DIN 2137

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Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN 2137
Bereich Datenverarbeitung, Bürotechnik
Titel Tastaturen für die Daten- und Texteingabe
Letzte Ausgabe Juni 2012
ISO -

Die DIN-Norm DIN 2137 des Deutschen Instituts für Normung definiert deutsche Tastaturbelegungen.

Unterteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standard-PC-Tastatur mit Tastaturbelegung T2 nach DIN 2137-1:2012-06

Die 2010/2011 komplett neu gefasste und im Juni 2012 veröffentlichte Norm DIN 2137:2012-06 trägt den Titel „Tastaturen für die Daten- und Texteingabe“. Sie umfasst folgende Teile, die zusammen alle Teile der Vorgängerfassungen ersetzen:

  • Teil 1, Titel: „Deutsche Tastaturbelegung“ (DIN 2137-1:2012-06)
  • Teil 2, Titel: „Zusätzliche Anforderungen“ (DIN 2137-2:2012-06)

Die Neufassung verweist auf die internationale Normenreihe ISO/IEC 9995 “Information technology – Keyboard layouts for text and office systems” und normiert selbst nur die Einzelheiten, die spezifisch für die deutsche Tastaturbelegung sind (im Teil 1), oder für die die Normung auf ISO-Ebene noch aussteht bzw. angestrebt wird (im Teil 2; die dort enthaltene Normierung der Tottasten-Funktion wurde mittlerweile in den 2015 veröffentlichten internationalen Standard ISO/IEC 9995-11 übernommen).

Die Norm definiert drei aufeinander aufbauende Tastaturbelegungen:

  • T1 (Tastaturbelegung 1): aus der Vorgängerfassung übernommen. Der beim Erscheinen der Neufassung vorhandene Bestand an deutschen Rechnertastaturen entspricht zum Großteil dieser Belegung.
  • T2 (Tastaturbelegung 2): Erweiterung mit allen Buchstaben und diakritischen Zeichen, die weltweit in primären Amtssprachen sowie in deutschen und österreichischen Minderheitensprachen verwendet werden, sofern diese Lateinschrift verwenden. Sie ermöglicht außerdem die Eingabe aller in Europa regelmäßig verwendeten Satzzeichen[1]. Bislang (Stand Mai 2017) fand sich lediglich ein einziger Hersteller, der eine T2-Tastatur auf dem Markt anbietet.
  • T3 (Tastaturbelegung 3): Diese enthält zusätzlich alle in der internationalen Norm ISO/IEC 9995-3:2010 aufgelisteten Zeichen, die für diverse Minderheitensprachen und Transliterationen erforderlich sind. Bisher (Stand September 2018) sind keine in Serie gefertigten Tastaturen mit T3-Layout bekannt. Die gängigen Linux-Distributionen bieten das T3-Layout an.[2][3][4] Ein Treiber für Windows ist in Arbeit.[5]

Neufassung 2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DIN 2137 wurde 2018 in zwei Teilen neu herausgegeben:

  • DIN 2137-1:2018-12 Tastaturen für die Daten- und Texteingabe - Teil 1: Deutsche Tastaturbelegung; Text Deutsch und Englisch;
  • DIN 2137-2:2018-12 Tastaturen für die Daten- und Texteingabe - Teil 2: Zusätzliche Anforderungen; Text Deutsch und Englisch.

Die Neufassung dient der Realisierung einer Erweiterung, dank welcher der Name eines jeden EU-Bürgers korrekt eingegeben werden kann, sofern dieser in lateinischer Schrift geschrieben wird ("Europa-Tastatur"). Da diese Funktionalität einer gesetzlichen Anforderung Rechnung trägt, sollen die entsprechenden Änderungen bei internationalen Gremien vorgelegt werden.

Diese Norm folgt der Neuausrichtung der internationalen Tastaturnormung. Die grundlegenden Eigenschaften der Tastaturen werden in der Normenreihe ISO/IEC 9995 festgelegt. Die nationalen Besonderheiten sollen möglichst auf Aspekte beschränkt bleiben, die durch die Landessprache bedingt sind, und in nationalen Normen festgelegt werden. Davon soll der Teil, der als Erblast der Schreibmaschinentastatur gilt, möglichst wegfallen.

Die wesentlichen Änderungen gegenüber der Vorgängerversion aus dem Jahr 2012 sind:

  • Die Tastaturbelegung T2 wurde überarbeitet und wird neu als E1 bezeichnet.
  • Ergänzend wurde eine mit der hardwareseitigen Tastenanordnung der US-amerikanischen ANSI Tastatur kompatible Variante E2 definiert.
  • Die Tastaturbelegung T3 entfällt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Ausgabe der DIN 2137 wurde 1976 veröffentlicht.

Die durch die Neufassung 2012 ersetzte Norm trug den Titel „Büro- und Datentechnik - Tastaturen und bestand aus folgenden Teilen:

  • Teil 1: Deutsche Tastatur für Schreibmaschinen (Ausgabe November 1995)
  • Teil 2: Deutsche Tastatur für die Daten- und Textverarbeitung; Tastenanordnung und Belegung mit Schriftzeichen (Ausgabe September 2003)
  • Teil 3: Alphanumerische Tastaturen, Internationale Tastaturen für Dateieingabebelegung mit Schriftzeichen (zurückgezogen)
  • Teil 6: Deutsche Tastatur für die Daten- und Textverarbeitung sowie für Schreibmaschinen; Tastenanordnung und Belegung mit Funktionen (Ausgabe September 2003 mit Berichtigung Dezember 2003)
  • Teil 10: Deutsche Tastatur für die Daten- und Textverarbeitung sowie für Schreibmaschinen; Anordnung der Tastenpositionen und Bemaßung (Ausgabe September 2003)
  • Teil 11: Deutsche Tastatur für die Daten- und Textverarbeitung sowie für Schreibmaschinen; Grundsätze für die Belegung von Tasten und deren Kennzeichnung (Ausgabe September 2003)
  • Teil 12: Deutsche Tastatur für die Daten- und Textverarbeitung; Tastenanordnung und Belegung für tragbare Rechner (Ausgabe März 2004)

Die im Juni 2012 veröffentlichte Fassung unterschied erstmals nicht mehr zwischen Schreibmaschinen und Datenverarbeitungsgeräten.

Die im Dezember 2018 veröffentlichte Fassung berücksichtigt erstmalig das Zeichen "großes Eszett", wodurch alle deutschen Eigennamen richtig in Pässen und Ausweisen geschrieben werden können. Dieses Zeichen war einst als Ligatur aus den Zeichen "f" (langes S) und "Z" entstanden und wurde im deutschen Sprachraum unterschiedlich benutzt. Seit dem 29. Juni 2017 ist das große ß – ẞ – Bestandteil der amtlichen deutschen Rechtschreibung. Über seine Aufnahme in das deutsche Alphabet wurde seit Ende des 19. Jahrhunderts diskutiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Pentzlin: Deutsche PC-Tastatur erweitert für internationale Korrespondenz. In: DIN-Mitteilungen 2/2011, S. 31 ff.
  2. Ubuntu Server als Hyper-V Gastsystem installieren und optimal einrichten » DecaTec. In: DecaTec. 26. August 2015 (decatec.de [abgerufen am 17. September 2018]).
  3. Install Ubuntu (Mate) using "Something else" method. Abgerufen am 17. September 2018 (englisch).
  4. Raspberry Pi Kernel kompilieren. Abgerufen am 17. September 2018 (deutsch).
  5. Tester gesucht: T3 Tastaturlayout unter Windows - Forum64. In: Forum64. (forum64.de [abgerufen am 17. September 2018]).