Düsseldorfer Photoschule

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Als Düsseldorfer Photoschule, Düsseldorfer Fotoschule, Becher-Schule oder Becher-Klasse[1] wird die von den Fotografen Bernd und Hilla Becher in den späten 1970er Jahren begründete Schule künstlerischer Fotografie bezeichnet. Ihre Zentren waren die Düsseldorfer Kunstakademie, an der Bernd Becher von 1976 bis 1996 eine Professur für Photographie innehatte, und das Atelier von Bernd und Hilla Becher in Düsseldorf-Kaiserswerth.

Als ihre Vorläufer gelten die Fotografen der Neuen Sachlichkeit mit ihren Arbeiten aus den 1920er und frühen 1930er Jahren, vornehmlich August Sander, Karl Blossfeldt und Albert Renger-Patzsch. Die Bechers selbst gelten als Vorreiter der deutschen Konzeptfotografie.[2]

Zu den aus der Düsseldorfer Photoschule hervorgegangenen Künstlern gehören, neben den Begründern, unter anderem Laurenz Berges, Boris Becker, Volker Döhne, Elger Esser, Claudia Fährenkemper, Bernhard Fuchs, Claus Goedicke, Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Simone Nieweg, Tata Ronkholz, Thomas Ruff, Jörg Sasse, Thomas Struth, Petra Wunderlich.[3]

„Das Label Becherklasse oder der Düsseldorfer Schule steht, auch im Hinblick auf die folgende Generation der Klassenmitglieder, für eine objektivierende photographische Sichtweise aus einer gewissen Distanz, die sich von dem journalistischen oder sich einer freieren Bildsprache bedienenden dokumentarischen Praktiken anderer deutscher Photographinnen und Photographen deutlich unterscheiden. In den 1990er Jahren gilt die Düsseldorfer Schule nach außen hin, in der Kontinuität der Neuen Sachlichkeit (Neues Sehen), gar als ein Synonym für die deutsche Fotografie schlechthin.“

Uta Grosenick/Thomas Seelig (Hrsg.): Photo Art. Fotografie im 21. Jahrhundert, DuMont, Köln 2007, S. 485.

„Blickt man auf die in jüngerer Zeit publizierten kritischen Stimmen, so scheint hinsichtlich der Arbeiten der „Becher-Klasse“ beides im selben Maße präsent: Ihre Bilder werden gleichermaßen bewundert wie abgelehnt, ebenso emphatisch besprochen wie skeptisch infrage gestellt. Sie provozieren Reaktionen und stimulieren Kommentare, die eines in auffallender Weise nicht kennen: Gleichgültigkeit.“

Steffen Siegel: Große Bilder und kleine. Die Fotografien der Becher-Klasse im Rückspiegel. In: Martin Engler (Hg.): Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse, Hirmer Verlag, München 2017, S. 168–177, hier S. 170.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Engler (Hg.): Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse. Hirmer Verlag, München 2017, ISBN 978-3-7774-2773-7.
  • Stefan Gronert: Die Düsseldorfer Photoschule. Photographien 1961–2008. Schirmer/Mosel, München 2009, ISBN 978-3-8296-0291-4.
  • Werner Lippert, Christoph Schaden (Hg.): Der Rote Bulli. Stephen Shore und die Neue Düsseldorfer Fotografie, NRW-Forum, Düsseldorf 2010.
  • Jean-Hubert Martin, Rupert Pfab: heute bis jetzt. Zeitgenössische Fotografie aus Düsseldorf, 2 Bde., Schirmer/Mosel, München 2002, ISBN 3-8296-0052-6.
  • Rupert Pfab: Studien zur Düsseldorfer Fotografie. Die frühen Akademieschüler von Bernd Becher, VDG, Weimar 2001, ISBN 3-89739-201-1.
  • Maren Polte: Klasse Bilder. Die Fotografieästhetik der „Becher-Schule“, Gebr. Mann, Berlin 2012, ISBN 978-3-7861-2655-3.
  • Armin Zweite, Fabrice Hergott (Hg.): Objectivités. La photographie à Düsseldorf, Paris 2008, ISBN 978-3-8296-0403-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bechers und ihre Schüler. Webseite vom 10. März 2005 im Portal arte.tv, abgerufen am 10. Mai 2014
  2. Artikel Bernd Becher im Portal mitpress.mit.edu, abgerufen am 10. Mai 2014
  3. Werner Lippert, Christoph Schaden (Hg.): Der Rote Bulli. Stephen Shore und die Neue Düsseldorfer Fotografie, NRW-Forum, Düsseldorf 2010, S. 332–333.