DB-Baureihe 424

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DB-Baureihe 424/434
DB-Baureihe 424/434
DB-Baureihe 424/434
Nummerierung: 001/501–040/540
Anzahl: 40 Einheiten
Hersteller: Adtranz/Bombardier, Siemens
Baujahr(e): 1999–2000
Achsformel: Bo’(Bo’)(2’)(Bo’)Bo’
(je zwei Wagen)
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 67.500 mm
Höhe: 3.750 mm
Breite: 2.840 mm
Drehzapfenabstand: 15.370 mm (Drehgestell 1-2/4-5)
15.505 mm (Drehg. 2-3-4)
Drehgestellachsstand: 2.200 mm (End-Drehg.)
2.700 mm
Leermasse: 114,0 t
Dienstmasse: 137,0 t
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Stundenleistung: 2350 kW
Anfahrzugkraft: 150 kN
Beschleunigung: 1,0 m/s²
Bremsverzögerung: 140 kN
Treibraddurchmesser: 850 mm / 780 mm
Laufraddurchmesser: 850/780 mm
Motorentyp: 1TB1724 0GA02
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz AC
Stromübertragung: Oberleitung
Kupplungstyp: Scharfenbergkupplung Typ 10
Sitzplätze: 206
Stehplätze: 246
Fußbodenhöhe: 798 mm

Die Elektro-Triebwagen der Baureihe 424 wurden für die von der DB Regio betriebene S-Bahn Hannover konzipiert und sind nur dort im Einsatz.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Baureihe 424 ist identisch mit der Baureihe 425. Die Unterschiede zur ersten 425-Serie sind:

  • stufenlose Einstiege mit ausfahrbarer Trittstufe zur Spaltüberbrückung
  • kein Rollstuhlhublift vorhanden, da nicht benötigt
  • die im 425 vorhandene Laufwerksüberwachung wurde im 424 nicht realisiert, daher darf der 424 auch LZB-geführt nur 140 km/h fahren.
Führerstand der Baureihe 424

Die Baureihe 425 der zweiten, vierten und fünften Bauserie haben ebenfalls die Einstiege mit ausfahrbarer Trittstufe erhalten, wurden jedoch nicht als 424 bezeichnet. Wie der 425 besteht der 424 aus vier Segmenten, geführt vom Endtriebwagen 1 mit der Baureihenbezeichnung 424.0, den beiden Mitteltriebwagen 2 und 3 mit der Bezeichnung 434.0 und 434.5 sowie dem Endtriebwagen 4 mit der Baureihenbezeichnung 424.5. Die Wagenkästen ruhen auf fünf Drehgestellen, davon zwei Enddrehgestelle und drei Jakobsdrehgestelle, wobei das mittlere Drehgestell weder angetrieben noch gebremst wird. Die Fahrzeuge der Baureihe 424 lassen sich nicht nur untereinander kuppeln, sondern auch zu gemischten Mehrfachtraktionen mit 425 und 426 zusammenstellen. Es können maximal vier Triebzüge gekuppelt werden. Im Endtriebwagen 1 ist eine behindertengerechte Toilette eingebaut.

Im Gegensatz zu älteren S-Bahn-Systemen hat das Fahrzeug eine Fußbodenhöhe von nur 798 mm und bietet somit einen nahezu höhengleichen und mit der ausfahrbaren Trittstufen auch barrierefreien Zugang an 760 mm hohen Standard-Bahnsteigen. Die äußerlich ähnliche, technisch aber völlig anders aufgebaute S-Bahn-Baureihe 423 ist auf die höheren Bahnsteige in älteren S-Bahn-Netzen zugeschnitten. Die Fahrzeuge der Baureihen 424/434 haben (wie die Baureihe 425) je zwei Doppelschwenkschiebetüren pro Wagenkasten und Seite, während bei der Baureihe 423 drei Türen pro Wagenkasten und Seite vorhanden sind.

Nachdem die DB Regio nach der Ausschreibung der S-Bahn-Leistungen erneut mit der Betriebsführung beauftragt worden war, erhielten die Fahrzeuge 2010/11 Austauschsitze mit dickerer Sitzfläche.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fahrzeuge sollten gleichzeitig mit der Inbetriebnahme des neuen S-Bahnnetzes Hannover im Jahr 2000 in den Einsatz gehen, was jedoch durch technische Probleme verhindert wurde. Die unter dem Wagenkasten aufgehängten Transformatoren waren nicht ausreichend abgeschirmt und verursachten Funktionsstörungen an der netzseitigen Signal- und Sicherungstechnik. Während der EXPO 2000 wurden statt der Baureihe 424 von den S-Bahnen in München und Stuttgart ausgeliehene Fahrzeuge der Baureihe 423 eingesetzt. Nachdem die Probleme behoben worden waren, kamen nach der Expo die Fahrzeuge der Baureihe 424 zum Einsatz. Bei Großveranstaltungen wie der Hannover-Messe kommen zur Verstärkung Leihfahrzeuge der Baureihe 425 aus anderen Regionen zum Einsatz.

Später wurde der Fahrzeugbestand um sechs Fahrzeuge der Unterbaureihe 425.15 ergänzt, welche für den Einsatz auf der S 5 nach Paderborn mit Variotrittstufen ausgerüstet wurden. 2008 kamen weitere 13 Triebzüge der Baureihe 425.5 der fünften Bauserie (mit Spaltüberbrückung) für die Ausweitung der S-Bahn nach Hildesheim hinzu.

S-Bahn Triebwagen 424 037 benannt nach der Stadt Langenhagen

Seit 2003 werden einige Fahrzeuge nach Städten/Gemeinden im S-Bahn-Netz Hannover benannt. Bisher tragen 22 Triebzüge das Wappen und den Namen einer Gemeinde an beiden Enden:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Pabst: U- und S-Bahn-Fahrzeuge in Deutschland. 1. Auflage, GeraMond Verlag, München 2000, ISBN 3-932785-18-5
  • Daniel Riechers: S-Bahn-Triebzüge – Neue Fahrzeuge für Deutschlands Stadtschnellverkehr. 1. Auflage 2000, transpress Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-613-71128-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: DB-Baureihe 424 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien