Ostseestadion

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Ostseestadion
Der VIP-Eingang im Ostseestadion
Der VIP-Eingang im Ostseestadion
Frühere Namen

Ostseestadion (1954–2007)
DKB-Arena (2007–2015)

Daten
Ort Kopernikusstraße 17
DeutschlandDeutschland 18057 Rostock, Deutschland
Koordinaten 54° 5′ 5,8″ N, 12° 5′ 42,5″ OKoordinaten: 54° 5′ 5,8″ N, 12° 5′ 42,5″ O
Eigentümer Ostseestadion GmbH & Co. KG
Betreiber Ostseestadion GmbH & Co. KG
Baubeginn Neues Stadion: 2. April 2000 (Grundsteinlegung)
Eröffnung Altes Stadion: 27. Juni 1954
Neues Stadion: 4. August 2001
Erstes Spiel Altes Stadion: 27. Juni 1954
Einheit SchwerinChemie Zeitz 1:3, (Jugend-Meisterschaft der DDR)
Neues Stadion: 4. August 2001
Hansa Rostock – Bayer 04 Leverkusen 0:3 (Bundesliga)
Renovierungen 1991, 2000–2001
Oberfläche Naturrasen
Kosten 55 Mio. DM
Architekt Beyer + Partner Rostock
Kapazität 29.000 Plätze
Kapazität (internat.) 25.000 Plätze
Spielfläche 105 × 68 m
Verein(e)
Veranstaltungen
Das Ostseestadion im Jahr 1957
Fußballspiel im alten Ostseestadion
Die BSG Post Rostock im Juni 1975 im Rostocker Ostseestadion
Das Ostseestadion 1996 mit Blick auf die Anzeigetafel kurz vor Spielbeginn am 30. April gegen den SC Freiburg.
Ostseestadion mit Blick auf die Haupttribüne beim Spiel von Hansa Rostock gegen den SC Freiburg am 30. April 1996
Ostseestadion Rostock 2017
Luftblick auf das Ostseestadion und das Leichtathletikstadion

Das Ostseestadion ist ein Fußballstadion in der Hansestadt Rostock, das als Veranstaltungsort insbesondere für Heimspiele des F.C. Hansa Rostock genutzt wird. Die Ostseestadion GmbH & Co. KG mit dem F.C. Hansa Rostock als einzigem Kommanditisten ist Betreiber des Ostseestadions und besitzt das Erbbaurecht am entsprechenden Grundstück. Für die Nutzung der Arena sowie auch für die Nutzung der auf demselben Grundstück liegenden Trainingsflächen zahlt der F.C. Hansa eine von der Spielklasse des Vereins abhängige Miete an die Ostseestadion GmbH & Co. KG [1]

Das Stadion verfügt über maximal 29.000 Plätze, die komplett überdacht sind. Darunter sind 20.000 Sitzplätze einschließlich 1.000 Business-Seats und 9.000 Stehplätze. Letztere sollen bei internationalen Spielen in 5.000 Sitzplätze umgewandelt werden können. Ferner bietet die Arena 26 VIP-Logen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ostseestadion befindet sich im Rostocker Stadtteil Hansaviertel in der Nähe der Innenstadt. Es ist umgeben von Kliniken der Universität Rostock, Schulen, dem Barnstorfer Wald, der Eishalle Rostock, mehreren Übungsplätzen und einem Leichtathletikstadion.

Mit dem öffentlichen Personennahverkehr ist es aus diversen Teilen Rostocks per Bus (Haltestelle Ostseestadion) und S-Bahn (Haltestelle Holbeinplatz) erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Ostseestadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die 1950er Jahre war das zwischen 1923 und 1928 erbaute Volksstadion in unmittelbarer Nähe zum heutigen Ostseestadion das größte Stadion in der Hansestadt Rostock, das in den 1930er Jahren bis zu 20.000 Menschen Platz geboten haben soll. Das in der Zeit des Nationalsozialismus nach Plänen von Erich zu Putlitz mit Sportstätten beplante Gelände des heutigen Ostseestadions sowie der dieser heute vorgelagerte „Platz des Friedens“ diente bereits damals für politische Kundgebungen sowie als NS-Aufmarschplatz.[2] Die zu diesem Zweck aufgeschütteten Erdhügel wurden später beim Bau des Stadions für das Fundament genutzt.

