DR-Baureihe 23.10

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DR-Baureihe 23.10
23 1001 bei ihrer ersten offiziellen Fahrt am 20. Juni 1957
23 1001 bei ihrer ersten offiziellen Fahrt am 20. Juni 1957
Nummerierung: 23 1001–1113
35 1001–1113
Anzahl: 113
Hersteller: LKM Babelsberg
Baujahr(e): 1955–1959
Ausmusterung: 1991
Bauart: 1'C1' h2
Gattung: P 35.18
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 22.660 mm
Dienstmasse: 87,2 t
Reibungsmasse: 54,7 t
Radsatzfahrmasse: 18,3 t
Höchstgeschwindigkeit: 110/50 km/h
Indizierte Leistung: 1.250 kW
Treibraddurchmesser: 1.750 mm
Laufraddurchmesser vorn: 1.000 mm
Laufraddurchmesser hinten: 1.250 mm
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 550 mm
Kolbenhub: 660 mm
Kesselüberdruck: 16 bar
Rostfläche: 3,71 m
Strahlungsheizfläche: 17,9 m²
Rohrheizfläche: 141,7 m²
Überhitzerfläche: 68,50 m²
Verdampfungsheizfläche: 159,60 m²
Tender: 2'2' T28
Wasservorrat: 28 m³
Brennstoffvorrat: 10 t (Kohle)

Die Lokomotiven der Baureihe 23.10 (ab 1. Juni 1970 Baureihe 35.10) waren Personenzuglokomotiven der Deutschen Reichsbahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Baureihe 23.10 war eine Weiterentwicklung der kriegsbedingt nur in zwei Exemplaren gebauten Einheitsdampflokomotive der Baureihe 23 durch die Deutsche Reichsbahn. Es wurden allerdings nur die Abmessungen des Trieb- und Laufwerkes übernommen. Die Lokomotiven erhielten einen Mischvorwärmer der Bauart IfS/DR und Kessel mit Verbrennungskammern, und das Führerhaus wurde großzügiger gestaltet. Ab der Betriebsnummer 23 1003 wurde auf den Speisedom verzichtet. Die insgesamt 113 seit 1955 in Dienst genommenen Exemplare, welche auch im leichten bis mittelschweren Schnellzugdienst zum Einsatz kamen, wurden mit den Betriebsnummern 23 1001–1113 versehen. Mit der Einführung der EDV-gerechten Nummerierung zum 1. Januar 1970 erhielten die Lokomotiven die neuen Betriebsnummern 35 1001–1113.

Die letzten Loks wurden im Mai 1977 in Nossen ausgemustert, die 35 1113 jedoch wegen der Energiekrise in der DDR reaktiviert und bis 1985 eingesetzt.

Die Lokomotiven wurden mit Schlepptendern der Bauart 2'2' T 28 ausgestattet.

Noch heute existieren mehrere Loks dieser Baureihe:

  • 35 1019-5 Lausitzer Dampflokclub Cottbus, betriebsfähig
  • 35 1021-1 Eisenbahn & Technik Museum Rügen, Prora
  • 35 1028-6 Geraer Eisenbahnwelten e.V., Gera, in Teilen
  • 35 1074-0 Geraer Eisenbahnwelten e.V., Gera, in Teilen
  • 35 1097-1 privat, bei IG 58 3047 Glauchau, betriebsfähig
  • 35 1113-6 DB Museum, abgestellt bei IG Dampflok Nossen

Konstruktive Ausführung und Leistungsvermögen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu den Vorbildlokomotiven der DR-Baureihe 23 war Basis der Baureihe 23.10 ein geschweißter Blechrahmen mit Ober- und Untergurt und 25 mm Wangenstärke. Der Kessel einschließlich der Feuerbüchse wurde ebenfalls als stählerne Schweißkonstruktion ausgeführt, die Rohrlänge betrug 4200 mm. Für die Kesselspeisung wurden eine saugende Dampfstrahlpumpe und eine Verbund-Mischpumpe VMP 15-20 Bauart BBW (250 l/min) verbaut.

Die vordere Laufachse (mit +/- 115 mm Seitenspiel) und die erste Kuppelachse (mit +/- 10 mm Seitenspiel) wurden als Krauss-Helmholtz-Lenkgestell durchgebildet, die Schleppachse als Bisselgestell mit +/- 55 mm seitlichem Spiel. Das Fahrwerk ist als Vier-Punkt-Abstützung konzipiert.

Der Antrieb der Dampfmaschine erfolgte auf die zweite Kuppelachse, die Serienlok wurden mit Trofimoff-Schiebern ausgerüstet.

Mit der DR-Baureihe 50.40 hatte die 23.10 viele Gleichteile, so Kessel, Rauchkammer, Führerhaus oder Tender.

Die Lok konnten einen Zug von 365 t in der Ebene mit 110 km/h und auf 10 Promille Steigung noch 335 t mit 60 km/h oder 565 t mit 40 km/h befördern.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J.-U. Ebel/A. Stange/D. Schlegel: Die Baureihe 23.10. EK-Verlag, Freiburg 2003, ISBN 978-3-88255-123-5
  • Manfred Weisbrod, Hans Müller, Wolfgang Petznick: Dampflok-Archiv Band1, Baureihen 01 bis 39, Transpress, Berlin 1976

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]