Dühren (Wittelshofen)

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Dühren
Gemeinde Wittelshofen
Koordinaten: 49° 5′ 7″ N, 10° 28′ 57″ O
Höhe: 463–477 m ü. NHN
Einwohner: 35 (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 91749
Vorwahl: 09854
Kirche St. Michael

Dühren ist ein Ortsteil der Gemeinde Wittelshofen im Landkreis Ansbach, Mittelfranken.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dühren ist ein Weiler mit Kirche. Im Ort entspringt der Dührengrundgraben, der ein linker Zufluss der Sulzach ist. Im Westen liegt das Waldgebiet Fuchsloch, im Norden das Waldgebiet Hüll, im Osten liegt das Flurgebiet Loh, im Süden das Flurgebiet Buck, dahinter das Waldgebiet Gehag.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dühren ist vermutlich eine frühe fränkische Siedlung. Im nördlichen Waldgebiet Hüll befinden sich die Überreste des Limes und die zugehörigen Römischen Wachtürme 13/22 und 13/23 mit dem Türmen 13/24 sowie 13/25. Da der Ort unmittelbar an der heutigen Teufelsmauer (dem alten Limes) liegt und sich hier am sogenannten Dührener Eck ein doppelter Walldurchgang für die Altwege befand, leitet sich der Ortsname davon ab, der Türen bedeutet. Der Limes zieht in gerader Linie vom Wörnitzübergang mit Wachposten 13/11 bei Wilburgstetten über die Gelsmühle (hier liegt der Sulzachübergang der Mauer) weit vorbei am Hesselberg, um im Waldgebiet Hüll mit einem scharfen Knick – den Hesselberg im römischen Machtgebiet einschließend – weiterhin gerade die Richtung auf Gunzenhausen zu zu nehmen.[3][4]

Im Dreißigjährigen Krieg verödete der Ort vollständig.

1799 gab es in dem Ort sieben Haushalte, von denen sechs dem Ansbachischen Oberamt Wassertrüdingen und einer der Eichstättischen Vogtei Königshofen untertan waren.[5]

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde die Ruralgemeinde Dühren gebildet, zu der Grüb gehörte. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Wassertrüdingen.[6] 1864 wurde die Gemeinde Dühren amtlich in Grüb umbenannt. Zu dieser Gemeinde gehörte Dühren bis zur Gebietsreform in Bayern am 1. Juli 1972.[7]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelisch-lutherische Filialkirche St. Michael: kleine Chorturmkirche mit angefügtem Langhaus, bez. 1481, Turm 1752 erneuert; mit Ausstattung; Friedhofsmauer mit z. T. daran befestigten Grabsteinen des 18. Jahrhunderts und des späten 19. Jahrhunderts, im Kern wohl spätmittelalterlich.[8] St. Michael war ursprünglich eine eigenständige Pfarrei, wurde aber später mit Wittelshofen vereinigt. Heute ist sie mit 29 Mitgliedern (Stand: 2012), die zweitkleinste Kirchengemeinde Bayerns[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 44 56 45 38 51 46 47 53 35 29 35
Häuser[10] 10 9 10 10 10 10 10 7
Quelle [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeverbindungsstraßen führen zur Kreisstraße AN 51, zu einer anderen Gemeindeverbindungsstraße, die zur AN 51 bzw. nach Ammelbruch führt, zu einer weiteren Gemeindeverbindungsstraße, die ebenfalls nach Ammelbruch bzw. nach Untermichelbach führt.

Dühren liegt am Limesweg des Fränkischen Albvereins, einem Teilabschnitt des Deutschen Limes-Wanderwegs.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Dürren. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 650 (Digitalisat).
  • August Gebeßler: Stadt und Landkreis Dinkelsbühl (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 15). Deutscher Kunstverlag, München 1962, DNB 451450930, S. 129–130.
  • Thomas Greif: Wer ist die Kleinste im ganzen Land? Ein Besuch in Bayerns Zwerggemeinden, in: Sonntagsblatt. Evangelische Wochenzeitung für Bayern (Nr. 35/26. August 2012), S. 4–6.
  • Gottfried Stieber: Düren. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, S. 331–332 (Digitalisat).
  • Günther Ulbert, Thomas Fischer Der Limes in Bayern – Von Dinkelsbühl bis Eirring, Konrad Theiss Verlag Stuttgart 1983
  • Wilhelm Funk, Feuchtwangen – Werden und Wachsen einer fränkischen Stadt, 1954 Herausgegeben durch das Volksbildungswerk des Landkreises Feuchtwangen – Sommer & Söhne, Feuchtwangen
  • Arnold, Gerfrid: Die Römer im Landkreis Ansbach. Geschichte, Wanderführer, Buchners Reise auf der Teufelsmauer. Ansbacher Verlagsgesellschaft, 1982.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dühren (Wittelshofen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 333 (Digitalisat).
  2. Dühren im BayernAtlas
  3. Winkelmann: Die vorrömischen und römischen Straßen in Bayern zwischen Donau und Limes, in: XI. Bericht der RGK, 1918/19, S. 4-56, 1920.
  4. Arnold, Gerfrid: Die Römer im Landkreis Ansbach. Geschichte, Wanderführer, Buchners Reise auf der Teufelsmauer. Ansbacher Verlagsgesellschaft, 1982.Seiten 65 - 67
  5. J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 650.
  6. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 71 (Digitalisat).
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 448.
  8. Baudenkmäler in Wittelshofen (PDF; 135 kB)
  9. Thomas Greif, S. 5.
  10. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als „Feuerstellen“ bezeichnet, 1840, 1852 als „Häuser“, 1871 bis 1987 als „Wohngebäude“.
  11. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 19 (Digitalisat).
  12. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 252 (Digitalisat).
  13. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1004, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1171, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1102 (Digitalisat).
  16. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1168 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1206 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1036 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 762 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 172 (Digitalisat).