DVDFab

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DVDFab
DVDFab Logo.svg
Entwickler Fengtao Software Inc.
Aktuelle Version 9.1.5.3 [1]
(18. Juni 2014)
Betriebssystem Windows ab 2000
Mac OS X ab 10.6
Kategorie Brennprogramm
Lizenz proprietär (Shareware)
Deutschsprachig ja
de.dvdfab.cn

DVDFab ist eine modular aufgebaute Sammlung verschiedener Kopier- und Konvertierwerkzeuge für DVD und Blu-ray, die von dem chinesischen Softwareunternehmen Fengtao Software produziert und vertrieben wird. Die zugehörigen Programme können einzeln wahlweise in einer zeitlich begrenzt oder lebenslang gültigen Lizenz erworben werden und existieren in Versionen für Microsoft Windows sowie Mac OS X. Das Betreiben der Windows-Anwendungen unter Linux mit Hilfe von Wine funktioniert in den meisten Fällen zufriedenstellend.[2]

Ursprünglich entstand DVDFab aus dem Projekt DVDToolbox.[3] Beide Projekte wurden von dem deutschen Entwickler Joerg Plenert bis zur Reform des Urheberrechts im Jahre 2003 betrieben.[4][5]

Mit Erscheinen der Version 5 wurden die zuvor angebotenen Programmvarianten DVDFab Gold und DVDFab Platinum funktionell erweitert und neu strukturiert. Dabei wurden die Paketfunktionen auf die nachfolgend beschriebenen, weitgehend unabhängigen Teilprogramme verteilt.

Seit Version 8 kann DVDFab für Transcodierungsvorgänge unter Nutzung der CUDA-Technologie brachliegende Ressourcen von Nvidia-Grafikkarten nutzen und somit den Umwandlungsvorgang deutlich beschleunigen. Ein vergleichbares Verfahren für ATI-Karten (ATI Stream Acceleration) wird derzeit nur bei der Decodierung von Videomaterial unterstützt.

Seit Version 8.0.9.0 basiert die Benutzeroberfläche des Programms auch bei den stabilen Versionen nur noch auf Qt, während zuvor für einige Monate Beta-Versionen jeweils auf Qt und nicht auf Qt basierend angeboten wurden. Als Gründe für die Nutzung von Qt führt der Entwickler die bessere Möglichkeit zur Bereitstellung verschiedener Skins an, außerdem sei der Umstieg ein wichtiger Schritt in Richtung einer Mac-Version gewesen. Gegenüber früheren Versionen unterscheidet sich die neue Qt-Oberfläche für den Anwender nur geringfügig von der Oberfläche früherer Versionen.

Am 23. September 2011 wurde eine als „Preview“ bezeichnete Version für Max OS X mit noch unvollständigem Funktionsumfang veröffentlicht.[6] Seit Version 8.1.3.8 vom 10. Dezember 2011 wird die Mac-Version zum regulären Verkauf angeboten und neben der Windows-Version bereitgestellt.

Seit Version 9.1.3.5 (18. März 2014) wird zusätzlich eine Version des Programms ohne Kopierschutzentfernung unter dem Namen BluFab vertrieben.

Module des Hauptprogramms[Bearbeiten]

Während es bis Version 7 noch bestimmte Abhängigkeiten zwischen Modulen gab, sind seit Version 8 alle Module außer 2D to 3D Converter einzeln und unabhängig voneinander lauffähig. Das Programmpaket enthält dabei immer sämtliche Module, die je nach vorgefundener Lizenz aktiviert oder deaktiviert werden. In der Demoversion sind alle Module zeitlich begrenzt verfügbar. Wenn eine Lizenz für mindestens ein Modul vorliegt, können die nicht lizenzierten Module auf Wunsch ausgeblendet werden.

DVD Copy[Bearbeiten]

Das Kernmodul kopiert Inhalte einer Video-DVD auf Festplatte (rippen) oder auf einen (beschreibbaren) optischen Datenträger. Wie bei vergleichbaren Programmen (z. B. CloneDVD, DVD Shrink) kann das Material erforderlichenfalls transcodiert werden, um Inhalte einer DVD9 auf einem handelsüblichen DVD5-Rohling unterbringen zu können. Ebenso besteht die Möglichkeit, bestimmtes Material (z. B. Menüs, fremdsprachige Audiospuren, Untertitelspuren) aus der Kopie zu entfernen. Als besondere Funktion ist es außerdem möglich, Inhalte verschiedener DVD-Quellen zu einer einzelnen DVD derart zusammenzuführen, dass diese automatisch ohne Pause aufeinanderfolgend abgespielt werden. Vor Version 8 wurde dieses Modul unter der Bezeichnung DVD to DVD vertrieben.