Nach der Gründung der DDR sollte auch in Rostock eine Fußballmannschaft für die oberen Ligen etabliert werden, weshalb der Bau eines neuen Stadions geplant wurde, das dem erwarteten Zuschauerzuspruch entsprechen und als Teil des Sportforum mit Schwimmhalle und Eisstadion errichtet werden sollte. Dabei wurde es als allgemeines Sportstadion konzipiert und verfügte deshalb auch über eine Leichtathletiklaufbahn mit sechs Bahnen. Wegen der geringen Geldmittel, die zur Umsetzung des Projektes zur Verfügung standen, rief das Nationale Aufbauwerk die Rostocker Bevölkerung zur Unterstützung in Form von freiwilliger Arbeit und Spenden auf. Anfang der 1950er Jahre arbeiteten daraufhin tausende Menschen am Bau des Ostseestadions mit, die allein durch über 230.000 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden,[3] entsprechend einem Gedenkstein vor dem Stadion, Einsparungen in Höhe 928.018,20 DDR-Mark ermöglichten.

Am 27. Juni 1954 war das anfänglich 18.000 Plätze bietende Ostseestadion mit dem Endspiel um die Jugendfußballmeisterschaft der DDR (Einheit Schwerin- Chemie Zeitz 1:3][4] und einer internationalen Fußballbegegnung des DDR-Nachwuchses gegen den ungarischem Erstligisten Vasas Györ (0:2)[3], sowie einer Juniorenbegegnung zwischen Stahl Helbra und Wismut Neuwürschnitz (4:0)[4][3] im noch unfertigen Zustand eröffnet worden.[5] Es diente dem SC Empor Rostock, beziehungsweise später dem FC Hansa Rostock, ab 14. November 1954 nach dem Premierenspiel gegen Chemie Karl-Marx-Stadt (0:0)[4][3] als Spielstätte- noch immer befand sich die Tribüne an jenem Sonntag im Bau. Einen fußballerischen Vorgeschmack konnte sich das Rostocker Publikum zuvor am 26. September beim ersten offiziellen Länderspiel an der Küste gegen Polen holen.[4][3] Später bekam die Tribüne (3.000 Plätze) ein Dach und Ende der 1960er Jahre wurde eine 700-Lux-Flutlichtanlage installiert. Die letzten Umbaumaßnahmen des alten Stadions, das schließlich eine Kapazität von 25.500 Plätzen aufwies, betrafen die Erneuerung der Vortribüne (1991) und die Installation einer Anzeigetafel nach Abriss des alten Stadionturms (1992).

Neues Ostseestadion und DKB-Arena[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem Jahr 2000 wurde das Ostseestadion innerhalb von 16 Monaten Bauzeit schrittweise neu errichtet, wodurch es zu einer reinen Fußballarena wurde, die am 4. August 2001 mit dem Bundesligaspiel Hansas gegen Bayer Leverkusen (0:3) offiziell eingeweiht wurde. Dabei wurden die Flutlichter des alten Stadions beibehalten sowie eine LCD-Anzeigetafel, die von der den Gästeblock umfassenden Südtribüne aus allerdings nicht einsehbar ist, und eine Rasenheizung installiert. Der gesamte Um- beziehungsweise Neubau kostete nach offiziellen Angaben 55 Millionen D-Mark.

Am 2. Juli 2007 erhielt der Finanzdienstleister Deutsche Kreditbank (DKB) den Zuschlag für den Kauf der Namensrechte des Ostseestadions, welches seitdem den Namen DKB-Arena trug. Der Vertrag hatte zunächst eine Laufzeit über zehn Jahre und beinhaltet eine Option auf Verlängerung. Die Umbenennung geschah, wie auch bei den Namensveräußerungen einiger anderer Fußballstadien, trotz Protesten von Fans, die in der Aufgabe des Namens Ostseestadion einen Verlust der Vereinstradition sahen.[6][7] Nachdem die DKB ihre Namenspartnerschaft vorzeitig beendet hatte,[8] gab der F.C. Hansa Rostock am 13. Mai 2015 bekannt, dass das Stadion wieder in „Ostseestadion“ umbenannt wird.

