Dürnau (Landkreis Göppingen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dürnau
Dürnau (Landkreis Göppingen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dürnau hervorgehoben
Koordinaten: 48° 39′ N, 9° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Höhe: 424 m ü. NHN
Fläche: 5,37 km2
Einwohner: 2153 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 401 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73105
Vorwahl: 07164
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 017
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 16
73105 Dürnau
Website: www.duernau.de
Bürgermeister: Markus Wagner
Lage der Gemeinde Dürnau im Landkreis Göppingen
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Über dieses Bild

Dürnau ist eine Gemeinde im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dürnau liegt am Rande der Schwäbischen Alb, rund zehn Kilometer südlich der Kreisstadt Göppingen. Der höchste Punkt liegt im Süden an der Grenze zur Gemeinde Gruibingen zwischen dem Köpfle und dem Kornberg (548 m). Der niedrigste Punkt liegt nördlich an der Grenze zur Gemeinde Heiningen (442 m).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Göppingen und Heiningen, im Osten an Gammelshausen, im Süden an Gruibingen und im Westen an Bad Boll.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Dürnau gehören Dorf Dürnau und die Häuser Ölmühle und Wilhelmshöhe.[2]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reliefs in der Cyriakskirche

Bis zum 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung Dürnaus dürfte in die jüngere Ausbauzeit des 9. bis 13. Jahrhunderts fallen. Der Ort wurde als Durnon erstmals 1275 im liber decimationis erwähnt. Die Niederadelsfamilie der Dürner von Dürnau stand vom 13. bis zum 15. Jahrhundert vermutlich als Ministeriale im Dienst der Grafen von Aichelberg. 1339 wurde Dürnau württembergisch. 1479 verkaufte Graf Ulrich den Ort an die Herren von Zillenhardt. Nach dem Aussterben des letzten Herrn von Zillenhardt im Jahr 1623 fiel das Dorf an die Herren von Degenfeld. 1684 wurde der Ort an Kurbayern veräußert. 1711 erwarben die Degenfeld zunächst die eine, 1771 die andere Hälfte zurück.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses und der damit verbundenen Mediatisierung wurde Dürnau 1806 erneut württembergisch und dem Oberamt Göppingen eingegliedert. Mit der Kommunalreform 1938 gelangte es zum Landkreis Göppingen.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herkunft des Ortsnamens ist nicht restlos geklärt. Vermutlich leitet sich der Name von einem mittelalterlichen Wachtturm ab, der auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde stand.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Reformation ist Dürnau evangelisch geprägt. Erst seit 1963 gibt es wieder eine römisch-katholische Kirche im Ort (St. Michael), die zur Kirchengemeinde Bad Boll gehört. Zuvor war es den Katholiken im Ort gestattet, in der evangelischen Kirche Gottesdienste zu feiern.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Dürnau mit Cyriakskirche. Im Hintergrund: 3 Kaiserberge und das Fuchseck

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg für die Daten ab 1970 bis 1995; für 2017:[4]

Datum Einwohner
1837 0668
1907 0508
17. Mai 1939 0458
13. September 1950 0801
27. Mai 1970 1514
31. Dezember 1983 1520
25. Mai 1987 1525
31. Dezember 1991 1585
31. Dezember 1995 1875
31. Dezember 2000 2033
31. Dezember 2005 2092
31. Dezember 2010 2083
31. Dezember 2015 2066

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus in Dürnau

Verwaltungsverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1970 gehört Dürnau dem Gemeindeverwaltungsverband Raum Bad Boll an.[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister war von 1986 bis 2016 Friedrich Buchmaier (parteilos). Seit 2016 ist Markus Wagner Bürgermeister (parteilos). Er wurde im Juni 2016 mit 80,7 % der Stimmen im ersten Wahlgang gewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Dürnau hat 10 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,16 %
47,84 %
UW
Gewinne/Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+1,74 %p
-1,74 %p
UW
UWV Unabhängige Wählervereinigung Dürnau 52,16 5 40,42 5
FWV Freie Wählervereinigung Dürnau 47,84 5 49,58 5
gesamt 100,0 10 100,0 10
Wahlbeteiligung 70,78 % 58,9 %

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens von Dürnau lautet: In Silber ein schwarzes Hifthorn mit goldener Fessel.

Das Wappen geht aus dem ehemaligen Ortsadel der Herren von Dürnau hervor, und wurde im Jahre 1923 angenommen. Die daraus abgeleiteten Flaggenfarben Schwarz-Weiß wurden am 18. Februar 1959 vom Innenministerium verliehen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dürnau verfügt über eine gemeinsame Grundschule und ein gemeinsames Kinderhaus mit Gammelshausen.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dürnau ist im Besitz von zwei Sportplätzen, zwei Tennisanlagen sowie einem Basketballfeld und einem Hartplatz. Für Jugendliche steht in Dürnau ein Jugendhaus zur Verfügung. Außerdem gibt es in Dürnau mit der Kornberghalle eine Sporthalle, die über eine Bühne verfügt und somit auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann. Im Untergeschoss der Kornberghalle befindet sich ein Gymnastikraum sowie ein Lehrschwimmbad, das auch für Privatpersonen geöffnet hat. Die Halle und das Schwimmbad wurden zuletzt 2001 renoviert. Mit dem Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Dürnau-Gammelshausen steht außerdem eine Räumlichkeit für kleinere Veranstaltungen zur Verfügung.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dürnau ist über eine Kreisstraße (K 1446) von Gammelshausen und Bad Boll zu erreichen. Mit der Gemeinde Heiningen ist Dürnau über einen Feldweg verbunden, der für den öffentlichen Verkehr allerdings nicht zur Durchfahrt freigegeben ist. Die Anschlussstelle Aichelberg der Autobahn A 8 liegt etwa 7 km entfernt. Dürnau war außerdem Haltepunkt der Voralbbahn, deren Betrieb 1989 eingestellt wurde. Seither ist Dürnau nur noch durch eine Buslinie u. a. mit der Kreisstadt Göppingen verbunden. Es existierte in den 1930er-Jahren eine Materialseilbahn zum ehemaligen Steinbruch am Kornberg bei Gruibingen.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am nordöstlichen Ende der Gemeinde befindet sich ein Industriegebiet mit mehreren mittelständischen Unternehmen. Dort befand sich früher auch das Betriebsgelände der Gral-Glashütte. Der Schornstein von Gralglas wurde 1990 gesprengt[6]. Außerdem sind verschiedene Handwerksbetriebe sowie ein Supermarkt und eine Bäckerei in Dürnau angesiedelt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torbogen zum einstigen Schloss, Zugang zum Gralglasmuseum
Eingang des Schlosses im Winter 2010 mit Holzfigur Hannes (aufgestellt 2009)

Ein restaurierter Marstall mit Schlossbrücke, Wassergraben und ein Schlosskeller erinnern an das einstige Wasserschloss Dürnau aus dem 12. Jahrhundert.

Evangelische Kirche St. Cyriakus mit Halbmond auf der Kirchturmspitze, ein für Kirchen nicht unüblicher Turmschmuck und entgegen der Legende kein Beutestück der Türkenkriege. Christoph Martin von Degenfeld liegt in dieser Kirche begraben, sein Epitaph kann dort besichtigt werden.

Südlich der Gemeinde liegt ein Obstlehrpfad und der Schwäbische Sprüche-Weg.

Dürnau hat beim Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft“ im Wettbewerb 1999–2001 eine Silbermedaille erhalten.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Torbogen des ehemaligen Schlosses befindet sich heute ein Glasmuseum, das die wechselvolle Geschichte der früher am Ort ansässigen Glashütte Gralglas bezeugt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anna Maria Christmann (1697–1761), nahm als Soldat verkleidet an zwei großen Schlachten des Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieges teil

Personen, die in der Gemeinde wirken oder gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dürnau (Landkreis Göppingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 284–285.
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Dürnau.
  4. Neuer Jahresrückblick: 2017 auf www.duernau.de
  5. https://www.gvv-boll.de/de/ Gemeindeverwaltungsverband Raum Bad Boll
  6. ELKE BERGER: Kamin von Gralglas fällt. Abgerufen am 29. August 2016.