Dümpelfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Dümpelfeld
Dümpelfeld
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Dümpelfeld hervorgehoben
Koordinaten: 50° 27′ N, 6° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Verbandsgemeinde: Adenau
Höhe: 240 m ü. NHN
Fläche: 11,86 km2
Einwohner: 572 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53520
Vorwahl: 02695
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 501
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstraße 15
53518 Adenau
Webpräsenz: www.gemeinde-duempelfeld.de
Ortsbürgermeister: Robert Reuter
Lage der Ortsgemeinde Dümpelfeld im Landkreis Ahrweiler
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Über dieses Bild
Dümpelfeld mit St. Cyriakus

Dümpelfeld ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Adenau an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dümpelfeld liegt sieben Kilometer nördlich der Stadt Adenau an der Mündung des Adenauer Bachs in die Ahr. Die Wohnbebauung des Ortes erstreckt sich sowohl entlang der Ahr als auch bis ins Seitental des Adenauer Bachs hinein. Unmittelbar westlich erhebt sich das Hohnsköpfchen (357 m ü. NHN), östlich steigt das Gelände etwas langsamer zum Mansfelder Kopf (480 m ü. NHN) an. Ein Großteil des Gemeindegebiets liegt im Staatsforst Adenau, im äußeren Norden befindet sich das Naturschutzgebiet An der Teufelsley.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortsgemeinde Dümpelfeld gehören neben dem gleichnamigen Ortsteil die als Ortsbezirk ausgewiesenen Ortsteile Niederadenau und Lückenbach sowie der Wohnplatz Hahnensteinermühle.[2]

Niederadenau liegt weiter oberhalb am Adenauer Bach, Lückenbach im Nachbartal des gleichnamigen Lückenbachs. Außerdem gehört ein Wochenendgebiet im Ommelbachtal mit ca. 60 Häusern, davon ca. 40 fest bewohnt, seit Anfang der 2000er Jahre als Splittersiedlung zu Dümpelfeld. Es liegt 1,5 bis 3 km vom Ortskern entfernt in Richtung Nordosten und entstand zunächst als reines Wochenendgebiet in den 1960er Jahren. Während des dritten Reiches war in der Nähe ein großes militärisches Übungsgebiet. Die Ommelbachstrasse führt in Richtung Norden weiter zu einer Stellung, die mittlerweile ungenutzt ist. Bis etwa 1997 hatte dort das Zivilschutzamt einen Übungsplatz.

Geschichte und Namensursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siedlungsspuren weisen auf die Existenz einer römischen Villa rustica auf dem Gemarkungsgebiet hin. Der Name Dümpelfeld weist mit seinem ersten Bestandteil „Dümpel“ (Tümpel) auf feuchtes Land hin, der zweite Teil „-feld“ (-velt) wurde um die Wende ins zweite christliche Jahrtausend oft für Neugründungen von Wohnplätzen genutzt. Zur Zeit seiner Gründung gehörte das Gebiet zum Besitz des St.-Kunibert-Stifts in Köln.

Dümpelfeld wurde wahrscheinlich erstmals 1153 mit der Nennung eines Beurkundungszeugen mit Namen Karolus de Dumplenvelt schriftlich erwähnt, das zweite Mal 1251 in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Konrad von Hochstaden, die in villa, que Dumpinvelt vocatur (im Dorf, das Dümpelfeld genannt wird) ausgestellt wurde.[3]

Ab 1815 gehörte der Ort zum Königreich Preußen und von 1816 an zur Bürgermeisterei Adenau, die zum Kreis Adenau im Regierungsbezirk Koblenz in der Rheinprovinz (1822) gehörte. In den folgenden Jahrzehnten wurde Dümpelfeld, wie auch die benachbarten Orte, verstärkt an das Straßennetz angeschlossen. 1886/88 wurde Dümpelfeld mit der Eröffnung der Bahnstrecke Adenau–Altenahr–Ahrweiler an das Schienennetz angeschlossen. Hier ereignete sich am 16. August 1918 ein schwerer Eisenbahnunfall, als in Dümpelfeld ein Personenzug mit einem Militärzug zusammen stieß. 31 Menschen starben, 73 weitere wurden verletzt.[4]

1985, fast 100 Jahre später, wurde auf Beschluss des Bundesverkehrsministeriums die Strecke mit dem Dümpelfelder Bahnhof stillgelegt. Die Beschäftigung bei der Bahn gaben zahlreichen Einwohnern eine stabile Lebensgrundlage.[5] Die beiden, das Bild des Ortskerns von Dümpelfeld prägenden über 100 Jahre alten Eisenbahnbrücken wurden im November 2010 abgerissen.

