DR-Baureihe VT 18.16

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DR-Baureihe VT 18.16
DB-Baureihe 675
VT 18.16 im Bahnhof Berlin-Lichtenberg
VT 18.16 im Bahnhof Berlin-Lichtenberg
Nummerierung: DR VT 18.16 01–08
DR 175 001–016
DB AG 675 015–016
Anzahl: 10 Triebzüge
Hersteller: VEB Waggonbau Görlitz
Baujahr(e): 1963 (Prototyp)
1965–1968 (Serie)
Ausmusterung: 2003
Achsformel: B'2'+2'2'+2'2'+2'B'
Länge: 98.060 mm (Vierteiler)
121.580 mm (Fünfteiler)
145.100 mm (Sechsteiler)
Leermasse: 214,4 t (Vierteiler)
255,2 t (Fünfteiler)
296,0 t (Sechsteiler)
Radsatzfahrmasse: 19,8 t
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h (Vierteiler)
140 km/h (Sechsteiler)
Indizierte Leistung: 2×736 kW
Anzahl der Fahrmotoren: 2
Antrieb: dieselhydraulisch
Bremse: KE-R-Mg (bei Prototyp Hikss)
Zugsicherung: Sifa, Indusi
Zugheizung: Wasser/Luft
Sitzplätze: 140+23 (Vierteiler)

Der VT 18.16 (ab 1970: Baureihe 175, „Bauart Görlitz“) ist ein dieselhydraulischer Schnelltriebzug (SVT) der ehemaligen Deutschen Reichsbahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VT 18.16 war ein hochwertiger Zug, mit dem die DDR auf den internationalen Bahnstrecken ihr Prestige erhöhen wollte. Er wurde ab 1963 vom VEB Waggonbau Görlitz gebaut. Der Prototyp war mit zwei 900-PS-Motoren ausgestattet und für 160 km/h zugelassen; daher stammt die Bezeichnung VT (für Verbrennungstriebwagen), 18 (für 1800 PS) und 16 (für 160 km/h). In der Serienfertigung erhielt er zwei Motoren à 1000 PS. Der Baumusterzug war mit den anderen Zügen nicht kuppelbar und wurde 1977 ausgemustert. Neben acht Triebzügen wurden sechs Zusatzmittelwagen (VMe) und zwei Reservetriebwagen (VTa 09 /10, später 175 017 + 019) gebaut.

BR 175 Ende der 1970er Jahre als Vindobona auf der Elbtalbahn in Bad Schandau

Der Triebzug war Konkurrenzprojekt zum Trans-Europ-Express der Baureihe VT 11.5 der Deutschen Bundesbahn (DB). Auf die Ausstattung und den Zustand wurde großer Wert gelegt, die Bewirtung im Zug war deutlich besser als in anderen DR-Zügen. Die Fahrzeuge kamen im internationalen Verkehr nach Skandinavien, Österreich und in die Tschechoslowakei zum Einsatz. Bekannt war der Zuglauf als Vindobona über Prag nach Wien.

Ende der 1970er Jahre reichte bei vielen mit VT 18.16 gefahrenen Zugläufen die Platzkapazität nicht mehr aus, sodass die meisten dieser Züge auf lokbespannte Garnituren umgestellt wurden. Als Vindobona verkehrte der VT 18.16 letztmals 1979 nach Wien – hier waren die Ausgleichszahlungen der ÖBB der Grund, da diese keinen geeigneten Triebwagen zum turnusgemäßen Einsatz für diese Verbindung mehr besaßen. Die letzten internationalen Einsätze wurden Anfang der 1980er Jahre als Karlex und Karola nach Karlsbad gefahren.

Die letzten Einsatzgebiete der Züge waren die Verbindung Bahnhof Berlin Zoologischer GartenLeipzig Hauptbahnhof zur Leipziger Messe und die Schnellzüge Berlin–Bautzen Mitte der 1980er Jahre (sogenannter Sorben-Express). Danach wurden die Züge schrittweise ausgemustert. Eine Zuggarnitur wurde 1972 beim Eisenbahnunfall von Schweinsburg-Culten so schwer beschädigt, dass sie ausgemustert werden musste.

