DDR-Fußball-Oberliga 1952/53

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Saison 1952/53 war die vierte Auflage der DDR-Oberliga. Meister wurde die SG Dynamo Dresden, die sich im Entscheidungsspiel um die Meisterschaft (das nach Punktgleichheit notwendig wurde) mit 3:2 gegen die BSG Wismut Aue durchsetzte. Die Saison begann am 21. September 1952 und endete am 16. Juni 1953.

Vor der Saison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Oberliga seit ihrer Gründung innerhalb von zwei Jahren von 14 auf 19 Mannschaften angewachsen war, wurde sie zur Saison 1952/53 erstmals wieder verkleinert. Den vier Absteigern der Vorsaison standen mit Empor Lauter und Motor Jena nur zwei Aufsteiger gegenüber, womit die Spielklasse mit 17 Teams startete.

Namensänderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe der Saison wurden die SG Volkspolizei Dresden in SG Dynamo Dresden und die SV Vorwärts HVA Leipzig in SV Vorwärts KVP Leipzig sowie nach dem Umzug nach Berlin in SV Vorwärts KVP Berlin umbenannt.

Saisonverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst fand der Kampf um die Meisterschaft zwischen BSG Wismut Aue und Lokomotive Stendal statt, die dementsprechend nach der Hinrunde die ersten beiden Plätze belegten. Stendal konnte seine Form jedoch nicht weiter halten und wurde als zweitschlechteste Rückrundenmannschaft am Ende nur Elfter. Andersherum lief es beim Pokalsieger des Vorjahres SG VP Dresden, die nach der Angliederung an die neugeschaffene Sportvereinigung Dynamo nun Dynamo Dresden hieß. Nach einer schwachen Hinrunde (man wurde nur Achter) schloss Dynamo in der Rückrunde zu Wismut auf, was am Ende zu einer Punktgleichheit und einem Entscheidungsspiel um die Meisterschaft führte. Dieses konnte Dresden am 5. Juli 1953 vor 40.000 Zuschauern im Berliner Walter-Ulbricht-Stadion mit 3:2 für sich entscheiden.

Der Vorjahresmeister Turbine Halle hatte dagegen nichts mit der Meisterschaft zu tun und konnte sich erst am letzten Spieltag vorm drohenden Abstieg retten. Die Absteiger waren der Vorjahresaufsteiger Motor Jena sowie Motor Oberschöneweide, Wismut Gera und die vor zwei Jahren erst mit politischer Macht in die Oberliga gehobene SV Vorwärts Leipzig. Der Abstieg der Leipziger konnte auch durch die Delegierung vieler Spieler von Chemie Leipzig zu Vorwärts nicht verhindert werden. Die daraufhin in Leipzig äußerst unbeliebte Mannschaft wurde deshalb noch vor Saisonende nach Berlin umgesiedelt und dort als SV Vorwärts KVP Berlin neugegründet.

Mit dem Abstieg von Oberschöneweide und Vorwärts war die Oberliga zur Folgesaison erneut ohne Mannschaft aus Ost-Berlin.

Karte der DDR Fußballoberliga 1952–1953
Abschlusstabelle
Pl. Verein Sp. S U N Tore Quote Punkte
 1. SG Dynamo Dresden (P) *  32  15  8  9 051:330 1,55 38:26
 2. BSG Wismut Aue *  32  16  6  10 057:480 1,19 38:26
 3. BSG Motor Zwickau  32  16  5  11 054:430 1,26 37:27
 4. BSG Rotation Dresden  32  15  6  11 065:550 1,18 36:28
 5. BSG Stahl Thale  32  14  8  10 045:470 0,96 36:28
 6. BSG Motor Dessau  32  15  5  12 066:550 1,20 35:29
 7. BSG Turbine Erfurt  32  14  6  12 051:440 1,16 34:30
 8. BSG Chemie Leipzig  32  14  6  12 055:510 1,08 34:30
 9. BSG Aktivist Brieske-Ost  32  13  8  11 055:520 1,06 34:30
10. BSG Empor Lauter (N)  32  13  7  12 058:610 0,95 33:31
11. BSG Lokomotive Stendal  32  13  6  13 056:540 1,04 32:32
12. BSG Rotation Babelsberg  32  13  6  13 058:590 0,98 32:32
13. BSG Turbine Halle (M)  32  12  7  13 051:440 1,16 31:33
14. SV Vorwärts KVP Berlin **  32  12  6  14 049:560 0,88 30:34
15. BSG Motor Oberschöneweide  32  12  3  17 047:500 0,94 27:37
16. BSG Motor Jena (N)  32  9  4  19 035:620 0,56 22:42
17. BSG Wismut Gera  32  5  5  22 032:710 0,45 15:49
  • DDR-Meister
  • Absteiger in die DDR-Liga 1953/54
  • (M) DDR-Meister 1951/52
    (P) Pokalsieger der letzten Saison
    (N) Aufsteiger aus der DDR-Liga 1951/52
    ** Vorwärts Leipzig wurde während der Saison nach Berlin umgesiedelt

    Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Meistermannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    SG Dynamo Dresden
    Heinz Klemm (27 Spiele / Tore -)
    Manfred Michael (30/1), Erhard Haufe (31/-)
    Kurt Fischer (31/-), Herbert Schoen (33/-), Günther Usemann (33/-)
    Karl-Heinz Holze (31/12), Günter Schröter (33/14), Gerhard Hänsicke (21/5), Rudolf Möbius (30/5), Johannes Matzen (33/10)
    Trainer: Paul Döring
    außerdem: Horst Kiesewetter (Tor, 9/-), Günter Thorhauer (15/3), Karl-Heinz Duffke (13/-), Wolfgang Hänel (6/1), Horst Beulig (4/-),
    Werner Fischer (1/-), Herbert Maschke (1/-)

    Tore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die 885 erzielten Tore ergeben einen Durchschnitt von 3,25 pro Spiel. Es fielen 15 Eigentore. Die höchsten Siege erzielten Rotation Dresden (9:2 gegen Wismut Gera) und Motor Dessau (8:1 gegen Rotation Babelsberg).

    Torschützenliste
    Spieler Mannschaft Tore
    1. Harry Arlt BSG Rotation Dresden 26
    2. Kurt Weißenfels BSG Lokomotive Stendal 24
    3. Werner Welzel BSG Motor Dessau 16*
    Karl-Heinz Ilsch BSG Motor Dessau 16

    *) lt. anderen Quellen: 17

    Zuschauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Insgesamt sahen 3.499.000 Zuschauer die 272 Oberligaspiele, das ergibt einen Schnitt von 12.864 Zuschauern pro Spiel. Damit wurde ein neuer Oberligarekord aufgestellt. Mit 40.000 Zuschauern war die Begegnung des 27. Spieltages Dynamo Dresden - Wismut Aue am besten besucht.

    FDGB-Pokal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der FDGB-Pokal wurde in dieser Spielzeit abgebrochen. Nachdem die 1. Hauptrunde erst am 7. Juni 1953, neun Tage vor dem Ende der Oberliga-Saison, ausgetragen wurde, wurde die 2. Hauptrunde offiziell aufgrund der Sommerferien verschoben. Inoffiziell war der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 der eigentliche Grund für die Aussetzung. Der Wettbewerb wurde danach während der Folgesaison fortgesetzt.

    Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]