Am 1. Oktober 1976 wurden die bis dahin eigenständigen Ortsgemeinden Lückenbach und Niederadenau nach Dümpelfeld eingemeindet.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Dümpelfeld bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6][1]

Jahr Einwohner
1815 440
1835 499
1871 463
1905 536
1939 558
1950 594
Jahr Einwohner
1961 611
1970 674
1987 632
1997 722
2005 693
2015 572

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Dümpelfeld besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Dümpelfeld
Blasonierung: „Ein durch einer weißen dreibogigen Brücke geteilter Schildhaupt. Darüber ein silberner Löwe und darunter drei goldene Ähren.“[8]
Wappenbegründung: Der Ort „Dumplenfelt“ wird 1153 urkundlich erstmals erwähnt und gehörte bis 1290 zur Grafschaft Nürburg. Nach 1290 unterstand das Dorf bis 1794 dem kurkölnischen Amt Nürburg. Dümpelfeld hat 11 Brücken! Symbol – Brücke Niederadenau: Landesherren waren zunächst die Nürburger, ab 1290 die Erzbischöfe und Kurfürsten von Köln. Lückenbach: Das Dorf gehörte um 1794 zum kurkölnischen Amt Nürburg / Kurköln. Die politische Zugehörigkeit von Dümpelfeld, Niederadenau und Lückenbach ist identisch. In allen Dörfern wurde und wird Landwirtschaft betrieben. Zur Andeutung der drei Dörfer bzw. der Landwirtschaft werden drei Brückenbögen und drei Ähren ins Wappen genommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teufelsley
Niederadenau, St. Maria Magdalena von 1872
  • Kirche St. Cyriakus aus dem 13. Jahrhundert, die heute als Friedhofskapelle genutzt wird
  • Katholische Pfarrkirche „Maria – Mutter der Kirche“ von 1965
  • Es existieren mehrere historische Fachwerkhäuser im Ort
  • Kapelle „St. Maria Magdalena“ im Ortsteil Niederadenau
  • Wassermühle in Dümpelfeld[9]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Dümpelfeld

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Naturschutzgebiet „An der Teufelsley“, ein 80 m langer und 18 m hoher Quarzitfels
  • Wanderrouten in und um Dümpelfeld [10][11]
  • Südlich von Niederadenau erstreckt sich die kleine Wacholderfläche Niederadenau.
  • Veranstaltungsort Pumpenhaus Dümpelfeld

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Dümpelfeld

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dümpelfeld gibt es einen Junggesellenverein, einen Sportverein (SC Dümpelfeld) und einen Männergesangsverein (Männergesangsverein Cäcilia Dümpelfeld/Hönningen). Außerdem besteht ein Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr und der „alten Kirche“ und der Kapellenverein „Maria Magdalena“ in Niederadenau. 2009 hat sich zudem ein Kirchenchor, der CyriaChor, gegründet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edith Surges: Die Pfarrkirche St. Cyriakus, in: Dümpelfeld. Ein Dorf im Wandel der Zeiten, Dümpelfeld 2003, S. 29−34

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dümpelfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017, S. 5 (PDF; 1,9 MB).
  3. Geschichtsangaben der Gemeinde
  4. Hans Joachim Ritzau: Eisenbahn-Katastrophen in Deutschland. Splitter deutscher Geschichte. Bd.1: Landsberg-Pürgen 1979, S. 79.
  5. Die Ahrtalbahn und kein Ende
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. Wappenbeschreibung von Manfred Reinharth
  9. Wassermühle in Dümpelfeld. Abgerufen am 16. Januar 2018.
  10. Wanderungen in Dümpelfeld. Abgerufen am 16. Januar 2018.
  11. Wanderschön in Dümpelfeld. Abgerufen am 16. Januar 2018.