Düdelingen

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Düdelingen
Wappen Karte
Wappen von Düdelingen Lage von Düdelingen im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Rathaus von Düdelingen
Rathaus von Düdelingen
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 29′ N, 6° 5′ OKoordinaten: 49° 28′ 52″ N, 6° 5′ 1″ O
Kanton: Esch an der Alzette
Einwohner: 20.003 (1. Januar 2016)[1]
Fläche: 21,4 km²
Bevölkerungsdichte: 935,6 Einw./km²
Gemeindenummer: 00010003
Website: www.dudelange.lu
Politik
Bürgermeister: Dan Biancalana (LSAP)
Wahlsystem: Proporzwahl
Park Émile Mayrisch

Düdelingen (luxemburgisch Diddeleng, französisch Dudelange) ist eine Stadt und eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg. Sie gehört zum Kanton Esch an der Alzette und ist mit 20.003 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) neben der Stadt Esch an der Alzette der wichtigste Industriestandort des Landes.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Düdelingen liegt unmittelbar an der Grenze zu Frankreich etwa auf halbem Weg zwischen der Stadt Luxemburg und dem lothringischen Thionville. Die französischen Nachbarorte sind Zoufftgen und Volmerange-les-Mines.

Die Stadtviertel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Büringen (luxemburgisch: Bireng)
  • Budersberg (luxemburgisch: Butschebuerg)
  • Brill. Die Siedlung wurde ab 1898 auf Initiative des technischen Direktors des Stahlwerks Émile Mayrisch gebaut und bot 126 Arbeiterwohnungen.[2]
  • Gaffelt
  • Quartier italien. Das hoch auf dem Hügel gelegene Wohnviertel nahe dem Werksbahnhof ist geprägt durch das Herkunftsland seiner Bewohner.
  • Ribeschpont
  • Wolkeschdahl
  • Schmelz
  • Deich
  • Strutzbierg

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Düdelingen verfügt auf der CFL-Linie 60a, die von Bettembourg nach Volmerange führt, über zwei Bahnhöfe und zwei Haltestellen: Dudelange-Usines, Dudelange-Centre, Dudelange-Ville und Dudelange-Burange.[3]

Die regionale Buslinie 5 verbindet Düdelingen mit Esch an der Alzette, und zwar über RümelingenTétangeKayl – Budersberg (Stadtteil von Düdelingen) und verkehrt im Viertelstundentakt. Endstation ist der Haltepunkt Gemeng. Seit 1999 ist für die innerstädtische Personenbeförderung zusätzlich ein „Citybus“ eingesetzt, der alle 250 Meter halten kann.[4]

Die Stadt liegt südwestlich des Autobahnkreuzes der Collectrice du Sud oder Saarautobahn mit der E 25. Sie ist sowohl an die Autobahn A13 (PetingenSaarbrücken) als auch an die Autobahn A3 von Thionville nach Luxemburg (Stadt) über eine eigene Auf- und Abfahrt angeschlossen.

Sehenswertes, Museen und Bibliotheken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Martin
Centre national de l’audiovisuel (CNA)
  • Naturschutzgebiet Haard
  • Johannisberg mit den Ruinen der Burg Johannisberg. Hier war ein mittelalterlicher Marktort, der vermutlich auf keltische Ursprünge zurückgeht.[5]
  • die alten Fabrikhallen der Arbed
  • Neugotische Pfarrkirche St. Martin von 1904 mit restaurierter Stahlhuth-Orgel von 1912
  • St.-Eligius-Kapelle im Kulturzentrum Op der Schmelz
  • Museum der Zwangsrekrutierten (Musée des Enrôlés de Force)
  • Stadtpark Lé’h mit dem Kletterpark Park Lé’h Adventures und einem Parcours für Kinder
  • Regionales Kulturzentrum (CCRD) Opderschmelz [6] und das Nationale audiovisuelle Zentrum (CNA) im selben Gebäude
  • im ehemaligen Wasserturm die permanente Fotoausstellung The bitter years von Edward Steichen
  • Stadtmuseum (Musée municipal)
  • Dokumentationszentrum für Migrationsgeschichte (Centre de Documentation sur les Migrations Humaines)
  • Kunstgalerien (Centre d’art Dominique Lang, Centre d’art Nei licht, Galerie d’Art Armand Gaasch, Adam’s Art Gallery)
  • RTL-Sendeturm

