DIN 18195

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN 18195
Bereich Bauwesen
Titel Bauwerksabdichtungen
Kurzbeschreibung: Schutz von Bauwerken gegen Feuchtigkeit und Wasser
Letzte Ausgabe 2010...2011
ISO -

Die DIN-Norm DIN 18195 Bauwerksabdichtungen regelte den Schutz von Bauwerken gegen Feuchtigkeit und Wasser. Sie wurde im Juli 2017 weitgehend durch die Normenreihe DIN 18531, DIN 18532, DIN 18533, DIN 18534 und DIN 18535 abgelöst. Die DIN 18195 stellt in der aktuellen Version nur noch eine Begriffsnorm dar.

Die Norm bestand aus den folgenden Teilen: (Stand: Juni 2012)

  • Teil 1: Grundsätze, Definitionen, Zuordnung der Abdichtungsarten
  • Teil 2: Stoffe
  • Teil 3: Anforderungen an den Untergrund und Verarbeitung der Stoffe
  • Teil 4: Abdichtungen gegen Bodenfeuchte (Kapillarwasser, Haftwasser) und nichtstauendes Sickerwasser an Bodenplatten und Wänden, Bemessung und Ausführung
  • Teil 5: Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen, Bemessung und Ausführung
  • Teil 6: Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser, Bemessung und Ausführung
  • Teil 7: Abdichtungen gegen von innen drückendes Wasser, Bemessung und Ausführung
  • Teil 8: Abdichtungen über Bewegungsfugen
  • Teil 9: Durchdringungen, Übergänge, An- und Abschlüsse
  • Teil 10: Schutzschichten und Schutzmaßnahmen
  • Beiblatt 1: Beispiele für die Anordnung der Abdichtung
  • Teil 100 & 101: Vorgesehene Änderungen

Für nicht genutzte Flachdächer galt schon vor 2017 die DIN 18531 Dachabdichtungen in Ergänzung mit der Flachdachrichtlinie. Auch für wasserundurchlässige Massivbauteile, wie Weiße Wannen, galt die DIN 18195 nicht.

Die DIN 18195 unterscheidet vier Arten der Abdichtung in Abhängigkeit von der Einwirkung des Wassers im Boden auf unterirdische Räume unterschieden, in der Literatur oft auch als Lastfälle bezeichnet:

  1. Nichtstauendes Sickerwasser in durchlässigen Böden (z. B. "stark durchlässige" Böden mit einem Durchlässigkeitsbeiwert k-Wert > 10−4 m/s), Art der Abdichtung nach Teil 4
    Hier genügt eine Dickbeschichtung in 3 mm Auftragsstärke, eine Kunststoffbahn (Folie) oder Bitumen-Schweißbahn. Es ist keine Drainage erforderlich.
  2. Aufstauendes Sickerwasser (erkennbar an Pfützenbildungen bei lehmigen Boden), Art der Abdichtung nach Teil 6
    Der häufigste Fall, soweit kein Grundwasser ansteht. Hier ist eine Dickbeschichtung in zwei Lagen erforderlich, mit eingebettetem Gewebe (sofern im Prüfzeugnis gefordert). Neuere Methoden der Abdichtungen müssen nach Teil 6 zugelassen sein. Die Trockenschichtdicke muss mindestens 4 mm betragen (bei lösemittelhaltigen Bitumenbeschichtungen also nach Trocknung). Neben der Ausführung einer Schwarzen Wanne mit Bitumenschweißbahnen ist auch die Abdichtung mit PVC/Vlies-Bahnen (K-Wanne) sowie WU-Beton („Weiße Wanne“) möglich. Geringe Durchfeuchtungserscheinungen können bei WU-Beton in der Regel nicht ausgeschlossen werden.
  3. Drückendes Wasser wird u. a. angenommen, wenn der höchste Grundwasserstand weniger als 30 cm von der Oberkante der Bodenplatte entfernt ist und die Gründung tiefer liegt als 3m; bei einer weniger tiefen Gründung ist in bindigem Boden von vorübergehend aufstauendem Wasser aufzugehen; Art der Abdichtung nach Teil 6
    Eine Dickbeschichtung gegen drückendes Wasser muss entsprechend den Herstellervorschriften in mind. 2 Arbeitsgängen aufgeführt werden und eine Trockenschichtdicke von mind. 4 mm aufweisen. Alternativ können Selbstklebebahnen verwendet oder die K-Wanne ausgeführt werden.
  4. Von innen drückendes Wasser [Negativabdichtung]; Art der Abdichtung nach Teil 5
    1. mäßig beanspruchte Nassflächen in privaten Bereichen
    2. hoch beanspruchte Nassflächen in privaten oder gewerblich genutzten Bereichen
    Die Entwässerung erfolgt über Gefälle und geeignete Bodeneinlauf- oder Rinnensysteme, ggf. mit einer 2. Entwässerungsebene. Vorgaben zum Mindestabstand zwischen Durchdringungen der Abdichtung (z. B. bei gehäuft auftretenden Rohrleitungen) sind zu beachten, um die Abdichtung normgerecht ausführen zu können.

Abdichtungsmaßnahmen setzen voraus, dass der Untergrund ausreichend fest und normgerecht ist. Dies ist oft bei alten Gebäuden nicht der Fall.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]