Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft

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Die Bahnstrecke der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft

Der im Oktober 1835 gegründeten Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft wurde das Gründungsstatut unter dem 23. September 1837 von der preußischen Regierung bestätigt. Damit erlangte die Gesellschaft auch die Konzession für den Bau und Betrieb der 26 Kilometer langen Eisenbahnstrecke Düsseldorf–Elberfeld über Erkrath, Hochdahl und Vohwinkel.

Mitinitiator und Förderer der Bahnverbindung vom industriereichen Bergischen Land zum Rhein war der Elberfelder Bankier und spätere preußische Minister August von der Heydt.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel im Nordtunnel des Düsseldorfer Hauptbahnhofs an den Bau der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn

Das Projekt einer Eisenbahnverbindung zwischen Düsseldorf und Elberfeld tauchte bereits 1832 auf.[1] Der Bau der ersten Teilstrecke von Düsseldorf bis Erkrath (8,12 km) begann am 9. April 1838. Die Eröffnung für den Personenverkehr fand am 15. Oktober 1838 statt, dem Geburtstag des Kronprinzen Friedrich Wilhelm.[2] Für den Güterverkehr eröffnet wurde diese Teilstrecke am 20. Dezember 1838. Sie war damit die erste dampfbetriebene Eisenbahnstrecke im Westen Deutschlands und die fünfte dampfbetriebene Bahnstrecke in Deutschland. Der Bahnhof in Düsseldorf befand sich zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme nicht am Platz des heutigen Hauptbahnhofes, sondern am Südende der heutigen Königsallee.

Die nächste Teilstrecke der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft von Erkrath bis (Wuppertal-)Vohwinkel (12,61 km) ging im Güterverkehr am 10. April 1841 in Betrieb. Die restlichen 5,45 Kilometer bis zum heutigen Bahnhof (Wuppertal-)Steinbeck in (Wuppertal-)Elberfeld folgten am 3. September 1841, ebenfalls nur für den Güterverkehr. Den Personenverkehr nahm die Gesellschaft erst nach Fertigstellung der Gesamtstrecke am 1. Dezember 1841 auf.

Steilrampe Erkrath–Hochdahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen den Bahnhöfen Erkrath und Hochdahl liegt die Steilrampe Erkrath–Hochdahl. Hier steigt die Strecke auf circa 2,5 Kilometern im Verhältnis von 1:30 um 82 Höhenmeter aus dem Rheintal auf die Höhen des Bergischen Landes empor.

Da eine derartige lange Steigung von den damaligen Lokomotiven mit angehängtem Zug nicht bewältigt werden konnte, erbaute die Bahngesellschaft in Hochdahl eine ortsfeste Dampfmaschine für eine Seilzuganlage. Damit erhielten die Züge eine Unterstützung bei der Bergfahrt.

Schon wenige Monate nach ihrer Inbetriebnahme ersetzte man die Maschinenanlage durch eine einzelne Lokomotive oder einen Zug am Seil, die bei ihrer Abwärtsfahrt über Umlenkrollen die Zugfahrt nach oben unterstützten. Diese Anlage blieb bis 1926 in Betrieb.

Bei Bauarbeiten im Jahre 2008 fand man Mauer- und Fundamentreste sowohl vom ersten Bahnhof als auch vom Maschinenhaus.

Übernahme der Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit ihres Bestehens betrieb die Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft ausschließlich ihre Stammstrecke. Dabei arbeitete sie eng mit der am 18. Oktober 1843 gegründeten Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft mit Sitz in Elberfeld zusammen. 1849 vereinigten sich beide Gesellschaften.[3]

Auf Grund eines Vertrages der beiden Gesellschaften vom 22. September 1856 gingen das Eigentum der Gesellschaft und das Betriebsrecht für ihre Bahnstrecke am 1. Januar 1857 auf die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft über.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschäfts-Bericht der Direction der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft für das Jahr ... - Düsseldorf, 1853–1856. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  • Denkschrift über die Anlage einer Eisenbahn zwischen Düsseldorf und Elberfeld. Mit Beifügung des veränderten Entwurfs des Status und anderer Actenstücke, so wie des Gutachtens des Civil-Ingenieuers Rob. Stephenson in London und mit einer Situations-Karte. Schreiner, Düsseldorf 1837. Digitalisat
  • Über die Eisenbahn im Vesdrethal : nebst e. Nachtr. zu dem in voriger Lfg abgedr. Aufsatz über die Elberfeld-Düsseldorfer Eisenbahn. Petsch, Berlin 1843 (Digitalisierte Ausgabe)
  • Jahres-Bericht der Direktion der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn für ... - Elberfeld, 1842/43 - 1848. Digitalisierte Ausgabe
  • Protokoll der ... General-Versammlung der Actionaire des Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Unternehmens. - Düsseldorf, 2.1837 - 14.1844. Digitalisierte Ausgabe
  • Protokoll der am ... zu Düsseldorf im Gasthofe zum "Prinzen von Preussen" abgehaltenen ordentlichen ... General-Versammlung. - Düsseldorf, 30.1856 - 35.1857. Digitalisierte Ausgabe
  • Statut der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft. - Düsseldorf : Hermann Voß, 1848. Digitalisierte Ausgabe
  • Bernd Franco Hoffmann: Die Bergisch-Märkische Eisenbahn. Durch die Täler von Wupper, Ruhr und Volme; Sutton-Verlag, Erfurt, 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. P. Schmitz: Handel und Industrie der Stadt Düsseldorf. In: Beiträge zur Geschichte des Niederrheins. Band 3, Düsseldorf 1888, S. 492 (Digitalisat)
  2. P. Schmitz, S. 493
  3. P. Schmitz, S. 498