DVB-T in der Schweiz

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Dieser Artikel beschreibt den Betrieb von DVB-T in der Schweiz. Die Abkürzung steht für englisch Digital Video Broadcasting – Terrestrial”; zu Deutsch etwa «digitales, terrestrisches Fernsehen». DVB-T bezeichnet eine Variante von DVB, die für die Funkübertragung von digitalen Hörfunk- und Fernsehsignalen über terrestrische (erdgebundene) Wege verwendet wird. DVB-T wurde 1997 von dem Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) im Standard EN 300 744 festgelegt.

Verlauf der Umstellung auf DVB-T[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Zeitpunkt der Abstellung des analogen terrestrischen Fernsehens am 26. November 2007[1][2] standen in allen vier Sprachregionen (deutsch, rätoromanisch, französisch, italienisch) entsprechende regionale Multiplexe zur Verfügung. In jedem Multiplex wurden die zwei ersten SRG-Programme der eigenen Region sowie jeweils das erste SRG-Programm der anderen Sprachregionen gesendet. In der Deutschschweiz und in der rätoromanischen Schweiz waren das zum Zeitpunkt des Abschlusses der Umstellung SF 1 und SF zwei sowie TSR 1 (französisch) und RTSI (italienisch). SF info und HD suisse wurden der Definition entsprechend nicht ausgestrahlt.

Per 2015 werden mit dem zusätzlichen Sender SRF info (bis 2012 SF info) in der deutschsprachigen und in der rätoromanischsprachigen Schweiz SRF 1, SRF zwei, SRF info, RTS Un und RSI LA 1 ausgestrahlt. In der Romandie wird RTS Un, RTS Deux, SRF 1 und RSI LA 1, in der italienischsprachigen Schweiz RSI LA 1, RSI LA 2, SRF 1 und RTS Un ausgestrahlt.[3]

Zum Zeitpunkt der Umstellung empfangen nur acht Prozent der Haushalte Fernsehprogramme terrestrisch. Bedingt durch die hohe Verkabelungsquote von etwa 78 % der Schweizer Haushalte gab es bei den privaten Sendern kaum Interesse, Privatfernsehen über DVB-T zu verbreiten,[2] 2011 lief ein Testbetrieb des Privatsenders Tele Tell in der Zentralschweiz.

Im Oberwallis wurde von 2011 bis 2013 von der Valaiscom AG über DVB-T das Funknetz DIGITnet betrieben.[4][5] Dieses übertrug ein relativ grosses Angebot an öffentlichen und privaten TV- und Radiosendern. Die Übertragung war verschlüsselt, der Empfang war kostenpflichtig.[6]

In Graubünden sind via teleraetia bis zu 20 öffentliche und private TV-Sender empfangbar. Die Übertragung ist verschlüsselt, der Empfang ist kostenpflichtig.[7][8]

Das Bundesamt für Kommunikation hat Anfang 2010 eine Bedürfnisanalyse zur zukünftigen DVB-T-Verbreitung in der Schweiz erstellt. Der Evaluationsbericht zur Anhörung schliesst mit den Sätzen:[9]

«Es ist darauf hinzuweisen, dass derzeit ein DVB-T-Netz mit einer Abdeckung von über 99 % der Schweizer Bevölkerung betrieben wird. Es wurden auch bedeutende Beträge in die Programmverbreitung über DVB-T investiert. Der Verkauf von DVB-T-Empfangsgeräten wurde ebenfalls gefördert; heute verfügen die Schweizer Haushalte insgesamt über 1,5 Millionen betriebsbereite DVB-T-Empfänger. Ein Grossteil dieser Geräte ermöglicht ausserdem den Empfang von HDTV-Programmen über DVB-T auf der Grundlage der Norm MPEG-4. Der Markt wäre somit bereit für den Auftritt zusätzlicher Veranstalter.»

Umstellung in der Schweiz
Kanton/Region Umstellungsbeginn Analogabschaltung Multiplexe
Tessin 1. August 2003 24. Juli 2006 1
Engadin 1. Februar 2003 13. November 2006 1
Grosser Teil des Waadtland August 2005 25. Juni 2007 1
Genfersee-Gebiet, Jura Dezember 2006 25. Juni 2007 1
Nordschweiz, Mittelland, Ostschweiz 2006 26. November 2007 1
Graubünden (ausser Engadin) August 2007 26. November 2007 1

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: DVB-T – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SRG SSR: Dokumentation zur Medienkonferenz vom 17. April 2007
  2. a b Peter Kaufmann (Schweizer Fernsehen) in Infosat: Interview: DVB-T-Umstieg in der Schweiz abgeschlossen vom 25. Februar 2008
  3. Einstelldaten und Programme, DVB-T-Programmangebot des Schweizer Fernsehens SRG SSR
  4. Technik im Oberwallis, Abschnitt Technik Digitnet Information auf der Website der Valaiscom AG, abgerufen am 31. März 2011
  5. Walliser Zeitung – online Oberwallis: Aus für Digitnet, abgerufen am 30. November 2015
  6. DIGITnet auf der Website der Valaiscom AG, abgerufen am 31. März 2011
  7. Empfangsgebiet TeleRätia AG, abgerufen am 7. Juni 2011
  8. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.bakom.admin.chBedürfnisanalyse DVB-T (pdf), 2.2 Status Quo in der Schweiz, abgerufen am 7. Juni 2011
  9. Evaluationsbericht zur öffentlichen Anhörung betreffend Drahtlos terrestrische Verbreitung von Programmen über DVB-T (pdf), abgerufen am 7. Juni 2011