DAMS

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DAMS oder Driot-Arnoux Motorsport ist ein französisches Rennsportteam, das 1988 von Jean-Paul Driot und dem früheren Formel-1-Rennfahrer René Arnoux gegründet wurde.[1] Das Team hat seinen Sitz in Le Mans und ist derzeit in der FIA-Formel-2-Meisterschaft, der GP3-Serie, der World Series Formel V8 3.5 sowie der FIA-Formel-E-Meisterschaft aktiv.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr nach seiner Gründung startete das Team in der Formel 3000 und blieb dort bis 2001. DAMS war eines der vielen französischen Teams, die am Elf-Nachwuchsprogramm für junge Fahrer teilnahmen. Neben dem Engagement in der Formel 3000 versuchte das Team 1995 mit einem von Reynard Motorsport entwickelten Auto den Einstieg in die Formel 1, scheiterte aber aus finanziellen Gründen.[1]

Von 1997 bis 2001 war DAMS auch im Sportwagen-Bereich aktiv.

Ab 2006 nahmen Fahrer des Toyota-Nachwuchsprogramms in Fahrzeugen von DAMS an der GP2-Serie teil. Seit 2016 geht das Team zudem in der GP3-Serie[2] an den Start.

Formel 3000 und GP2-Serie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jérôme D’Ambrosio im Auto von DAMS während der GP2-Serie 2008

In der Formel 3000 gewann das Team mehrfach die Meisterschaft: 1990 mit Érik Comas, 1992 mit Olivier Panis und 1994 mit Jean-Christophe Boullion. In den dreizehn Jahren von 1989 bis 2001 gewann DAMS in der Formel 3000 viermal die Teamwertung, drei Fahrertitel, holte 21 Siege und 19 Pole-Positionen und fuhr 19 schnellste Runden. DAMS gehört damit zusammen mit Super Nova Racing und Arden International zu den erfolgreichsten Teams dieser Rennserie.

Stéphane Richelmi beim Sprintrennen der GP2-Serie in Spa-Francorchamps 2013

In der GP2-Serie, der Nachfolgeserie der Formel 3000, fährt DAMS seit der ersten Saison 2005 und konnte mit dem Fahrer José María López im Debutjahr ein Rennen gewinnen. Als Teil des Toyota-Nachwuchsprogramms fuhr seit 2006 jeweils ein geförderter Fahrer für DAMS. 2006 war dies Franck Perera und 2007 Kazuki Nakajima, der Sechster der Gesamtwertung wurde und das letzte Formel-1-Rennen der Saison in Brasilien für Williams F1 bestritt. Zweiter Fahrer war 2007 Nicolas Lapierre. 2008 fuhr DAMS mit Jérôme D’Ambrosio und Kamui Kobayashi, der auch Testfahrer des Formel-1-Teams Toyota war.[3]

A1 Grand Prix und Formel Renault[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003 und 2004 nahm DAMS am Formel Renault V6 Eurocup teil und gewann im zweiten Jahr mit José María López. 2005 startete das Team in der Formel Renault 3.5.

Ab 2005 stellte DAMS im A1 Grand Prix den Rennstall für mehrere Teams: A1 Team Frankreich (2005/2006 bis 2008/2009), A1 Team Schweiz (2005/2006), A1 Team Mexiko (2005/2006 und 2006/2007) und A1 Team Südafrika (2006/2007 und 2007/2008). Mit dem Team Frankreich war DAMS nach Siegen in 13 von 22 Rennen erster Sieger dieser Rennserie.

Sportwagenrennen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1997 erfolgte in Partnerschaft mit dem Team Panoz der Einstieg in die FIA-GT-Meisterschaft. Nach der Trennung von Panoz ging DAMS im folgenden Jahr in der FIA-Sportwagen-Meisterschaft an den Start und gewann vier Rennen. Außerdem fuhr das Team in der American Le Mans Series und bei den 24 Stunden von Le Mans.

2000 und 2001 arbeitete DAMS mit General Motors zusammen. Starts in der American Le Mans Series, der FIA Sportwagen-Meisterschaft und bei den 24 Stunden von Le Mans blieben jedoch ohne zählbares Ergebnis.

2002 fuhr DAMS erneut bei den 24 Stunden von Le Mans. 2003 wollte das Team mit zwei Nissan 350Z in die FIA-GT-Meisterschaft zurückkehren; Geldmangel verhinderte jedoch die weitere Entwicklung der Autos. 2004 schloss DAMS sich mit Lamborghini zusammen und trat mit zwei Murciélago R-GT-Autos in den letzten Runden der FIA-GT-Meisterschaft an.

