Dörte Hansen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dörte Hansen auf der Frankfurter Buchmesse 2018

Dörte Hansen (heute Dörte Hansen-Jaax; * 1964 in Husum) ist eine deutsche Linguistin, Journalistin und Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dörte Hansen wuchs in Högel im heutigen Amt Mittleres Nordfriesland[1] auf, gesprochen wurde zuhause Plattdeutsch. Ihre „erste Fremdsprache“ Hochdeutsch lernte sie in der Grundschule.[2]

Nach dem Abitur 1984 studierte sie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Soziolinguistik, Anglistik, Romanistik und Frisistik. 1994 wurde Hansen an der Universität Hamburg mit einer soziolinguistischen Arbeit über eine besondere Form der Zweisprachigkeit promoviert.

Dörte Hansen ist mit dem Dokumentarfilmregisseur Sven Jaax verheiratet und hat eine Tochter. Ab 2005 lebte sie mit ihrer Familie in Steinkirchen (Altes Land)[1] und seit 2016 wieder in Husum.[3]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Praktikum beim Magazin Merian arbeitete sie bis 2008 als Journalistin für mehrere Hörfunksender (NDR, WDR, SWR, hr, DLF) und verschiedene Zeitschriften,[4] bis 2012 dann als festangestellte Kulturredakteurin bei NDR Info.[2][5] Seither ist sie als freie Autorin tätig.

In ihrem ersten Roman Altes Land (2015) verarbeitete Dörte Hansen kritisch das Thema Heimat: Viele Stadtmenschen entdeckten für sich das Land als Sehnsuchtsort Heimat und zögen aufs Dorf. Sie unterlägen dabei ihrer Ansicht nach jedoch einem Irrtum, denn sie spielten nur Landleben, machten „Bauerntheater“.[2] Diese Thematik verknüpft sie mit dem Schicksal der weiblichen Hauptfigur als heimatloser Nachkriegsflüchtling aus Ostpreußen im Alten Land. Das Buch wurde ein Bestseller und von den meisten Kritikern gelobt.[6]

Auch der zweite Roman Mittagsstunde (2018) bekam viel Kritikerlob[7] und lotet deutsches Dorfleben aus. Geschildert wird der kulturelle und zwischenmenschliche Wandel im fiktiven nordfriesischen Straßendorf „Brinkebüll“ von den 1960er-Jahren bis in unsere Gegenwart. Die Autorin kommt dabei ohne Landleben-Idyllisierung aus und zeichnet in lakonischer Sprache die oft „skurrilen Charaktere mit viel Empathie“.[8]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dörte Hansen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Vita in Nordfriesland Nr. 164, S. 18
  2. a b c 2 nach 1: Dörte Hansen. Bestseller-Autorin. (Nicht mehr online verfügbar.) In: RadioBremen.de. 29. Juli 2015, archiviert vom Original am 1. April 2016; abgerufen am 8. Februar 2018.
  3. Vita in Chrismon, März 2017, S. 14 a.E.
  4. Literatur – Bestseller-Autorin Dörte Hansen surft die Welle, auf focus.de vom 30. Juli 2015
  5. Pressemitteilung: Dörte Hansen erhält Usedomer Literaturpreis 2016, Usedomer Literaturtage 2016, abgerufen am 22. August 2017
  6. Denis Scheck kommentiert die Top Ten, auf daserste.de, Druckfrisch vom 13. April 2015
  7. siehe z. B. Perlentaucher
  8. Rainer Moritz: Das Comeback des Dorfromans: Dörte Hansens "Mittagsstunde", Rezension im MDR vom 16. Oktober 2018, abgerufen 5. November 2018
  9. Gewinner des Kinderrechte-Medienpreises 2006 stehen fest – Kindernothilfe-Stiftung zeichnet fünf Journalisten in Berlin aus, auf presseportal.de vom 12. Nov. 2006
  10. Wahlsieg für „Altes Land“ von Dörte Hansen, auf boersenblatt.net vom 16. Okt. 2015
  11. Niederdeutscher Literaturpreis der Stadt Kappeln. In: kappeln.de. Abgerufen am 9. November 2019.
  12. Grimmelshausenpreis 2019: Preisträgerinnen stehen fest. In: gelnhausen.de. Abgerufen am 4. Dezember.
  13. Fürchte dich nicht vor dem Familienberater, auf chrismon.evangelisch.de, abgerufen am 22. August 2017