DDR-Rundfahrt 1956

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Die DDR-Rundfahrt 1956 fand vom 5. bis 15. Juli statt. Das zum achten Mal ausgetragene Etappenrennen gewann der Belgier Alfons Hermans, während der SC Wissenschaft Leipzig in der Mannschaftswertung siegte.

Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 95 Fahrer starke Teilnehmerfeld war in 19 Mannschaften zusammengefasst. Nach 1952 nahm mit dem WAC Hoboken erstmals wieder eine internationale Mannschaft teil. Auch die Landesverbände Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hatten jeweils ein Team entsandt. Die einheimischen Fahrer kamen aus drei Sportklubs (SC) und 13 Mannschaften der DDR-weiten Sportvereinigungen (SV). Es traten folgende Mannschaften an:

  • SV Post
  • SV Rotation
  • SV Stahl
  • SV Traktor
  • SV Turbine
  • SV Wismut
  • WAC Hoboken
  • LV Niedersachsen
  • LV Nordrhein-Westfalen
Strecke

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der DDR-Rundfahrt 1956 waren 1561 Kilometer in zehn Etappen zu bewältigen. Die Strecke führte durch elf der 14 DDR-Bezirke, Start und Ziel war in Ost-Berlin. Die längste Etappe führte zum Tourbeginn mit 242 Kilometern von Ost-Berlin nach Rostock. Die achte Etappe von Zwickau nach Karl-Marx-Stadt, ein Einzelzeitfahren, war mit 50 Kilometern die kürzeste. Mit dem sechsten Teilabschnitt Halle (Saale)Gotha gab es nur eine Bergetappe, bei der die Hainleite überwunden werden musste.

Rennverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der stärkste Fahrer des Feldes war der 19-jährige Alfons Hermans vom belgischen Radsportklub WAC Hoboken. Nachdem der Berliner Erich Schulz zwei Etappen lang die Einzelwertung anführte, übernahm Hermans nach dem dritten Tagesabschnitt die Spitzenposition. Er musste sie zwar bereits einen Tag später an Rudi Kirchhoff vom SC Dynamo Berlin abgeben, und auf der sechsten Etappe trug Dieter Köhler von der SV Stahl das Gelbe Trikot des Spitzenreiters. Auf diesem Tagesabschnitt erkämpfte sich der Belgier die Spitzenposition zurück, gewann danach noch die achte Etappe und erreichte als sicherer Sieger mit einem Vorsprung von fast sechs Minuten vor dem Leipziger Siegfried Wustrow das Ziel in Ost-Berlin. Als stärkste Mannschaft entpuppte sich das Team des SC Wissenschaft Leipzig, das die Mannschaftswertung mit einem knappen Vorsprung von 49 Sekunden vor dem WAC Hoboken gewann. Von den 95 gestarteten Fahrern erreichen 73 das Ziel. Die Rundfahrt wurde überschattet vom Tod des Berliners Erich Schulz, der auf der sechsten Etappe an den Folgen eines bei einem Sturz erlittenen Schädelbruchs starb.

Etappenübersicht
Etappe Start – Ziel Länge (km) Sieger Mannschaft Zeit (h)
1 Ost-Berlin – Rostock 242 Erich Schulz SV Post 5:54:36
2 Rostock – Schwerin 093 Erich Schulz SV Post 2:35:44
3 Rund um Schwerin 090 Alfons Hermans WAC Hoboken 2:18:29
4 Schwerin – Magdeburg 221 Rudi Kirchhoff SC Dynamo Berlin 5:19:40
5 Magdeburg – Halle 142 Fritz Jährling SV Turbine 3:31:52
6 Halle – Gotha 172 Siegfried Wustrow SC Wissenschaft Leipzig 4:47:50
7 Gotha – Zwickau 198 Willy Hanssen WAC Hoboken 5:42:51
8 Zwickau – Karl-Marx-Stadt 050 Alfons Hermans WAC Hoboken 1:17:07
9 Karl-Marx-Stadt – Bautzen 148 Fritz Jährling SV Turbine 4:17:27
10 Bautzen – Ost-Berlin 205 Hans Kubicki SV Stahl 5:30:12

Endergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelwertung
Fahrer Mannschaft Zeit
01. Alfons Hermans WAC Hoboken 38:59:16 h
0 2. Siegfried Wustrow SC Wissenschaft Leipzig + 5:52 min
0 3. Heinz Zimmermann SC Wissenschaft Leipzig + 9:40 min
0 4. Egon Adler SV Rotation + 9:58 min
0 5. Horst Kappel SC Einheit Berlin + 10:03 min
0 6. Erwin Wittig SC Einheit Berlin + 10:07 min
0 7. Rudi Kirchhoff SC Dynamo Berlin + 12:29 min
0 8. Dieter Köhler SV Stahl + 13:19 min
0 9. Willy Hanssen WAC Hoboken + 15:18 min
10. Paß LV Nordrhein-Westfalen + 17:12 min
0
Mannschaftswertung
Mannschaft Zeit (h)
01. SC Wissenschaft Leipzig 120:13:46
0 2. WAC Hoboken 120:14:35
0 3. SC Einheit Berlin 120:40:21
0 4. SC Dynamo Berlin 120:57:00
0 5. SV Turbine 121:02:18
0 6. SV Wismut
0 7. SV Stahl
0 8. SV Fortschritt
0 9. SV Chemie
10. SV Motor
11. SV Rotation
12. SV Lokomotive
13. SV Empor
14. SV Traktor
15. LV Nordrhein-Westfalen
16. SV Aufbau
17. SV Medizin
18. LV Niedersachsen
SV Post ausgeschieden

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DDR-Sportzeitung Deutsches Sportecho, Ausgabe vom 30. Juni 1958 (Rückschau auf 1956)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]