DB Fernverkehr

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DB Fernverkehr AG
Db-bahn.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1. Januar 1999
Sitz Frankfurt am Main, Deutschland

Leitung

  • Berthold Huber (Vorsitzender)
  • Ulrike Haber-Schilling (Personal)
  • Wolfgang Heinrichs (Finanzen)
  • Andreas Busemann (Produktion)
  • Manuel Rehkopf (Marketing)[1]
Mitarbeiter 15.947 (Vollzeitäquivalente, 2012)[2]
Umsatz 4,074 Mrd. EUR (2012)[2]
Branche Eisenbahn
Website DB Fernverkehr AG
Firmensitz von DB Fernverkehr in Frankfurt am Main

Die DB Fernverkehr AG ist ein Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) für den Schienenpersonenfernverkehr. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in Frankfurt am Main, im Bürogebäude der ehemaligen Hauptverwaltung der Deutschen Bahn AG. Sie ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der DB Mobility Logistics AG[1].

Produkte[Bearbeiten]

Die DB Fernverkehr erbringt nationale und europaweite Fernverkehrsleistungen.[1] Zuggattungen, die von der DB Fernverkehr betrieben werden, sind die ICE, InterCity- und EuroCity-Züge. Das Unternehmen betreibt rund 1.300 Züge pro Tag (Stand 2010).[3] Unter dem Markennamen IC Bus werden auch fünf Fernbus-Linien eingesetzt.

Logo IC Bus

Fuhrpark[Bearbeiten]

Um diese Züge zu fahren, besitzt DB Fernverkehr einen umfangreichen Fuhrpark an Rollmaterial. Neben 2057 Reisezugwagen (Stand 2010)[3] stehen folgende Fahrzeug-Baureihen zur Verfügung:

ICE 3, Flaggschiff des DB Fernverkehrs

Elektrolokomotiven:

Zudem kommen auch Lokomotiven der DB-Baureihe 180 zum Einsatz.

Diesellokomotiven:

Daneben werden Loks der Baureihe 110, 111, 218 von DB Regio und Loks der Baureihe 232 von DB Schenker Rail Deutschland verwendet, um IC oder EC-Züge zu bespannen.

ICE und elektrische Triebzüge:

Dieseltriebwagen:

Tochtergesellschaften[Bearbeiten]

Für den Betrieb von Auto- und Nachtreisezügen wurde die Tochtergesellschaft DB AutoZug GmbH mit Sitz in Dortmund gegründet. Per 1. Oktober 2013 wurde die DB AutoZug GmbH mit der DB Fernverkehr verschmolzen.

Wirtschaftliche Situation[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu ihrer Konzernschwester DB Regio arbeitet DB Fernverkehr eigenwirtschaftlich.

Nach einem operativen Ergebnis (EBIT) von 364 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2012, kündigte das Unternehmen im August 2013 an, in Folge des Hochwassers 2013 dieses Ergebnis nicht mehr zu erreichen.[4]

In Deutschland gibt es nur wenige Unternehmen, die Fernverkehrszüge auf eigene Rechnung betreiben, so dass DB Fernverkehr nahezu ohne Konkurrenz arbeiten kann. Zurzeit (Stand: 2012) gibt es im innerdeutschen Personenfernverkehr drei weitere Unternehmen, die einen regelmäßigen Fernverkehr anbieten:

Bis Ende September 2012 hatte auch die Vogtlandbahn mit dem Vogtlandexpress (Plauen(Vogtland)ZwickauChemnitzRiesaBerlin) ein Fernverkehrsangebot. Die Verbindung wurde aber mittlerweile auf Busverkehr umgestellt.

Im Fahrplanjahr 2006 (Dezember 2005 bis Dezember 2006) erbrachten die ersten drei Wettbewerber eine Leistung von 820.000 Zugkilometern (Vorjahr: 690.000 Zug-km)[5]

Kundenstruktur[Bearbeiten]

Geschäftsreisende unternehmen jährlich rund 10,7 Millionen Reisen mit DB Fernverkehr. Ihr Anteil am Gesamtumsatz liegt bei rund 20 Prozent. Nach Angaben des Unternehmens nahm der Umsatz mit Geschäftsreisenden im Jahr 2007 um zehn Prozent zu.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen ging als DB Reise & Touristik AG zum 1. Januar 1999 im Rahmen der zweiten Stufe der Bahnreform aus dem Unternehmensbereich Fernverkehr der Deutschen Bahn AG hervor.[7] Es firmierte bis 2003 unter dieser Bezeichnung.

