Dörte Hansen

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Dörte Hansen (* 1964 in Husum), heute Hansen-Jaax, ist eine deutsche Linguistin, Journalistin und Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dörte Hansen wuchs in Högel im Amt Mittleres Nordfriesland[1] auf, gesprochen wurde zuhause plattdeutsch. Ihre „erste Fremdsprache“ Hochdeutsch lernte sie in der Grundschule.[2]

Nach dem Abitur 1984 studierte sie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Linguistik, Anglistik, Romanistik und Frisistik. 1994 wurde Hansen an der Universität Hamburg mit einer soziolinguistischen Arbeit über eine besondere Form der Zweisprachigkeit promoviert.

Dörte Hansen-Jaax lebte seit 2005 mit ihrer Familie in Steinkirchen (Altes Land)[1] und seit 2016 wieder in Husum[3].

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Praktikum beim Magazin Merian arbeitete sie bis 2008 als Journalistin für mehrere Hörfunksender (NDR, WDR, SWR, hr, DLF) und verschiedene Zeitschriften[4], bis 2012 dann als festangestellte Kulturredakteurin bei NDR Info.[2][5] Seither ist sie als freie Autorin tätig.

In ihrem ersten Roman Altes Land (2015) verarbeitete Dörte Hansen kritisch das Thema Heimat: Viele Stadtmenschen entdeckten für sich das Land als Sehnsuchtsort Heimat und zögen aufs Dorf. Sie unterlägen dabei ihrer Ansicht nach jedoch einem Irrtum, denn sie spielten nur Landleben, machten „Bauerntheater“.[2] Diese Thematik verknüpft sie mit dem Schicksal der weiblichen Hauptfigur als heimatloser Nachkriegsflüchtling aus Ostpreußen im Alten Land. Das Buch wurde ein Bestseller und von den meisten Kritikern gelobt.[6]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: Medienpreis der Stiftung „Kinderrechte in der Einen Welt“ in der Kategorie Hörfunk für ihre NDR-Reportage Der Hamburger Kompass – Hilfe für Kinder alkoholkranker Eltern.[7]
  • 2015: „Lieblingsbuch des Jahres des unabhängigen Buchhandels“ für Altes Land.[8]
  • 2016: Usedomer Literaturpreis für Altes Land.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tou latje tääle, in: Nils Århammar, Christina Tadsen, Ommo Wilts (Hrsg.): Skriiw fresk, Schriw frasch, Skriiv friisk. Teksten tu a fresk literatüürweedstridj 1989/90. Nordfriisk Instituut, Bräist/Bredstedt NF 1993, ISBN 3-88007-205-1
  • Transfer bei Diglossie. Synchrone Sprachkontaktphänomene im Niederdeutschen. Dr. Kovač, Hamburg 1995, ISBN 3-86064-292-8 (Zugleich Dissertation Universität Hamburg)
  • „An weißer Milch klebt rotes Blut!“ – Pastor Skrivers vegane Utopie. In: Nordfriisk Institut (Hrsg.): Nordfriesland Nr. 164, Bräist/Bredstedt NF Dezember 2008, ISSN 0029-1196
  • Fürchte dich nicht vor dem Familienberater, Reportage, in: Chrismon, Dezember 2009[9]
  • Altes Land. Roman, Knaus, München 2015, ISBN 978-3-8135-0647-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Vita in Nordfriesland Nr. 164, S. 18
  2. a b c Dörte Hansen im Interview mit Radio Bremen (radiobremen.de vom 29. Juli 2015)
  3. Vita in Chrismon, März 2017
  4. Literatur – Bestseller-Autorin Dörte Hansen surft die Welle, auf focus.de vom 30. Juli 2015
  5. Pressemitteilung: Dörte Hansen erhält Usedomer Literaturpreis 2016, Usedomer Literaturtage 2016, abgerufen am 22. August 2017
  6. Denis Scheck kommentiert die Top Ten, auf daserste.de, Druckfrisch vom 13. April 2015
  7. Gewinner des Kinderrechte-Medienpreises 2006 stehen fest – Kindernothilfe-Stiftung zeichnet fünf Journalisten in Berlin aus, auf presseportal.de vom 12. Nov. 2006
  8. Wahlsieg für "Altes Land" von Dörte Hansen, auf boersenblatt.net vom 16. Okt. 2015
  9. Fürchte dich nicht vor dem Familienberater, auf chrismon.evangelisch.de, abgerufen am 22. August 2017