Blu-ray Copy[Bearbeiten]

Das Blu-ray-Modul erweitert die Software um die Möglichkeit, auch Blu-ray-Medien zu kopieren. Seit Version 6 kann DVDFab Material einer BD50 auf die Größe eines handelsüblichen BD25-Rohlings herunterrechnen. Das Herunterrechnen auf DVD-Größe wird seit Version 8.0.4.0 von diesem Modul nicht mehr unterstützt, sondern wurde in das Modul Blu-ray to DVD Converter ausgelagert. Wie beim DVD-Modul können unerwünschte Inhalte aus der Kopie entfernt werden. Vor Version 8 wurde dieses Modul unter der Bezeichnung Blu-ray to Blu-ray vertrieben.

DVD Ripper[Bearbeiten]

Dieses Modul ermöglicht es (ähnlich wie CloneDVD Mobile), Material einer Video-DVD in Formate verschiedener videofähiger mobiler Endgeräte zu konvertieren. Vor Version 8 wurde dieses Modul unter der Bezeichnung DVD to Mobile vertrieben. Erst seit Version 8 ist dieses Modul auch ohne DVD Copy lauffähig.

Blu-ray Ripper (3D Plus)[Bearbeiten]

Seit Version 7 verfügt die Software optional über die Möglichkeit, auch Inhalte von Blu-ray-Medien zu mobilen Containerformaten zu konvertieren (z.B. MKV, AVI, DivX und konsoleneigene Formate). Seit Version 8.0.5.0 ist Das Modul Blu-ray 3D Ripper im Programm enthalten. Seit Version 9.0.3.3 Beta werden die zwei Moduln zu DVDFab Blu-ray-Ripper (3D Plus) zusammengeführt. Mit diesem Modul können alle 2D/3D Blu-rays in verschiedene 2D/3D Video-/Audioformate nach Bedürfnissen gerippt/konvertiert werden.

Blu-ray to DVD Converter[Bearbeiten]

Seit Version 8.0.4.0 existiert dieses Modul, mit dem der Inhalt von Blu-ray-Medien mit entsprechendem Qualitätsverlust auf DVD-Größe heruntergerechnet werden kann. In früheren Versionen war diese Funktion Teil des Moduls Blu-ray Copy.

2D to 3D Converter[Bearbeiten]

Dieses Modul ist seit Programmversion 8.0.9.0 im Paket enthalten und erweitert die Module DVD Ripper, Blu-ray Ripper und Video Converter um die Möglichkeit, 2D-Videomaterial in 3D-Material umzurechnen und in verschiedenen Containerformaten (derzeit AVI, MP4, MKV, FLV, M2TS oder TS) zu speichern. Da es sich um eine Erweiterung handelt, wird zusätzlich mindestens eines der genannten Module zwingend benötigt.

Video Converter[Bearbeiten]

Video Converter ist ein reines Konvertierprogramm, das ein bereits in Dateiform vorliegendes Video in andere Formate umwandeln kann. Das Auslesen und Transcodieren von DVD-Material ist mit diesem Modul allein nicht möglich. Vor Version 8 wurde dieses Modul unter der Bezeichnung File to Mobile vertrieben.

DVD Creator[Bearbeiten]

Mit diesem Modul können fast alle gängigen Videodateien aus dem Internet, Videocamcorder, Handy usw. in ein DVD Videoformat zu konvertieren und sie für die Wiedergabe auf Standalone-Playern auf leere DVD Discs zu brennen.

Blu-ray Creator[Bearbeiten]

Dieses Modul wandelt alle Videodateien auf dem PC in BD-Videoformate um. Er unterstützt fast alle Videoformate wie MKV, MP4, AVI, M2TS, TS, MOV, WMV, WMA, 3GP, FLV, M4V und VOB. Damit kann man nicht nur Videoclips auf Disc gebrennen, sondern auch Filme im Blu-ray Ordner auf der Festplatte für ein späteres Brennen sichern.

HD Decrypter[Bearbeiten]

Mit diesem Modul können Inhalte eines Mediums auf Festplatte kopiert werden. Beschreiben von optischen Medien, Kompression oder ausgefeiltes Reauthoring sind damit nicht möglich, dafür ist es – als einziges Modul des ansonsten kommerziellen Paketes – Freeware. Unterstützung für neu erschienene Medien und neue Kopierschutzverfahren wird in dieses Modul unter Umständen erst einige Monate später integriert.

