Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen

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Die Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V. (DVJJ) ist ein Verein zur Förderung der Jugendkriminal-Rechtspflege.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband wurde als gemeinnütziger Verein 1917 auf dem vierten Jugendgerichtstag in Berlin gegründet. Zwischen 1934 und 1952 ruhte das Vereinsleben. Eine Neugründung fand wiederum in Berlin statt.

Der Verband begleitete die Einführung des Reichsjugendgerichtsgesetzes von 1923. Während der Zeit des Nationalsozialismus teilte sich die DVJJ: Zahlreiche Vereinsmitglieder wurden mit Arbeitsverboten belegt, andere dienten sich dem NS-Regime an. Der Verband wurde aufgelöst, mehrere Mitglieder beteiligten sich jedoch an den Arbeiten zum Reichsjugendgerichtsgesetz von 1943. In dieser Reihe stand auch das jetzige Jugendgerichtsgesetz von 1953.

Der heutige Verband wurde maßgeblich geprägt von Horst Schüler-Springorum. Schüler-Springorum war von 1962 bis 1968 Geschäftsführer der DVJJ und von 1968 bis 1986 der Vorsitzende.[1]

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Satzungsgemäße Aufgaben des Verbandes sind die Erarbeitung und Aufbereitung kriminalpolitischer Themen mit Sachbezug zur Jugendkriminalität. Sie soll Stellungnahmen und eigenständige Positionen formulieren. Ferner stehen die Schulung und Weiterbildung von Fachpersonal in der Jugendkriminalrechtspflege in ihrem Aufgabenkatalog.

Der Verband wird in allen politischen Beratungen zur Jugendhilfe oder zum Jugendstrafrecht hinzugezogen.

Mitgliederschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband rekrutiert ihre Mitglieder weitgehend aus dem Bereich der Jugendkriminalrechtspflege, also (Jugend-)Richtern, Staatsanwälten, Rechtsanwälten, der Polizei, Jugendgerichtshilfe, Jugendhilfe, Jugendämtern, Sozialarbeitern und Sozialpädagogen, aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Studentinnen und Studenten der einschlägigen Fachrichtungen. Die derzeitige Mitgliederstärke beträgt etwa 1.800.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband arbeitet in 17 Regionalgruppen und sechs Bundesarbeitsgemeinschaften.[2]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einer Schriftenreihe publiziert der Verband eine Quartalszeitschrift („Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe“), die aus dem früheren DVJJ-Journal hervorgegangen ist.

Jugendgerichtstage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband veranstaltet regelmäßig im dreijährigen Rhythmus die Deutschen Jugendgerichtstage.

Henry-Maske-Fonds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Förderung von gefährdeten Jugendlichen hat Henry Maske einen Fonds bei der DVJJ ins Leben gerufen. Die Förderung soll der Bekämpfung der Jugendkriminalität dienen.

Vorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem 28. Jugendgerichtstag in Münster hat Theresia Höynck (Universität Kassel) Bernd-Rüdeger Sonnen (Universität Hamburg) als Vorsitzenden abgelöst.

Geschäftsstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschäftsstelle befindet sich in Hannover.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frieder Dünkel: In memoriam Horst Schüler-Springorum. In: Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform, 98. Jahrgang, Heft 5 (Oktober 2015), S. 409–411
  2. http://www.dvjj.de/ebene.php?ebene=212