Dünnwald (Köln)

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Wappen von Köln
Dünnwald
Stadtteil 907 von Köln
Lage des Stadtteils Dünnwald im Stadtbezirk Köln-Mülheim
Koordinaten 51° 0′ 0″ N, 7° 2′ 19″ OKoordinaten: 51° 0′ 0″ N, 7° 2′ 19″ O
Fläche 10,85 km²
Einwohner 11.599 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 1069 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1914
Postleitzahl 51069
Vorwahl 0221
Stadtbezirk Mülheim (9)
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B51
Stadtbahnlinie 4
Buslinien 154 155 157 260 434
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2015

Dünnwald ist ein Stadtteil von Köln im Bezirk Mülheim.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dünnwald grenzt im Osten an Bergisch Gladbach, im Süden an Dellbrück und Höhenhaus, im Westen an Flittard und im Norden an Leverkusen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dünnwald ist entweder nach dem Fluss Dhünn oder nach einer (Rhein)-Düne benannt. Das 1117 erbaute Kloster St. Nikolaus erhielt 1122 die Pfarrgerechtsame vom Kölner Erzbischof; dies gilt als Jahr der Ortsgründung. Im Jahr 1143 wurde das Kloster durch die Prämonstratenserinnen von Kloster Steinfeld in der Eifel besiedelt.

Die erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1230 bezieht sich auf das Rittergut Haus Haan.

Politisch gehörte Dünnwald seit dem Mittelalter zum Amt Porz im Herzogtum Berg.

Am 13. August 1583 wurde Dünnwald im Truchsessischen Krieg geplündert und niedergebrannt. Auch der Dreißigjährige Krieg brachte für Dünnwald Zerstörungen mit sich. So wurde im Jahr 1628 Haus Haan niedergebrannt und 1635 Dünnwald von hessischen Truppen geplündert. Von 1795 bis 1801 litt Dünnwald unter der Besetzung durch französische Truppen.

Seit 1808 gehörte Dünnwald zum Département Rhein und kam 1815 an das Königreich Preußen. Als Gemeinde innerhalb der Bürgermeisterei Merheim war es Teil des Kreises Mülheim am Rhein.

Im Rahmen der Industrialisierung entstand in Manfort nördlich von Dünnwald im Jahre 1869 die Sprengstoff-Fabrik Kaiser & Edelmann, in der 1870 bei einer Explosion fünfzehn Arbeiter starben. Zwei Jahre später übernahm die Hamburger Alfred Nobel u. Co. (ab 1876 Dynamit AG (DAG)) die Fabrik und baute sie aus. Wegen des benachbarten Bahnstation wurde sie Werk Schlebusch genannt. 1878 folgte der Aufbau einer Fabrik, die Berliner Blau, Salmiak und Soda herstellte.

Zum 1. April 1914 wurde Dünnwald und dessen Gemeindeteil Höhenhaus als Teil der Bürgermeisterei Merheim nach Köln eingemeindet.

Dünnwalder Pfingstsingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1900 begannen Kinder und Jugendliche als Dünnwalder Pengsjonge eine Tradition des Pfingstsingens. Dabei geht die Gruppe am Pfingstsamstag von Haus zu Haus und singt Lieder, was mit Nahrung oder kleinen Geldbeträgen gedankt wird. Ab 1931 führte der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Dünnwald die Tradition fort. Nach 20-jähriger Pause belebten 1985 einige Mitglieder des Männerchors des Pfarr-Cäcilien-Vereins die Tradition erneut.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehem. Prämonstratenserinnen-Kirche St. Nikolaus
Ev. Tersteegen-Kirche. Erbaut 1937–38, benannt nach dem Mystiker und Liederdichter Gerhard Tersteegen
Kath. Pfarrkirche St. Hermann-Josef, erbaut 1958

Klosterhof und St.-Nikolaus-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gut Klosterhof und die angrenzende Basilika St. Nikolaus wurden ursprünglich 1117 von Benediktinern oder Augustiner-Chorherren erbaut und seit 1143 von Prämonstratenserchorfrauen aus dem Kloster Steinfeld betrieben. Die Basilika ist seit 1229 neben Maria auch Sankt Nikolaus geweiht.

Die im 12. Jahrhundert errichtete Kirche gehört zu den zwölf kleinen romanischen Kirchen Kölns und ist die größte romanische Kirche im rechtsrheinischen Köln. Sie wurde mehrfach erweitert und umgebaut. Besonders sehenswert sind einige erhaltene gotische Wandmalereien sowie ein Altarbild aus dem 16. Jahrhundert. Zum Bestand gehört eine Strahlenmonstranz aus der Zeit um 1700.

Nachdem sich durch zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen in der Gegend die Zahl der Nonnen bis zum Jahr 1643 auf drei reduziert hatte, wurde es in ein Männerkloster umgewandelt. Chorherren aus Steinfeld bewirtschafteten das Kloster bis zu dessen Säkularisierung im Jahre 1803. Seitdem dient die Kirche als reine Pfarrkirche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Bendel: Heimatbuch des Landkreises Mülheim am Rhein. Geschichte und Beschreibung, Sagen und Erzählungen. Köln-Mülheim 1925.
  • Marc Jan Eumann: „So entscheiden wir uns selbst“. 150 Jahre Sozialdemokratie in Dünnwald, 1864–2014. Vorwärts, Berlin 2014. ISBN 978-3-86602-014-6.
  • Burkhard Gehle: Die Prämonstratenser in Köln und Dünnwald, Grüner, Amsterdam 1978.
  • Hans-J. Hardt: Was ist Dünnwald? Herausgegeben vom Bürgerverein Dünnwald. Druckhaus Deutz, Köln 1965.
  • Heinz-Jürgen Pfeifer, Peter Hallerbach: Fidele Jonge. 70 Jahre Große Dünnwalder KG 1927 e.V. Köln 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]