File Transfer[Bearbeiten]

Das ursprünglich kostenpflichtige, seit April 2013 (Version 9.0.3.6) jedoch kostenfrei angebotene Programm File Transfer soll das Transferieren von kompatiblem Videomaterial auf mobile Endgeräte erleichtern. Obwohl es prinzipiell auch einzeln installiert werden kann, arbeitet es unmittelbar mit den Modulen DVD Copy und Blu-ray Copy zusammen. Die Einzelnutzung ist kaum sinnvoll, da für das reine Transferieren von Daten auf mobile Geräte in der Regel bereits vom Hersteller des Gerätes Möglichkeiten bereitgestellt werden. File Transfer allein kann weder transcodieren noch konvertieren, d. h. das zu überspielende Material muss bereits in einem passenden Dateiformat vorliegen oder unter Nutzung der genannten Module des Hauptprogramms in ein solches gebracht werden.

Derzeit ermöglicht File Transfer lediglich die Übertragung auf die Geräte iPod, PSP und Zune und wurde abgesehen von geringfügigen Oberflächenanpassunen seit mehren Jahren nicht weiterentwickelt.

Weitere Programme der DVDFab-Serie[Bearbeiten]

Neben dem modularen Hauptprogramm existieren einige einzeln lauffähige Programme, die die Arbeit mit dem Hauptprogramm ergänzen oder Funktionen des Hauptprogramms für andere Anwendungen verfügbar machen.

DVDFab Passkey
Entwickler Fengtao Software Inc.
Aktuelle Version 8.2.1.6 [7]
(18. Juni 2014)
Betriebssystem ab Windows 2000 aufwärts
Kategorie Filtertreiber
Lizenz proprietär (Shareware)
Deutschsprachig ja
de.dvdfab.cn

DVDFab Passkey[Bearbeiten]

DVDFab Passkey ist ein separates Programm, das ähnlich wie AnyDVD arbeitet. Es handelt sich dabei um einen im Hintergrund aktiven Prozess, der Kopierschutztechnologien und andere Einschränkungen von DVD- und Blu-ray-Medien entfernt und die Videodaten ungeschützt an die verarbeitende Anwendung weiterreicht. Das Programm verwendet dieselben Entschlüsselungsfunktionen wie die DVDFab-Module und ergänzt DVDFab in keiner Weise. Die Verwendung von Passkey ist somit nur dann sinnvoll, wenn Material nicht mit DVDFab verarbeitet werden soll.

Während einer öffentlichen Beta-Phase gab es nur eine Version, die alle Funktionen enthielt und kostenlos verfügbar war. Seit November 2010 wird das Programm in drei verschiedenen Versionen angeboten: Passkey DVD arbeitet nur mit DVDs und Passkey Blu-ray nur mit Blu-ray-Medien. Beide Versionen sind kostenpflichtig. Außerdem existiert die kostenlose Version Passkey Lite, die sowohl mit DVDs als auch mit Blu-rays arbeiten kann, jedoch einige Funktionen der Kaufversionen nicht enthält (bei DVDs: kein Entfernen von CPPM/CPRM[8] und strukturellen Kopierschutzmechanismen wie ARccOS, bei Blu-rays: keine Unterstützung von BD+ und keine Verarbeitung von Discs, die MKB v12 oder höher enthalten).

Free DVD[Bearbeiten]

Free DVD entfernt CSS, den analogen Macrovisions-Kopierschutz und Nutzereinschränkungen (UOPs) von DVD-Daten, die bereits mit einem anderen Programm unbearbeitet auf Festplatte kopiert wurden. Es wird kostenlos angeboten, enthält jedoch keine Funktion zum Rippen einer DVD auf Festplatte und unterstützt wie Passkey Lite keine Kopierschutztechniken, die auf strukturellen Fehlern basieren.

DVDFab Region Reset[Bearbeiten]

Der für Blu-ray-Medien zu verwendende Regionalcode darf auf einem System normalerweise nur wenige Male geändert werden. Das kostenlose Programm DVDFab Region Reset kann zum einen dieses Limit in verbreiteten Software-Playern wie etwa PowerDVD zurücksetzen und zum anderen die Regionalcode-Einstellungen unterstützter Player ändern, ohne dass diese Änderung vom Limit der noch verbleibenden Änderungen abgezogen wird.

Die Funktion von DVDFab Region Reset ist auch in DVDFab Passkey enthalten.

DVDFab Virtual Drive[Bearbeiten]

Das kostenlose Zusatzprogramm DVDFab Virtual Drive erstellt, ähnlich wie Alcohol 120%, Virtual CD oder Virtual Clone Drive, bis zu 18 virtuelle DVD- oder Blu-ray-Laufwerke, in welche ISO-Abbilder physischer Datenträger gemountet werden können.