Im Dezember 2010 wurde auf dem Dach des Ostseestadions eine Solaranlage fertiggestellt, deren Betreiber Paribus northenergy mit dieser rund 600.000 kWh Strom jährlich produzieren will. Durch die Verpachtung der Dachfläche nimmt Hansa Rostock einen sechsstelligen Betrag ein.[9]

In Zusammenarbeit mit dem niederländischen Unternehmen "SportLED Solution Provider" wurden im Stadion 2017 digitale Banden installiert. Sie erreichen eine Gesamtlänge von zirka 240 Metern und wurden vor der Nord,- West- und Südtribüne positioniert. Diese digitalen LED-Werbebanden lösten statische Werbebanden im Ostseestadion ab und kamen am 17. Juli 2017 beim Testspiel des FC Hansa gegen den VfL Wolfsburg erstmals zum Einsatz.[10][11][12]

Nutzung und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das alte Ostseestadion war von 1954 bis 2001 Heimspielstätte des F.C. Hansa Rostock (bis 1965 im Vorgängerverein SC Empor Rostock), so dass bis 1991 insbesondere Spiele der obersten zwei Spielklassen im DDR-Fußball (Oberliga und Liga) sowie seit 1991 vor allem Spiele der ersten und zweiten Bundesliga im Ostseestadion stattfanden.

Im als Fußballstadion konzipierten neuen Ostseestadion finden seit 2001 vor allem die Punktspiele des FC Hansa Rostock in der 1., 2. bzw. 3. Liga statt. In den Spielzeiten 2008/09 sowie 2009/10 absolvierte zudem die zweite Mannschaft des F.C. Hansa ihre Regionalligaspiele im Ostseestadion.

Zum Finale um die Fußballmeisterschaft der A-Junioren am 23. Juni 2013 zwischen dem FC Hansa Rostock und dem VfL Wolfsburg strömten 18.500 Zuschauer ins Ostseestadion.

Geisterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Historie des Ostseestadions weißt zwei Geisterspiele auf, verursacht durch das Fehlverhalten sogenannter Fans des überregional bekannten Fußballclubs FC Hansa. Die Zweitligapartie FC Hansa Rostock gegen Dynamo Dresden (2:2) im Dezember 2011 war das erste Spiel vor leeren Rängen im Stadion an der Ostseeküste.[13] Im Januar 2017 wurde auch die Drittligapartie Hansa Rostock gegen Jahn Regensburg (0:0) unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen.[14] Dem Betreiber entgingen hierbei Einnahmen von mindestens 250.000 Euro pro Spiel ohne Fanunterstützung.[15]

Länderspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ostseestadion diente als Austragungsort für acht Fußball-Länderspiele der Deutschen Demokratischen Republik1. Danach diente es der gesamtdeutschen Nationalelf2 am 27. März 2002 und am 7. Oktober 2006 als Austragungsort.

Im August 2011 erklärte der DFB-Präsident Theo Zwanziger, er könne sich ein Länderspiel in Rostock im Jahre 2013 „sehr gut vorstellen“. Dies wäre dann allerdings ein Benefizspiel zugunsten der Egidius-Braun-Stiftung[16], da das Ostseestadion nicht über die vom DFB für offizielle Länderspiele geforderte Kapazität von mindestens 40.000 Plätzen verfügt.[17]

Mannschaftsfoto der DDR-U-21-Auswahl vor dem EM-Final-Hinspiel am 7. Mai 1980 im Ostseestadion zu Rostock.
Datum Zuschauer[18] Spiel Ergebnis
26. Sep. 1954 19.000 Deutschland Demokratische Republik 1949Deutsche Demokratische Republik DDRPolenPolen Polen 0:1
29. Juni 1958 20.000 Deutschland Demokratische Republik 1949Deutsche Demokratische Republik DDRPolenPolen Polen 1:1
30. Okt. 1960 30.000 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDRFinnlandFinnland Finnland 5:1
09. Juli 1967 08.000 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDRVereinigte Arabische RepublikVereinigte Arabische Republik Ägypten 7:0
06. Sep. 1970 15.000 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDRPolenPolen Polen 5:0
31. Mai 1972 15.000 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDRUruguayUruguay Uruguay 0:0
23. Mai 1974 15.000 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDRNorwegenNorwegen Norwegen 1:0
07. Mai 1980 20.000 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDRSowjetunionSowjetunion Sowjetunion 2:2
27. Mär. 2002 28.835 DeutschlandDeutschland DeutschlandVereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4:2
07. Okt. 2006 28.000 DeutschlandDeutschland DeutschlandGeorgienGeorgien Georgien 2:0

1: Liste der Länderspiele der Fußballnationalmannschaft der DDR
2: Liste der Länderspiele der deutschen Fußballnationalmannschaft

Das Finalhinspiel am 7. Mai 1980 während der U-21-Europameisterschaft zwischen der DDR und der UdSSR endete 0:0 Unentschieden und fand vor 15.000 Zuschauern im Ostseestadion Rostock statt.