Formel E[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 stieg der Rennstall als e.dams in die neugegründete FIA-Formel-E-Meisterschaft ein. DAMS kooperiert in der Formel E mit Renault und Alain Prost.[4] Als Fahrer gingen sein Sohn Nicolas Prost und Sébastien Buemi an den Start. In der Debütsaison gelang es dem Team, sich bereits nach dem elften von zwölf Rennen den Meistertitel zu sichern, Buemi wurde zudem mit nur einem Punkt Rückstand Vizemeister hinter Nelson Piquet junior.

Am Ende der Saison gab Renault bekannt, als offizieller Hersteller in die FIA-Formel-E-Meisterschaft einzusteigen und den Antrieb für das nun Renault e.dams genannte Team zu entwickeln.[5][6] Das Team trat mit den gleichen Fahrern an und gewann erneut die Teamwertung, Buemi wurde erstmals Meister.

Auch in der dritten Saison starteten Buemi und Prost für Renault e.dams. Das Team errang zum dritten Mal in Folge den Titel in der Teamwertung. Buemi gewann sechs der zwölf Rennen, musste sich in der Fahrerwertung aber knapp Lucas di Grassi geschlagen geben und wurde Vizemeister.

Vor der vierten Saison gab das Team bekannt, die Fahrerverträge mit Buemi und Prost für zwei weitere Jahre verlängert zu haben.[7]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelergebnisse in der FIA-Formel-E-Meisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrer Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Punkte Rang
FIA-Formel-E-Meisterschaft 2014/15 China VolksrepublikVolksrepublik China BEI MalaysiaMalaysia PUT UruguayUruguay PUN ArgentinienArgentinien BUE Vereinigte StaatenVereinigte Staaten MIA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten LBH MonacoMonaco MON DeutschlandDeutschland BER RusslandRussland MOS Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich LON 232 1.
FrankreichFrankreich Nicolas Prost 08 *12* 4 7 2 1 14 6 10 8 7 10
SchweizSchweiz Sébastien Buemi 09 DNF 3 1 DNF 13 4 1 ° ° 1 °
FIA-Formel-E-Meisterschaft 2015/16 China VolksrepublikVolksrepublik China BEI MalaysiaMalaysia PUT UruguayUruguay PUN ArgentinienArgentinien BUE MexikoMexiko MEX Vereinigte StaatenVereinigte Staaten LBH FrankreichFrankreich PAR DeutschlandDeutschland BER Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich LON 270 1.
FrankreichFrankreich Nicolas Prost 08 DNF 10 5 5 3 11 4 4 1 1
SchweizSchweiz Sébastien Buemi 09 1 12 1 2 2 *16* 3 1 ° °DNF°
FIA-Formel-E-Meisterschaft 2016/17 HongkongHongkong HKG MarokkoMarokko MAR ArgentinienArgentinien BUE MexikoMexiko MEX MonacoMonaco MON FrankreichFrankreich PAR DeutschlandDeutschland BER Vereinigte StaatenVereinigte Staaten NYC KanadaKanada MTR         268 1.
FrankreichFrankreich Nicolas Prost 08 4 4 4 5 9 5 5 8 8 6 6 DNF        
SchweizSchweiz Sébastien Buemi 09 ° ° ° °13° ° ° °DSQ° °     °DSQ° °11°        
FrankreichFrankreich Pierre Gasly                 7 4            
FIA-Formel-E-Meisterschaft 2017/18 HongkongHongkong HKG MarokkoMarokko MAR ChileChile SAN MexikoMexiko MEX BrasilienBrasilien SAO ItalienItalien ROM FrankreichFrankreich PAR DeutschlandDeutschland BER SchweizSchweiz ZÜR Vereinigte StaatenVereinigte Staaten NYC KanadaKanada MTR     0
FrankreichFrankreich Nicolas Prost 08    
SchweizSchweiz Sébastien Buemi 09    

(Legende)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Team-Geschichte (engl.) www.dams.fr
  2. http://www.motorsport-total.com/formelsport/news/2015/10/dams-steigt-in-die-gp3-serie-ein-15100102.html
  3. Toyota verpflichtet Kobayashi als neuen dritten Fahrer motorsport-total.com vom 16. November 2007
  4. Norman Fischer: Formel E: Prost und DAMS formen e.dams. Motorsport-Total.com, 24. Oktober 2013, abgerufen am 13. Februar 2014.
  5. Norman Fischer: Offizieller Hersteller: Renault bekennt sich zur Formel E. Motorsport-Total.com, 2. Juli 2015, abgerufen am 30. Juli 2015.
  6. Season two team names confirmed. FIAFormulaE.com, 29. Juli 2015, abgerufen am 30. Juli 2015 (englisch).
  7. Tobias Bluhm: Formel E: Renault e.dams verlängert Verträge mit Buemi & Prost. e-Formel.de, 9. Juni 2017, abgerufen am 30. Oktober 2017.