VT 18.16.10 in Děčín

Anfang der 1990er Jahre existierte nur noch ein einziger betriebsbereiter Zug (175 019, 313, 413, 014 und 2 VMe), der fortan als Museumszug der DR diente. Dieser erhielt 1992 die neue Baureihennummer 675 und wurde bis 2003 noch für das Nostalgieprogramm der DB genutzt; im April 2003 ging die letzte dann noch betriebsfähige Einheit auf „Abschiedstour“ durch Deutschland und das benachbarte europäische Ausland.[1] Mit Fristablauf im Juni 2003 wurde das Fahrzeug außer Betrieb gesetzt und in den Bestand des DB-Museums aufgenommen. Bis zum 30. Juli 2014, als es nach Ketzin zum dortigen Eisenbahnverein umgesetzt wurde, wo es nach und nach aufgearbeitet werden soll,[2] war das Fahrzeug jahrelang im Betriebsbahnhof Berlin-Rummelsburg abgestellt.

Am Bahnhof Berlin-Lichtenberg steht als zweiter Zug in Berlin der nicht einsatzfähige 175 015–016, der von einer Stiftung Bahn-Sozialwerk-Freizeitgruppe stationär erhalten wird. Der Zug 175 005–006 (der Jugendclubzug „Ernst Thälmann“ des „zentralen Jugendobjektes zur Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken“) befindet sich als Dauerleihgabe im Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf. Der Zug 175 009–010 und VMd 175 407 standen ab etwa 1995 mit eingeschlagenen Fenstern und schweren Rostschäden in Velten (Verbleib hier nicht bekannt). Vom Triebzug (175 011–012) liegen keine Angaben zum Verbleib vor.

Der SVT 18.16 verkehrte auf folgenden Strecken:[3]

In Bln-Lichtenberg abgestellte Garnitur (175 015-016)

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebköpfe Verbleib
175 003–004 Chemnitz-Hilbersdorf, zur Aufarbeitung von 005–006 genutzt
175 005–006 Chemnitz-Hilbersdorf
175 009–010 Velten, ab 1995
175 011–012 Bahnbetriebswerk Berlin-Rummelsburg
175 014+019 Bahnhof Ketzin, OHKB e. V.
175 015–016 Berlin-Lichtenberg, BSW-Gruppe

Technische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebdrehgestell eines VT 18.16 mit Dieselmotor und Getriebe

Wie das DB-Pendant basierte auch die Baureihe VT 18.16 auf der Kruckenberg-Konstruktion DR 137 155. Die Triebköpfe erhielten die in der Baureihe V 180 bewährten Dieselmotoren des Typs 12 KVD 18/21 vom VEB Motorenwerk Johannistal in Berlin. Anfangs hatten die Motoren eine Leistung von 900 PS, später wurde die Leistung auf 1000 PS (736 kW) gesteigert. Zur Leistungsübertragung diente ein 3-Wandler-Strömungsgetriebe L 306 RT von Voith St. Pölten, das direkt im vorderen Drehgestell eingebaut war. Über Gelenkwellen und Achsgetriebe wurde das jeweils vordere Drehgestell angetrieben. Als vierteilige Einheit war eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h zugelassen.

Ausschnitt einer technischen Zeichnung des Dieseltriebzugs Nummer 175 015-1/175 016-5 der Deutschen Reichsbahn

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Dath: Die Schnelltriebwagen der Bauart „Görlitz“ – Der Triebwagenverkehr in der DDR, EK-Verlag, Freiburg 1998, ISBN 3-88255-205-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: DR-Baureihe VT 18.16 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meldung Abschied vom SVT 175. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2003, ISSN 1421-2811, S. 147.
  2. Der ICE des Ostens steht in Ketzin, maz-online.de, 4. August 2014
  3. Willkommen im Sorbenexpress, lr-online.de, 30. August 2005