DB-Baureihe E 320

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DB-Baureihe E 320 / 182
182 021 im Heimat-Bw Saarbrücken im Jahre 1982
182 021 im Heimat-Bw Saarbrücken im Jahre 1982
Nummerierung: E 320 01, 11, 21;
ab 1968: 182 001, 011, 021
Anzahl: 3
Hersteller: AEG, Krupp
Baujahr(e): 1960
Ausmusterung: 1982
Achsformel: Bo’Bo’
Länge über Puffer: 16.440 mm
Dienstmasse: 82 t
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Stundenleistung: 2760/ 2488/ 2550* kW
Dauerleistung: 2460/ 2320/ 2340* kW
Anfahrzugkraft: 30600/ 28000/ 28000* kp
Stromsystem: 15 kV 16⅔ Hz ~
25 kV 50 Hz ~
Bauart Fahrstufenschalter: 182 001: Niederspannungsschaltwerk MHS 1 von AEG mit 2 Flachbahnwählern mit hydraulisch betätigtem Wählerkontakt, 2 Lastschalter und 2 Transduktoren

182 011: NO 32 von BBC mit Rundwähler, 3 Lastschalter und Überschaltwiderstand

182 021: W 40 SL von SSW mit Rundwähler, Sprunglastschalter und Überschaltwiderstand

Lokbremse: el. Widerstandsbremse

Die Elektrolokomotiven der Baureihe E 320, ab 1968 Baureihe 182 der Deutschen Bundesbahn, waren Zweifrequenzlokomotiven, die für den grenzüberschreitenden Verkehr nach Frankreich und Luxemburg für zwei verschiedene Oberleitungsspannungen ausgerüstet waren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühen Jahrzehnte der Bundesbahn waren geprägt von der forcierten Elektrifizierung des Streckennetzes, die Anfang der 1960er auch das Saarland erreichte. Schon damals begann sich auch der grenzüberschreitende Schienenverkehr zu formen, der aber durch die unterschiedlichen Oberleitungsspannungen in Frankreich und den Benelux-Staaten zeit- und arbeitsintensive Lokwechsel in den Grenzbahnhöfen erforderte. Aus diesem Grund vergab die Bundesbahn 1957 den Auftrag an AEG, BBC und Siemens/SSW, den elektrischen Teil für eine Lokomotive zu entwickeln, die ihren Fahrstrom aus dem deutschen und dem nordfranzösischen bzw. luxemburgischen Bahnstromsystemen beziehen konnte. Der Fahrzeugteil sollte auf den bewährten Lokkasten der E 10 / E 40 beruhen, daher auch das gleiche Aussehen.

1960 wurden die Lokomotiven E 320 01, 11 und 21 von den drei großen Elektronikfirmen mit Ausrüstung für das deutsche und französische Wechselstromsystem geliefert und vorwiegend auf der Strecke Saarbrücken–Forbach eingesetzt. 1968 wurden sie in Baureihe 182 umgezeichnet.

Die (zu diesem Zeitpunkt bereits ausgemusterte) 182 001 wurde Anfang 1983 als erstes komplettes Triebfahrzeug auf dem Rollenprüfstand München-Freimann erprobt.[1]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lokomotiven mit der Achsfolge Bo’Bo’ laufen auf zwei zweiachsigen Drehgestellen. Jede Achse wird durch einen eigenen Fahrmotor angetrieben. Die Kraftübertragung erfolgt mittels Tatzlagerantrieb. Durch die Beauftragung von drei Herstellern für den elektrischen Teil wichen die Leistungen der drei Maschinen leicht voneinander ab.

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

182 001 als AEG Versuchsträger

Bis 1983 wurden die Maschinen von Saarbrücken aus vorwiegend nach Forbach (Moselle) (F) eingesetzt, dann wurde auch die letzte von ihnen ausgemustert.

Die 182 001 wurde 1981 an die AEG verkauft und diente bis Ende der 1980er Jahre als Versuchsträger. Als solcher wurde sie Anfang der 80er Jahre auf der S27 in München im Wendezugbetrieb eingesetzt. Sie erhielt dabei einen neuen Anstrich in rot/beige. Da in einem Führerstand zahlreiche Messgeräte aufgebaut waren, war nur noch ein Führerstand in seiner eigentlichen Funktion verfügbar. Die 182 001 wurde daher immer mit einem Steuerwagen gekuppelt.

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausmusterungsdaten:

  • 182 001: 30. Juni 1977
  • 182 011: 26. Oktober 1978
  • 182 021: 1. Oktober 1982

Die 182 001 steht zur Zeit abgestellt im DB Museum Koblenz. Dort wurde sie 2013 optisch aufgearbeitet und trägt jetzt den rot/beigen Anstrich der 80er Jahre. Die 182 011 wurde 1983/84 in München-Freimann verschrottet, die 182 021 wurde 1983 im Aw Kassel zerlegt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: DB-Baureihe E 320 – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erstmals Versuche mit einer Lokomotive auf der Versuchsanlage Rollenprüfstand. In: Die Bundesbahn, 5/1983, S. 338 f.