DALY

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Disability-adjusted life years pro 100.000 Einwohner im Jahr 2004.[1]
  • keine Daten
  • weniger als 9250
  • 9250–16000
  • 16000–22750
  • 22750–29500
  • 29500–36250
  • 36250–43000
  • 43000–49750
  • 49750–56500
  • 56500–63250
  • 63250–70000
  • 70000–80000
  • mehr als 80000

DALY ist eine Abkürzung aus dem Englischen mit der Bedeutung disability-adjusted life years oder auch disease-adjusted life years (lost). Sie wird im Bereich der Medizin, Soziologie und Ökonomie verwendet.

Das DALY-Konzept wurde erstmals 1993 im Weltentwicklungsbericht (World Development Report) von der Weltbank präsentiert. Mit diesem Konzept soll die Bedeutung verschiedener Krankheiten auf die Gesellschaft gemessen werden. Auch soll die Effizienz von Vorbeugung und Behandlung messbar werden.

Mit DALY soll nicht nur die Sterblichkeit, sondern auch die Beeinträchtigung des normalen, beschwerdefreien Lebens durch eine Krankheit erfasst werden und in einer Maßzahl summiert werden.

Von den Originalautoren wurde die Zahl der verlorenen Lebensjahre durch vorzeitigen Tod kombiniert mit dem Verlust an Lebenszeit durch Behinderung. Letzterer wird auch als verlorene Lebensjahre berechnet, multipliziert mit einem bestimmten Faktor je nach Höhe der Behinderung.

Die Globale Krankheitslast-Studie (Global Burden of Disease – GBD) entwickelte für das Maß „Lebensqualität“ einen negativen Behinderungsindex, der bei hohen Werten eine niedrige Lebensqualität beschreibt: das behinderungsbereinigte Lebensjahr (Disability-Adjusted Life Year, DALY). Ein besonderer Vorteil des DALY ist der mögliche länder- und kulturübergreifende Einsatz. Es misst Gesundheitslücken und „beschreibt den Unterschied zwischen einer tatsächlichen Situation und einer idealen Situation, in der jede Person bei voller Gesundheit bis zu dem Alter lebt, das den Standardwerten der Lebenserwartung entspricht“.

Berechnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine global geltende Standard-Lebenserwartung ist, basierend auf der Lebenserwartung von Japanern, mit 80 Jahren für Männer und 82,5 Jahren für Frauen festgelegt. Die mit einer Behinderung gelebte und die durch vorzeitigen Tod verlorene Lebenszeit wird im DALY kombiniert: durch vorzeitigen Tod verlorene Lebensjahre (YLL) entsprechen im Wesentlichen der Anzahl von Todesfällen multipliziert mit der verbliebenen Lebenserwartung in dem Alter, in dem der Tod vorzeitig eintritt. Doch wird nicht nur die Sterblichkeit sondern auch die Beeinträchtigung des normalen, beschwerdefreien Lebens durch eine Krankheit durch das DALY erfasst und in einer Maßzahl zusammengerechnet:

,

wobei:
YLL: Years of Life lost: durch vorzeitigen Tod verlorene Lebensjahre und
YLD: Years lived with Disease/Disability: mit Krankheit/Behinderung gelebte Lebensjahre.

Genauer ist:


mit:
N: Anzahl der Todesfälle
L: verbliebene Lebenserwartung im Sterbealter (in Jahren)

Und:


mit:
I: Anzahl der Fälle
DW: Schwere der Krankheit/Behinderung
L: durchschnittliche Dauer der Krankheit/Behinderung bis zur Heilung oder bis zum Tod (in Jahren)

Die DALYs in Zahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die komplette Krankheitslast der Menschheit nach dem DALY-Konzept beträgt 1,4 Milliarden verlorene Lebensjahre, das entspricht 259 verlorene Lebensjahre pro 1000 Einwohnerjahre.

Die Zahl ermöglicht einen Ländervergleich:

  • Entwickelte Länder 117 DALY Verlust / 1000 Einwohnerjahre
  • China 178 / 1000
  • Indien 344 / 1000
  • Einige Länder Afrikas 574 / 1000

Die Zahl erlaubt auch einen Vergleich der sozialen Bedeutung bestimmter Krankheiten:

  • Aids 30 Millionen verlorene Lebensjahre entsprechend 2,2 % aller DALYs
  • TBC 46 Millionen verlorene Lebensjahre entsprechend 3,4 % aller DALYs.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WHO Disease and injury country estimates. World Health Organization, 2009, abgerufen am 6. Januar 2013.