DIN 18195

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Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN 18195
Bereich Bauwesen
Titel Bauwerksabdichtungen
Kurzbeschreibung: Schutz von Bauwerken gegen Feuchtigkeit und Wasser
Letzte Ausgabe 2010...2011
ISO -

Die DIN-Norm DIN 18195 Bauwerksabdichtungen regelt den Schutz von Bauwerken gegen Feuchtigkeit und Wasser. Die Norm besteht aus den folgenden Teilen: (Stand: Juni 2012)

  • Teil 1: Grundsätze, Definitionen, Zuordnung der Abdichtungsarten
  • Teil 2: Stoffe
  • Teil 3: Anforderungen an den Untergrund und Verarbeitung der Stoffe
  • Teil 4: Abdichtungen gegen Bodenfeuchte (Kapillarwasser, Haftwasser) und nichtstauendes Sickerwasser an Bodenplatten und Wänden, Bemessung und Ausführung
  • Teil 5: Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen, Bemessung und Ausführung
  • Teil 6: Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser, Bemessung und Ausführung
  • Teil 7: Abdichtungen gegen von innen drückendes Wasser, Bemessung und Ausführung
  • Teil 8: Abdichtungen über Bewegungsfugen
  • Teil 9: Durchdringungen, Übergänge, An- und Abschlüsse
  • Teil 10: Schutzschichten und Schutzmaßnahmen
  • Beiblatt 1: Beispiele für die Anordnung der Abdichtung

Allerdings ist bei nicht genutzten Flachdächern die DIN 18531 Dachabdichtungen in Ergänzung mit der Flachdachrichtlinie maßgebend. Außerdem gilt die DIN 18195 nicht für Bauwerke beziehungsweise Bauteile, die an sich schon ausreichend wasserundurchlässig sind, zum Beispiel Weiße Wannen.

In der DIN 18195 wird nach vier Arten der Abdichtung in Abhängigkeit von der Einwirkung des Wassers im Boden auf unterirdische Räume unterschieden, in der Literatur oft auch als Lastfälle bezeichnet:

  1. Nichtstauendes Sickerwasser. Dies ist für durchlässige Böden wie z. B. Böden mit einem Durchlässigkeitsbeiwert k-Wert > 10−4 m/s, d. h. stark durchlässig, Art der Abdichtung nach Teil 4)
    Hier genügt eine Dickbeschichtung in 3 mm Auftragsstärke oder eine Bahn wie zum Beispiel Kunststoffbahn (Folie) oder Bitumen-Schweißbahn. In diesem Fall ist keine Drainage erforderlich
  2. Aufstauendes Sickerwasser (Erkennbar an Pfützenbildungen, tritt zum Beispiel bei lehmigen Boden auf, Art der Abdichtung nach Teil 6)
    Das ist der häufigste Fall, soweit kein Grundwasser ansteht. Hier ist eine Dickbeschichtung in zwei Lagen erforderlich, wobei dazwischen ein Gewebe eingebettet sein muss, sofern dies im Prüfzeugnis für das Material erforderlich ist. Neuere Methoden der Abdichtungen müssen nach Teil 6 zugelassen sein. Die Trockenschichtdicke muss mindestens 4 mm betragen. Zu beachten ist, dass lösemittelhaltige Bitumenbeschichtungen schrumpfen (u.a. abhängig vom Füllstoffgehalt). Neben Bitumenschweißbahnen (Schwarze Wanne) sind auch PVC/Vlies-Bahnen zulässig (K-Wanne). Je nach Nutzungsanforderung besteht außerdem die Möglichkeit, die Abdichtung mit WU-Beton („Weiße Wanne“) vorzunehmen. Voraussetzungen sind die sachgemäße Ausführung der Wanne und eine übliche Belüftung der unterirdischen Räume. Geringe Durchfeuchtungserscheinungen können bei WU-Beton in der Regel nicht ausgeschlossen werden.
  3. Drückendes Wasser (Gilt dann, wenn der höchste jemals gemessene Grundwasserstand weniger als 30 cm von der Oberkante Bodenplatte entfernt ist, Art der Abdichtung nach Teil 6)
    Eine Dickbeschichtung gegen drückendes Wasser muss entsprechend den Herstellervorschriften in mind. 2 Arbeitsgängen aufgeführt werden und eine Trockenschichtdicke von mind. 4 mm aufweisen. Neben einer Dickbeschichtung gibt es allerdings auch einfachere Ausführungen wie Selbstklebebahnen und die K-Wanne
  4. Von innen drückendes Wasser [Negativabdichtung] (Art der Abdichtung nach Teil 5)
    Diese Art der Abdichtung setzt eine besondere Sorgfalt bei der Planung der Abdichtung voraus, welche am besten durch einen spezialisierten Fachplaner durchgeführt werden. Der Teil 5 der unterscheidet zwei Lastfälle:
    1. mäßig beanspruchte Nassflächen
    2. hoch beanspruchte Nassflächen
    Erstere sind nur in privat genutzten Bereichen anzunehmen; bei jeder gewerblichen Nutzung ist vom zweiten Lastfall auszugehen.
    Zu den besonderen Anforderungen zählen u. a. eine geeignete Entwässerung, ggf. mit einer 2. Entwässerungsebene, Wasserabfuhr durch Gefällegebung und geeignete Bodeneinlauf- oder Rinnensysteme. Weiterhin gibt es spezielle Vorgaben u. a. für den Abstand von Durchdringungen der Abdichtung untereinander (z. B. bei gehäuft auftretenden Rohrleitungen), um dem Verarbeiter die Möglichkeit der normgerechten Anarbeitung zu geben.

Im Gegensatz zur hinterlaufsicheren K-Wanne muss bei der Verwendung von Bitumenschweißbahnen beachtet werden, dass diese hinterläufig werden können. Eine Sanierung dieser Abdichtungart ist sehr teuer (Aufgraben, Entfernung und Entsorgung der alten Bahnen, Aufbringung neuer, funktionierender Abdichtung, fachgerechte Verfüllung; oder eine sogenannte Vergelung von innen).

Die Abdichtungsmaßnahmen setzen immer auch voraus, dass der Baustoff (Untergrund) ebenfalls normgerecht ist. Dies ist oft bei alten Gebäuden und Denkmälern nicht gegeben.

Aktuell befindet sich die Norm in einer Überarbeitungsphase. Die vorgesehenen Änderungen sind in Teil 100 und Teil 101 zu finden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DIN 18195 wird ersetzt werden durch die DIN 18531 bis 18535, beginnend Ende 2016 bis Ende 2017.