Weitere Sportveranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spielfeld wurde in den Anfangsjahren auch für Feldhandballspiele des SC Empor Rostock genutzt. Auch Leichtathletik wurde im Ostseestadion betrieben, so etwa während der nationalen DDR-Leichtathletik-Meisterschaften 1988. Mehrere Male, letztmals 1980, diente das Stadion zudem als Ankunftsort der Friedensfahrt der Radsportamateure.

Konzerte und Musikveranstaltungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der folgenden Liste sind Konzerte und Musikveranstaltungen, die im Ostseestadion stattfanden, aufgelistet.

Konzerte und Musikveranstaltungen im Ostseestadion
  • 2017 Schalala- Deutschlands größte Schlagerparty an der Ostseeküste
  • 2018 Schalala- Deutschlands größte Schlagerparty an der Ostseeküste
  • 2018 Marteria

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ostseestadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FC-Hansa.de: Wertpapierprospekt. Archiviert vom Original am 13. Juni 2013; abgerufen am 19. Juli 2011 (PDF; 7,6 MB).
  2. Andreas Hohn: Rostock: Hansestadt im sozialistischen Aufwind. In: Klaus von Beyme u.a. (Hrsg.): Neue Städte aus Ruinen. Deutscher Städtebau der Nachskriegszeit. Prestel-Verlag, München 1992, ISBN 3-7913-1164-6, S. 118, 119
  3. a b c d e FC-Hansa.de: Runder Geburtstag: Am 27. Juni 1954 wurde das Ostseestadion eingeweiht. Abgerufen am 7. Dezember 2017.
  4. a b c d Andreas Baingo: FC Hansa Rostock- Wir lieben dich total. Die Club-Chronik, Seite 20, Sportverlag, Berlin 1995, ISBN 3-328-00692-3
  5. Neues Deutschland vom Mi. 15. September 1954, Jahrgang 9, Ausgabe 216, Seite 6
  6. Unser Ostseestadion
  7. Fromlowitz droht Saisonende, Hansa-Fans protestieren. In: Spiegel Online. 20. Oktober 2007; abgerufen am 9. Dezember 2014.
  8. DKB ermöglicht vorzeitige Umbenennung - Hafen der Kogge heißt wieder Ostseestadion
  9. Solaranlage auf DKB-Arena fertig
  10. Stadionwelt-business.de: Digitale Bandenwerbung künftig auch im Ostseestadion. Abgerufen am 4. Dezember 2017.
  11. FC-Hansa.de: Digitale Bandenwerbung künftig auch im Ostseestadion: F.C. Hansa Rostock schließt Kooperation mit SportLED. Abgerufen am 4. Dezember 2017.
  12. NNN.de: LED-Banden im Ostseestadion. Abgerufen am 4. Dezember 2017.
  13. Spiegel.de: Dresden schockiert Rostock im Geisterspiel. Abgerufen am 4. Dezember 2017.
  14. Focus.de: Hansa Rostock gegen Jahn Regensburg nur 0:0. Abgerufen am 4. Dezember 2017.
  15. NDR.de: Hansa Rostock zu "Geisterspiel" verurteilt. Abgerufen am 4. Dezember 2017.
  16. Fußball: DFB-Benefizspiel 2013 möglicherweise in Rostock. In: zeit.de. 15. August 2011; abgerufen am 9. Dezember 2014.
  17.  Oliver Fritsch: DFB-Länderspiel: Mario Gomez und seine Kur in der Provinz. In: zeit.de. 30. Mai 2011; abgerufen am 9. Dezember 2014.
  18. Robert Rosentreter, Günter Simon: Immer hart am Wind. 40 Jahre F.C. Hansa Rostock. Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-504-5, S. 176