönitz.[5]

Die namenlose Wassermühle in Dönitz, die zwar noch intakt ist, aber nicht mehr benutzt wird, gilt als die erste, die an der Jeetze gebaut wurde.

Hoppenmühle bei Immekath, nördlich von Dönitz, deren Mühlenteich von der Jeetze gespeist wird

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1938 schlossen sich die Gemeinden Dönitz, Schwarzendamm und Altferchau im Landkreis Salzwedel zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Dönitz zusammen.[6] Diese Gemeinde wurde am 1. Juli 1950 vom Landkreis Salzwedel in den neuen Kreis Gardelegen umgegliedert. Am 25. Juli 1952 kam sie dann zum Kreis Klötze. Nach dessen Auflösung wurde sie dem Altmarkkreis Salzwedel zugeordnet.[7]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Dönitz am 9. Januar 2009, dass die Gemeinde Dönitz in die Stadt Klötze eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[8][9]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Dönitz wurden Altferchau, Dönitz und Schwarzendamm Ortsteile der Stadt Klötze. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Dönitz und künftigen Ortsteile Dönitz, Altferchau und Schwarzendamm wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Klötze. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Dönitz wurde ein Ortschaftsrat mit drei Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Damit kamen am 1. Januar 2010 die Ortsteile Dönitz, Altferchau und Schwarzendamm zur Stadt Klötze und zur neu errichteten Ortschaft Dönitz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 29
1774 41
1789 34
1798 42
1801 41
1818 46
Jahr Einwohner
1840 078
1864 102
1871 101
1885 108
1895 117
1905 103
Jahr Einwohner
1925 131
1939 260
1946 325
1964 233
1971 205
1981 156
Jahr Einwohner
1993 139
2006 138
2017 046
2018 044

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Christen aus Dönitz sind in die Kirchengemeinde und Pfarrei Immekath eingekircht.[10] Dönitz gehört heute zum Pfarrbereich Steimke-Kusey[11] im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzter Bürgermeister der Gemeinde war Dirk Fuhrmann.[12] Der letzte Gemeinderat setzte sich aus acht Ratsmitgliedern und dem vorsitzenden Bürgermeister zusammen.

Aktueller Ortsbürgermeister ist Matthias Licht.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 9. Februar 1994 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „Von Rot und Silber gespalten mit einem von drei jungen Trieben beblätterten Baumstumpf in verwechselten Farben.“

Das Wappen konzentriert sich auf symbolische Elemente, die allen drei ehemaligen Ortsteilen gemeinsam sind. Dönitz ist noch heute reich an schönen alten Baumbeständen und überhaupt an einer noch weitgehend intakten Natur. Dies wird durch den Baum symbolisiert, der nicht einer bestimmten Baumart zugeordnet ist, sondern stellvertretend für sämtliche Bäume des hier vorherrschenden Mischwaldes steht. Die geschichtliche Gemeinsamkeit des Untergangs und Neuerstehens aller drei Ortsteile wird durch den Baumstumpf mit neuen Trieben versinnbildlicht. Die Orte gehörten in landesgeschichtlicher Hinsicht jahrhundertelang zur Altmark und damit zur Markgrafschaft und zum Kurfürstentum Brandenburg, deren Farben Rot und Silber sind.

Die Farben der ehemaligen Gemeinde sind Rot und Silber (Weiß).

Das Wappen wurde vom Braunschweiger Arnold Rabbow gestaltet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges in Dönitz
  • Der Ortsfriedhof liegt am westlichen Ende des Dorfes.
  • In Dönitz steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges und für 1866, eine Feldsteinpyramide.[13]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatverein Dönitz e. V.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Klötze, Einwohnermeldeamt: Einwohnerbestand am 31.12.2018. 9. Januar 2019.
  2. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 328.
  4. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 17. Berlin 1859, S. 273 (Digitalisat).
  5. Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 2550-2252 (Open Access beim Verlag).
  6. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1938, ZDB-ID 3766-7, S. 127.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 358, 363.
  8. Amtsblatt des Landkreises Nr. 2/2009 Seite 36–38 (Memento vom 14. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 397 kB)
  9. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  10. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 51 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 31. Dezember 2018]).
  11. Steimke-Kusey. Abgerufen am 31. Dezember 2018.
  12. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Gemeinde Dönitz - Altmarkkreis Salzwedel, Bürgermeisterwahl am 24.2.2008
  13. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Dönitz auf www.denkmalprojekt.org. 1. April 2018, abgerufen am 1. Januar 2019.