Dümpten

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DEU Muelheim an der Ruhr COA.svg
Dümpten
Stadtteil 4 von Mülheim an der Ruhr
Lage
Lage Dümpten MH.png
Basisdaten
Fläche: 5,51 km²
Einwohner: 18.392 (31. Dezember 2014)
Bevölkerungsdichte: 3.338 Einwohner pro km²
Eingemeindet am: 1. April 1910
Landkreis vor der
Eingemeindung:
Landkreis
Mülheim an der Ruhr
Postleitzahl: 45475
Vorwahl: 0208
Gliederung
Stadtbezirk: Rechtsruhr-Nord
Stadtteilnummer: 4
Bild
Evangelische Kirche in Dümpten

Evangelische Kirche in Dümpten

Dümpten ist eine alte bäuerliche Streusiedlung im Ruhrgebiet, zwischen den Ruhrhöhen des niederbergischen Hügellandes und der Emscherniederung, die sich erst im Zuge der Industrialisierung zu einem Industriestandort entwickelte. Im Zuge einer Neuordnung des Raumes wurde Dümpten teilweise Mülheim und teilweise Oberhausen zugeordnet. Hier wird der Mülheimer Stadtteil behandelt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nördlichste Mülheimer Stadtteil des Stadtbezirks Rechtsruhr-Nord grenzt an Heißen, Altstadt II und Styrum. Weiterhin grenzt er an die Oberhausener Stadtteile Styrum und Dümpten und die Essener Stadtteile Bedingrade und Schönebeck. Die A 40 durchschneidet den Stadtteil. Der größte Teil liegt nördlich der Autobahn A40.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Lipper Heide auf der Karte von Le Coq 1805, südöstlich der Heide die Bauerschaften Ober- und Nieder-Dümpten

Dümpten gehörte zusammen mit dem Oberhausener Stadtteil im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit zur Herrschaft Broich, zuletzt zur Bürgermeisterei Styrum. Bis etwa zum Ende des 19. Jahrhunderts bestand die Gemeinde Dümpten aus verstreut liegenden Höfen, die durch Wege verbunden waren, zum Beispiel die Denkhauser Höfe oder den alten Zehntweg.[1] Am Rande der Ruhrhöhen führt die Mellinghofer Straße entlang und teilt die Bauerschaft in Oberdümpten und Unterdümpten. Der Stadtausbau entwickelte sich vor allem entlang dieser Straße. 1904 wurde Dümpten von der Bürgermeisterei Styrum gelöst und bildete dann bis 1910 eine eigene Bürgermeisterei. Das repräsentative Gebäude an der Mellinghofer Straße, Ecke Beutherstraße, heißt heute noch Bürgermeisteramt. Es beherbergt noch öffentliche Einrichtungen. Die kurze Beutherstraße ist nach dem einzigen Dümptener Bürgermeister benannt.

Der am 1. April 1910 nach Mülheim eingemeindete Stadtteil Dümpten besteht im Wesentlichen aus Oberdümpten. Da dem damaligen Mülheimer Bürgermeister Dr. Paul Lembke der nördliche Teil von Unterdümpten zu dicht besiedelt und auch zu stark vom Bergbau und Zechenkolonieen geprägt war, lehnte er dessen Eingemeindung ab und überließ ihn der Stadt Oberhausen. So gehört die Mellinghofer Straße wenig jenseits der Autobahn und das Gebiet der ehemaligen Zeche Roland zu Oberhausen-Dümpten. Lange Zeit noch griffen die Kirchengemeinden in MH-Dümpten auf Oberhausen-Dümptener Gebiet aus.

Die Dümptener pflegen die Erinnerung an ihre Eigenständigkeit und nennen den Ort gerne Königreich Dümpten.

Auf der Trasse der jetzigen A 40 verlief die Zechenbahn gradlinig von der Zeche Vereinigte Sellerbeck am Rande Oberdümptens über Zeche Roland zum Bahnhof Oberhausen. Alte Straßennamen erinnern an die Bergbaugeschichte der Gegend.[2]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirche in Oberdümpten wurde 1892, fünf Jahre nach der Konstituierung der evangelischen Gemeinde, vom Wuppertaler Architekten Gerhard August Fischer erbaut (bis 1922 mit spitzem 50 m hohem Turm, heute 32 m). Sie wurde im November 1944 durch einen Bombenangriff erheblich zerstört. Erst im April 1952 konnte sie nach Wiederaufbau neu eingeweiht werden. Seit 1988 steht sie unter Denkmalschutz.[3] Die Orgel stammt von der Vlothoer Orgelbaufirma Steinmann. Sie wurde 1980 umgebaut und zuletzt 2003/4 von der Firma Hans van Rossum aus Andel, Niederlande, umfassend restauriert.[4]

Für die Katholiken wurde 1887 eine einfache Kirche erbaut, die ebenfalls in der Nacht zu Allerheiligen 1944 den Bomben zum Opfer fiel. 1954/5 konnte durch den Architekten Alfons Leitl aus Trier die neue Kirche erbaut werden. Sie ist der Schutzheiligen der Bergleute, der Heiligen Barbara, gewidmet (→ St. Barbara (Dümpten)).

Für sonstige Sehenswürdigkeiten siehe Liste der Baudenkmäler in Dümpten

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil wird durch die Mellinghofer Straße (Landesstraße 450 in der westlichen Umgehung dann Mannesmann-Straße) erschlossen und an das Stadtzentrum sowie an die A 40 angebunden. Auf der Mellinghofer Straße verkehrt auch, von Oberdümpten her kommend, die Straßenbahnlinie 102 (→ Straßenbahn Mülheim/Oberhausen).

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dümpten betreibt das Hotel Kämpkens Hof zwischen der A 40 und der Oberdümptener Haupterschließungsstraße, den Denkhauser Höfen, neben Tennisanlagen ein Freibad und einen durch Quellwasser gespeisten Angelteich.

Söhne und Töchter von Dümpten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nach Karte „Section Wesel“ von Wilhelm Liebenow. Vgl. Viktor Hantzsch: Liebenow, Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 51, Duncker & Humblot, Leipzig 1906, S. 705–707.
  2. Webseite Pro-Duempten (Info).
  3. Geschichte der Kirche
  4. Bericht Orgeltag 2014 bei m Kirchenkreis (Zugriff Oktober 2015)

Koordinaten: 51° 28′ N, 6° 54′ O