DB-Baureihe 490

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DB-Baureihe 490
Mock-Up des 490
Mock-Up des 490
Nummerierung: 490 001–051 (Einsystem)
490 100–130 (Zweisystem)
Anzahl: 72 (davon 8 Vorserie)
Hersteller: Bombardier
Baujahr(e): 2013–2018
Achsformel: 2’Bo’+Bo’Bo’+Bo’2’
Bauart: Elektrotriebwagen
Spurweite: 1435 mm
Länge über Kupplung: 66.000 mm
Höhe: 3,760 m[1]
Breite: 3,014 m[1]
Drehgestellachsstand: 2,2 m
Dienstmasse: 128 t (490.0); 135 t (490.1)
Höchstgeschwindigkeit: Einsystem: 100 km/h
Zweisystem: 140 km/h
Dauerleistung: 8 × 200 kW
Stromsystem: 1200 V = / 15 kV 16,7 Hz ~ (nur 490.1)
Stromübertragung: Stromschiene / Oberleitung (nur 490.1)
Anzahl der Fahrmotoren: 8
Betriebsart: S-Bahn
Kupplungstyp: Scharfenbergkupplung
Sitzplätze: 172 + 18 Klappsitze[1]
Stehplätze: 279[1]
Fußbodenhöhe: 1020 mm
Klassen: 2. Klasse
Besonderheiten: Klimaanlage vorhanden

Bei der Baureihe 490 handelt es sich um Elektrotriebwagen speziell für das Hamburger S-Bahn-Netz. Neben Einheiten für das 1200-V-Gleichstromnetz werden auch Zweisystemfahrzeuge beschafft, die zusätzlich im mit 15 kV Wechselspannung bei 16,7 Hz elektrifizierten Fernbahnnetz verkehren können.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Planung und Fertigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des neuen Verkehrsvertrages der S-Bahn Hamburg sollen die Züge der DB-Baureihe 472 durch Neubaufahrzeuge ersetzt werden. Im Juni 2013 gewann Bombardier die Ausschreibung bzw. erhielt den Auftrag zur Fertigung von zunächst 60 Einheiten.[1] Im Januar 2016 besuchte S-Bahn-Vorstand Kay-Uwe Arnecke zusammen mit Pressevertretern die Fertigungshallen des Herstellers Bombardier in Hennigsdorf bei Berlin.[2]

Probebetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Oktober 2016 fahren die Vorserienzüge im Probebetrieb durch das Hamburger S-Bahnnetz.[3]

Fahrgastbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach erfolgreicher Zulassung sollte der Probebetrieb mit Fahrgästen im Frühjahr 2018 auf allen S-Bahnlinien beginnen.[4] Im April 2018 wurden in den Fahrzeugen der Baureihe 474 und an öffentlichen Plakatwänden Plakate mit Abbildung der neuen Baureihe 490 und der Aufschrift: „Öffnet bald die Türen: Hamburgs neustes Wahrzeichen. Der neue ET 490 kommt. So läuft’s in Hamburg.“ plakatiert. Der Fahrgasteinsatz startete mit den ersten beiden zugelassenen Einheiten am 24. Mai 2018.

Seitdem verkehren die neuen Züge größtenteils auf der Linie S21. Zum Teil kommt sie auch auf der Linie S3 zum Einsatz. Noch bis zum Dezember 2018 sollten rund 60 Züge der neuen S-Bahn unterwegs sein. Anfang Oktober 2018 wurde bekannt, dass sich die Auslieferung von 50 Zügen bis voraussichtlich Mitte 2019 verzögern wird.[5] Die Fahrzeuge sollen primär die Baureihe 472 auf den Linien S21 und S2 ersetzen.[4]

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Einsatz auf der S21 nach Kaltenkirchen, auf der S4 nach Bad Oldesloe und für die Verstärkerlinie S32 können weitere Fahrzeuge bestellt werden.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um dreiteilige Triebzüge, deren Endwagen jeweils über einen Führerstand mit Crash-Absorbern verfügen. Alle Wagen verfügen beidseitig über drei Einstiegstüren, die Endwagen zusätzlich über je eine Tür am Führerstand. Die Mittelwagen und zusätzlich die dem Mittelwagen zugewandten Drehgestelle der Endwagen sind angetrieben. Die Hochspannungsausrüstung ist im Mittelwagen untergebracht. Der Haupttransformator befindet sich unterflur in zwei Bodenwannensegmenten.

Die Einholmstromabnehmer für Wechselstrom sind auf dem Mittelwagen angeordnet, die Stromabnehmer für Gleichstrom seitlich an den Drehgestellen in den Endwagen.

Als erste Fahrzeuge der Hamburger S-Bahn verfügt die Baureihe 490 über eine Klimaanlage.

Zudem verfügt die Baureihe 490 über ein modernes Fahrgastinformationssystem. Über vier Monitore pro Wagen sind die nächsten Stationen zu sehen und die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. In den Zügen gibt es neue Ansagen. An den größeren Bahnhöfen wird die Linie und das Zugziel sowohl im Fahrzeug als auch außen auf dem Bahnsteig auf Deutsch und Englisch durchgesagt. Über vier Kameras pro Wagen in der Decke erfolgt die Videoüberwachung.

Gestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Triebwagen sind verkehrsrot lackiert, an der Dachkante und oberhalb der Bodenwanne ein weißer Zierstreifen, die Fahrgasttüren sind weiß abgesetzt. Die Fensterpartie an der Stirnfront ist schwarz gehalten, umrahmt von einen silberfarbenen "H" für Hamburg. Für die Gestaltung der Baureihe 490 gewann der Hersteller Bombardier den Designpreis Brandenburg[6] und den German Design Award 2015.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Hörstel: Moin Hamburg! Ich bin der Neue... In: eisenbahn-magazin. Nr. 10, 2018, ISSN 0342-1902, S. 38–43.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: DB-Baureihe 490 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Electric Multiple Unit Class 490, Hamburg, Germany. In: bombardier.com. Bombardier, abgerufen am 13. Februar 2018 (englisch).
  2. Hallo und Willkommen: Unser neuer ET 490! In: s-bahn.hamburg. S-Bahn Hamburg GmbH, 24. Februar 2017, abgerufen am 13. April 2018.
  3. ET 490 – Hamburgs neue S-Bahn. In: dt5online.de. DT5 Online, 12. April 2018, abgerufen am 13. April 2018.
  4. a b Neue S-Bahn-Züge: Probebetrieb mit Fahrgästen steht bevor. In: nahverkehrhamburg.de. Nahverkehr Hamburg, 13. April 2018, abgerufen am 13. April 2018.
  5. Ulrich Gaßdorf: Neue S-Bahnen kommen später – wegen Lieferschwierigkeiten. (abendblatt.de [abgerufen am 12. Oktober 2018]).
  6. Die Gewinner des Designpreises Brandenburg 2015 stehen fest Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, 18. November 2015, abgerufen am 16. November 2015