2001 wurde beschlossen, alle Reisezugwagen des Fernverkehrs äußerlich an die Farbgebung der ICE-Züge anzupassen (lichtgrau mit rotem Streifen).[8] Die Neulackierung habe laut einem Insiderbericht rund 300 Millionen DM gekostet.[9]

Mitte Januar 2001 kündigte das Unternehmen an, mit Investitionen in Höhe von zwei Milliarden DM einen einheitlichen Komfort- und Qualitätsstandard auf ICE-Niveau schaffen zu wollen. Dazu wurden unter anderem 28 zusätzliche ICE T (rund 800 Mio. DM) und 13 weitere ICE 3 (rund 500 Mio. DM) beschafft sowie die Modernisierung von 117 lokbespannten IC-Garnituren (500 Mio. DM) in Aussicht gestellt.[10]

Von 2009 bis 2012 reduzierte das Unternehmen seine Sitzplatzkapazität um 4 Prozent. Mitte 2012 lag die durchschnittliche Auslastung der Züge bei 48,1 Prozent und damit drei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Zahl der Reisenden nahm im 1. Halbjahr 2012 im Jahresvergleich um mehr als 5 Prozent auf 63,3 Millionen zu.[11]

2012 beförderte das Unternehmen 131,3 Millionen Reisende und erbrachte dabei eine Verkehrsleistung von 37,357 Milliarden Personenkilometern bei einer Betriebsleistung von 145,1 Millionen Trassenkilometern. Die Auslastung der Züge lag bei 50,3 Prozent.[2]

Erneuerung des Fahrzeugparks[Bearbeiten]

Nachdem die ICE 1 bereits zwischen 2005 und 2008 einem umfangreichen Redesign unterzogen wurden, erfolgte vom 2011 bis 2013 auch eine Modernisierung aller ICE 2 Einheiten. Voraussichtlich ab 2015 werden auch die ICE T ebenfalls ein Redesign erhalten.[12]

Zur Erweiterung des Fahrzeugparks hat die DB insgesamt 16 neue ICE 3 bestellt. Diese als Baureihe 407 bezeichneten Züge sollten ursprünglich zwischen 2012 und 2013 an die DB ausgeliefert werden. Durch Lieferschwierigkeiten beim Hersteller hat sich dies verzögert. Weiterhin wurden 135 Doppelstockwagen für den Intercity-Verkehr bestellt. Diese bilden 27 Züge mit jeweils 5 Wagen. Für diese Züge wurden auch neue Lokomotiven der Baureihe 146.2 bestellt. Dieser Auftrag hat einen Gesamtwert von rund 360 Mio. Euro. Der Einsatz ist ab Dezember 2013 vorgesehen.

Mit dem Vertragsabschluss zum Bau des ICx hat die DB eine der größten Verträge ihrer Geschichte vergeben. Am 9. Mai 2011 wurde der Vertrag zwischen Siemens und der DB unterschrieben. Für rund 6,3 Milliarden Euro bestellte die DB 220 Züge, die ab 2016 zunächst sukzessive die Lok bespannten IC-Züge und später dann die ICE 1 und 2 ersetzen sollen.

Um die Zeit bis zur Auslieferung des ICx zu überbrücken, werden rund 770 Intercity-Wagen umgestaltet. In der Zeit von 2012 bis Ende 2014 werden die Wagen in den Werken Neumünster, Kassel und Nürnberg für rund 250 Millionen Euro umfassend modernisiert. Die Wagen sollen voraussichtlich bis 2023 eingesetzt werden.[13]

Sonstiges[Bearbeiten]

Zur DB Fernverkehr AG gehören auch die DB Lounges in den größeren Bahnhöfen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Firmenprofil DB Fernverkehr AG. Abgerufen am 29. Februar 2012.
  2. a b c  Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2012 (= Geschäftsbericht. 2012). 2012, S. 111, ZDB-ID 2117244-4 (http://www1.deutschebahn.com/file/3280422/data/2012_gb_dbkonzern.pdf).
  3. a b Deutsche Bahn, DB Mobility Logistics, Daten & Fakten 2010. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 29. Februar 2012 (PDF; 519 kB).
  4.  Die Bahn spart sich Sparpreise. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 193, 21. August 2013, ISSN 0174-4909, S. 16 (ähnliche Version online).
  5. Deutsche Bahn AG: Wettbewerbsbericht 2007 (PDF, 6,6 MB), S. 14 f.
  6. Das 300 Stundenkilometer schnelle Büro. In: DB Welt, Ausgabe November 2008, S. 3.
  7. Meldung Zweite Stufe der Bahnreform. In: Eisenbahn-Revue International, Ausgabe 1/2, 1998, ISSN 1421-2811, S. 2.
  8. Innovation - Wasserlacke 1986 - 2011. 2001. Westdeutsche Farbengesellschaft Brüche & Co. GmbH & Co. KG, abgerufen am 11. April 2012 (Diese Quelle belegt nur, dass es ein Vorhaben "Umlackierung Fernverkehr im ICE-Design" 2001 gab, nicht aber das dieses auch in dem Jahr beschlossen wurde.).
  9.  Transnet Gewerkschaft GdED (Hrsg.): inform. Nr. 4, April 2001, S. 10.
  10. Meldung Investitionsoffensive für den Fernverkehr. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 3/2001, ISSN 1421-2811, S. 98.
  11. Christian Schlesinger: Fahrgastrekord im Visier. In: Wirtschaftswoche, Nr. 47, 19. November 2012, S. 14.
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNeue Achsen für die ICE 3 sind da, aber... Der Mobilitätsmanager, 13. Februar 2011, abgerufen am 2011-02-29.
  13. Oliver Schumacher: Startschuss für die Modernisierung der Intercity-Wagen. DB Mobility Logistics AG, abgerufen am 5. Mai 2012.