DVDFab Inspector[Bearbeiten]

DVDFab Inspector ist ein kostenloses Programm, damit das System nach CD- /DVD-/Blu-ray Laufwerken zu scannen und diese zu analysieren. Man kann sich alle Informationen, wie z.B. die unterstützten Medien, die Firmware-Version, die Schreib- und Lesemöglichkeiten und die maximalen Geschwindigkeiten anzeigen lassen.

DVDFab Media Player[Bearbeiten]

DVDFab Media Player kann Original Blu-ray Discs, Standard Blu-ray Ordner, ISO-Image-Dateien und fast alle gängigen Videodateien aus dem Internet, HDD, SD-Karte, usw. abspielen. Dieses Programm macht den Computer zu einem Multimedia-Center.

Rechtliche Aspekte[Bearbeiten]

Die Standardversion von DVDFab umgeht nach Aussage des Herstellers ohne Nachfrage oder Möglichkeit zur Einflussnahme neben CSS auch sämtliche sonstigen derzeit eingesetzten Kopierschutztechniken für DVDs sowie die AACS-Verschlüsselung von Blu-ray-Medien. Eine Aushebelung des BD+-Kopierschutzes ist seit November 2009 ebenfalls realisiert und seit Januar 2011 kann für einen bestimmten Sonderfall auch das Cinavia-Wasserzeichen verfälscht und damit ausgehebelt werden.

Aus diesen Gründen sind das Bewerben, der Vertrieb und die nicht dem eigenen Privatgebrauch dienende Nutzung von DVDFab für kopiergeschützte Medien in den meisten EU-Staaten, unter anderem auch in Deutschland und Österreich, gemäß geltender Urheberrechtsgesetze nicht zulässig. Auf dvdfab.net wurde bis zur Einführung des gänzlich ohne Verschlüsselungsumgehung arbeitenden Produktes BluFab im April 2014 eine Version des Hauptprogramms angeboten, die keine Entschlüsselungsfunktionen für CSS enthielt, andere Kopierschutzverfahren jedoch wie die vollständige Version umgehen konnte.[9] Die deutsche Domain dvdfab.de verweist allerdings auf die vollständige Version, wie sie bis Februar 2014 auch unter dvdfab.com bereitgestellt wurde.

DVDFab verwendet die freie Software FFmpeg, weist jedoch erst seit Version 8.1.0.2 auf diese Tatsache hin und stellt weder den Quellcode der vorgenommenen Anpassungen noch die vorgeschriebenen Lizenzinformationen bereit. Damit verletzt DVDFab die GNU Lesser General Public License[10], unter der FFmpeg veröffentlicht wurde.

Am 21. Februar 2014 hat die AACS LA eine einstweilige Verfügung gegen Unternehmen, Websitebetreiber und Personen beantragt, die mit dem Unternehmen Fengtao Software Inc. (Entwickler von DVDFab) in Verbindung stehen[11]. Das New Yorker Bundesgericht hat in Abwesenheit von Vertretern von Fengtao Software Inc. zugunsten der AACS folgendes entschieden[12]:

  • Beschlagnahmung verschiedener Domains, u.a. dvdfab.com
  • Betreiber sozialer Netzwerke und Suchmaschinen wie Google und Facebook wurden aufgefordert, jeglichen Service für DVDFab einzustellen.
  • Außerdem wurden Zahlungsdienstleister aufgefordert, Zahlungen an Fengtao einzufrieren und den Service einzustellen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizielle Release Notes für DVDFab
  2. Artikel DVDFab Platinum in der WineHQ Applications Database
  3. Artikel DVDToolbox wird DVDFab in movie2digital
  4. Artikel DVDFab | Die wahrscheinlich letzte Version in gleitz.info
  5. Artikel DVDFab sold in afterdawn.com
  6. Ankündigung der Preview-Version für Mac OS X
  7. Offizielle Release Notes für Passkey
  8. Informationen finden sich im Artikel Content Protection for Recordable Media der englischen Wikipedia
  9. Downloadseite der Version ohne Entschlüsselungefunktionen auf dvdfab.net
  10. DVDFab Decrypter Platinum fails to provide source and licensing information, abgerufen am 19. März 2014
  11. Zusammenfassung der Klage gegen DVDFab vom 21. Februar 2014
  12. Kommentar zum Urteil gegen DVDFab des Blogs Torrentfreak

Weblinks[Bearbeiten]