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Düdelingen ist der Fußballverein F91 Düdelingen beheimatet, welcher seit 2000 zwölfmal (Stand 2016) luxemburgischer Meister war. Er trägt seine Heimspiele im Jos Nosbaum-Stadion aus. Größter sportlicher Erfolg war das Weiterkommen 2012 gegen den FC Red Bull Salzburg in der Qualifikation zur Champions League.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wird auf sechs Jahre gewählt.

Nach den Wahlen vom 9. Oktober 2011 setzt sich der Gemeinderat, der am 22. November 2011 zum ersten Mal zusammengetreten ist, wie folgt zusammen:[8]

Partei Sitze
LSAP 10
CSV 3
Déi Gréng 2
Déi Lénk 1
ADR 1

Der Sendeturm von Düdelingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Sender Dudelange
Sendeturm Düdelingen

In der Nähe der Stadt befindet sich der 285 m hohe Sendeturm Düdelingen für UKW und TV, der als freistehender Stahlfachwerkturm ausgeführt ist. Am 31. Juli 1981 wurde dieser Sendeturm von RTL von einem belgischen Militärflugzeug ungefähr in der Mitte getroffen und brach daraufhin zusammen. Die herabstürzenden Trümmerteile zerschlugen ein in der Nähe stehendes Haus und töteten das in diesem Haus lebende Ehepaar. Der Pilot der Unglücksmaschine starb ebenfalls. Der Sendeturm wurde danach wieder aufgebaut, allerdings nicht mehr ganz so hoch wie vor dem Unglück.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fabian Trinkaus: Krisenhafter Umbruch und Organisationsverhältnisse – Der Erste Weltkrieg und die europäische Arbeiterbewegung am Beispiel der Hüttenstädte Neunkirchen/Saar und Düdelingen/Luxemburg, in: JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft III/2012.
  • François Hendrickx: Bevölkerungsbewegungen in Düdelingen zu Beginn der Industrialisierung. Ein Beitrag zur Geschichte der Migration im Bassin Minier. In: Héritages culturels dans la Grande Région : Saar-Lor-Lux-Rhénanie-Palatinat. – Luxembourg, 1996. – (Cahiers I.S.I.S. : fasc. IV / Centre universitaire de Luxembourg), S. 211–229.
  • Denis Scuto: 5 notices sur l’histoire de la nationalité, la grève des ouvriers italiens de Differdange de 1912, le résistant Henri Adam, l’antifasciste Guido Bagnoli, le couple Domenico Cancellieri (maçon) et Rosa Tancini (domestique), dans: Retour de Babel : itinéraires, mémoires et citoyenneté. (Catalogue de l’exposition tenue dans les halles de l’ancienne aciérie à Dudelange du 28 avril au 27 octobre 2007), dir. Antoinette Reuter et Jean-Philippe Ruiz, 3 volumes, Luxembourg, 2007.

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2015 (franz.)
  2. Antoine Lorang: Arbeitersiedlungen – Eine Wohnform schafft Stadt. In: Der Luxemburg Atlas – Atlas du Luxembourg. Herausgeber: Universität Luxemburg, Emons, Köln 2009, ISBN 978-3-89705-692-3. (Karten, Fotos, deutsch/französische Texte). S. 78
  3. Fahrplan 2015 der Linie 60a auf der Website der CFL, (PDF; 1,5 MB), abgerufen am 2. Dezember 2015
  4. Bus
  5. Michel Pauly: Marktorte im alten Herzogtum. In: Der Luxemburg Atlas – Atlas du Luxembourg. Herausgeber: Universität Luxemburg, Emons, Köln 2009, ISBN 978-3-89705-692-3. (Karten, Fotos, deutsch/französische Texte). S. 22.
  6. Centre culturel régional opderschmelz auf der Website der Stadt, abgerufen am 2. Dezember 2015
  7. zeit.de: Europas Lachnummer: «Düdeldü» düpiert RB Salzburg
  8. Conseil communal

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dudelange – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien