Dürwiß

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Dürwiß
Wappen von Dürwiß
Koordinaten: 50° 50′ 14″ N, 6° 16′ 28″ O
Fläche: 5,54 km²
Einwohner: 7561 (2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.365 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 52249
Vorwahl: 02403

Dürwiß ist ein nördlicher Stadtteil von Eschweiler in Nordrhein-Westfalen. Die Höhe beträgt 156 m über NN. Nördlich von Dürwiß liegt der Blausteinsee.

Dürwiß war bis Ende 1971 zusammen mit Laurenzberg eine eigenständige Gemeinde im Kreis Jülich und hatte die Postleitzahl „5183 Dürwiß (über Eschweiler)“, von 1972 bis 1993 war es die 5180 (Eschweiler).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Bonifatius
Drimborner Hof

Der Ortsname wird auf einer französischen Landkarte von 1802 „Durwiss“ (frz. „u“ = dt. „ü“) und auf einer preußischen Landkarte von 1846 „Dürwiss“ geschrieben. Der ursprüngliche Ortsname wird „Duyrewyß“ geschrieben, wahrscheinlich von „Duyre“ (= Dornen) und „Wyß“ (= Wiese). Dürwiß („Duyrewyss“) heißt demnach so viel wie Dornenwiese.

Die Dürwißer Geschichte lässt sich anhand von Urkunden bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Zahlreiche Ausgrabungen brachten viele Reste alter frühfränkischer und frühgermanischer Badeanlagen, Mosaik- und Terrakottafunde hervor. Ein weiterer Beweis für das frühe Bestehen einer kleinen Siedlung war die Aachen-Frankfurter Heerstraße, die von Hehlrath kommend über Dürwiß weiter nach Weisweiler und Düren führte. Anhand geschichtlicher Nachforschungen bestand die Straße schon im 9. Jahrhundert. An dieser Straße befand sich ein Gasthaus mit einer Kapelle, die bis zum Jahre 1694 der Eschweiler Pfarrkirche unterstanden hat. Neben dieser Gasthauskapelle besaß Dürwiß noch die Kapelle des „Broicher Hofes“, die dann durch Aus- und Umbau zur Pfarrkirche St. Bonifatius erweitert wurde und im Jahre 1449 urkundlich zum ersten Mal genannt wird. Nachdem um 1600 der Turm neu errichtet wurde, erhielt sie ein halbes Jahrhundert später ihren „Pfarrbrief“, und die Lostrennung von der Mutterkirche in Eschweiler erfolgte. Nach der Zerstörung der alten Pfarrkirche durch den Zweiten Weltkrieg wurde etwas weiter nördlich die jetzige Pfarrkirche errichtet. In diese wurde die einzige Glocke der alten Pfarrkirche eingelassen, die den zweiten Weltkrieg überstanden hatte; selbige verrichtet noch heute ihren Dienst.

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Dürwiß in die Stadt Eschweiler eingegliedert.[1]

Die Dürwißer werden in der Mundart „Kaafsäck“ (= Spreusäcke) genannt, weil sie der Legende zufolge beim Abzug der napoleonischen Truppen den französischen Soldaten Säcke voll Spreu statt Proviant mitgegeben haben sollen. Im Karneval ist der traditionelle Ruf deshalb „Kaaf Alaaf!“. Außerdem steht seit 2004 das „Kaafsack-Denkmal“ an der Jülicher Straße zwischen Broicher Hof und Drimbornshof.

Das Wappen von Dürwiß beschreibt drei rote Rosen auf grauem Grund (aus dem Wappen derer von Broich) und den schwarzen Trennbalken aus dem Wappen der Familie von Broich (Allianzwappen von Johann Werner von Broich (bei Jülich) und Richmund Anna Margarethe von Siegen zu Sechtem und zu Broich (bei Jülich)(um 1726)).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Broicher Hof
  • Drimbornshof mit Heimat- und Handwerksmuseum
  • Freibad mit 90 Meter langer Rutsche, nach Umbaumaßnahmen am 1. August 2008 wieder geöffnet
  • Blausteinsee
  • im Eingangsbereich des Friedhofs befinden sich Grabsteine aus dem abgebaggerten Lürken (siehe Foto)

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dürwiß ist die Heimat vom 1907 gegründeten F.C. Germania 07 Dürwiß e.V. (Fußball) sowie dem SC Bewegung Laurenzberg 1932 e.V. (Fußball). Beide Vereine nutzen seit einigen Jahren gemeinsam den Sportpark am See, allerdings auf getrennten Arealen; zwei frühere Anlagen sind bzw. sollen in ein Neubaugebiet umgewandelt werden. Außerdem ist in Dürwiß der SV Germania Dürwiß Leichtathletik Turnen beheimatet, der bei einer Aufspaltung aus dem F.C. Germania 07 Dürwiß e.V. hervorgegangen ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dürwiß liegt an der Landstraße zwischen Eschweiler-Mitte und dem nördlichen Kreis Düren mit Aldenhoven und Jülich. Durch eine Kreisstraße ist Dürwiß mit Weisweiler verbunden. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind „Aldenhoven“ auf der A 44 und „Eschweiler-Ost“ über eine Nebenstrecke bzw. „Eschweiler-West“ auf der A 4.

ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dürwiß verfügt über die zwölf Haltestellen „Am Hochhaus“, „Am Hörschberg“, „Dürwiß“, „Eichenstraße“, „Festhalle“, „Freibad“, „Friedhof“, „Heinrich-Heine-Straße“, „Jülicher Straße“, „Karl-Arnold-Straße“, „Kirche“ und „Raiffeisenweg“ der Linie 6 (Eschweiler Bushof - Dürwiß - Neu-Lohn - Aldenhoven) und der Eschweiler Stadtbuslinie EW 2 (Nothberg - Bergrath - Bushof - Dürwiß).

Bis 1954 führte die Straßenbahnlinie 18 der ASEAG nach Dürwiß.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über eine Bahnverbindung hat Dürwiß nie verfügt. Die nächsten Bahnhöfe sind „Eschweiler-Talbahnhof/Raiffeisenplatz“ an der Talbahnlinie und „Eschweiler Hbf“ an der Schnellfahrstrecke Köln–Aachen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 305.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dürwiß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien