Daaden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Daaden
Daaden
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Daaden hervorgehoben
Koordinaten: 50° 44′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)
Verbandsgemeinde: Herdorf-Daaden
Höhe: 427 m ü. NHN
Fläche: 19,56 km²
Einwohner: 4202 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 215 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57567
Vorwahl: 02743
Kfz-Kennzeichen: AK
Gemeindeschlüssel: 07 1 32 018
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 4
57567 Daaden
Webpräsenz: www.daaden.org
Ortsbürgermeister: Walter Strunk (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Daaden im Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
Friesenhagen Harbach (Landkreis Altenkirchen) Niederfischbach Mudersbach Brachbach Kirchen (Sieg) Herdorf Daaden Emmerzhausen Mauden Derschen Nisterberg Friedewald (Westerwald) Weitefeld Niederdreisbach Schutzbach Grünebach Alsdorf (Westerwald) Betzdorf Scheuerfeld Wallmenroth Willroth Krunkel Horhausen (Westerwald) Pleckhausen Güllesheim Obersteinebach Niedersteinebach Bürdenbach Eulenberg (Westerwald) Peterslahr Rott (Westerwald) Burglahr Oberlahr Eichen (Westerwald) Seifen (Westerwald) Seelbach (Westerwald) Flammersfeld Kescheid Reiferscheid Berzhausen Obernau (Westerwald) Walterschen Schürdt Orfgen Ziegenhain (Westerwald) Giershausen Katzwinkel (Sieg) Birken-Honigsessen Wissen (Stadt) Hövels Mittelhof Nauroth Elkenroth Rosenheim (Landkreis Altenkirchen) Kausen Dickendorf Malberg (Westerwald) Steinebach/Sieg Fensdorf Gebhardshain Elben (Westerwald) Steineroth Molzhain Selbach (Sieg) Forst (bei Wissen, Sieg) Bitzen Etzbach Roth (Landkreis Altenkirchen) Bruchertseifen Fürthen Hamm (Sieg) Seelbach bei Hamm (Sieg) Breitscheidt Pracht Birkenbeul Niederirsen Kircheib Hirz-Maulsbach Fiersbach Mehren (Westerwald) Rettersen Ersfeld Hasselbach (Westerwald) Forstmehren Kraam Werkhausen Oberirsen Weyerbusch Hemmelzen Neitersen Birnbach Ölsen Schöneberg (Westerwald) Stürzelbach Fluterschen Oberwambach Berod bei Hachenburg Gieleroth Almersbach Altenkirchen (Westerwald) Michelbach (Westerwald) Ingelbach Sörth Mammelzen Eichelhardt Idelberg Isert Helmeroth Racksen Volkerzen Hilgenroth Obererbach (Westerwald) Bachenberg Busenhausen Heupelzen Wölmersen Kettenhausen Helmenzen Nordrhein-Westfalen Landkreis Neuwied Westerwaldkreis Landkreis NeuwiedKarte
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Daaden ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. In Daaden ist der Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Herdorf-Daaden, der sie auch angehört. Daaden ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum eingestuft.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daaden liegt im nördlichen Rheinland-Pfalz auf der Grenze zwischen Westerwald und Siegerland und grenzt im Nordosten unmittelbar an Nordrhein-Westfalen.

Durch die Orte Daaden und Biersdorf fließt die Daade. Der Bach entspringt am Stegskopf und mündet bei Alsdorf in der Heller. Mitten in Daaden mündet der Friedewalder Bach in die Daade.

Nordöstlich von Daaden entspringt der Sottersbach, der unweit vom Ort liegt, nur durch den Mühlberg getrennt. Weitere Berge um Daaden sind der Hahnenkopf und Auf der Burg. Daaden liegt auf einer Höhe von 427 m über NN.

In der Nähe lag der Truppenübungsplatz Daaden (Lager Stegskopf) der Bundeswehr. Das Gebiet des Truppenübungsplatzes ist zum Teil Naturschutzgebiet, da sich dort ein Niedermoor mit Ansätzen zum Hochmoor („Derscher Geschwämm“) mit seltenen Pflanzen befindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1219 wurde Daaden erstmals urkundlich genannt unter „Gerardus sacerdos de Dadene“. Ein Priester namens Gerhard aus Daaden hatte in einem Kloster bei Seck gemeinsam mit einem Pfarrer aus Burbach eine Urkunde mitbesiegelt.[3] Seit dem frühen Mittelalter war Daaden Sitz des Kirchspiels[4] und der Verwaltung im ehemaligen Amt Friedewald der Grafschaft Sayn.[5]

1712 wurde die Grube Füsseberg erstmals erwähnt. Bis zu ihrer Stilllegung im Jahr 1965, als eine der letzten beiden Gruben im Siegerländer Erzrevier, prägten die Gruben das wirtschaftliche Bild Daadens und besonders Biersdorfs. Mit über 1.000 m Teufe und mehreren Millionen geförderten Tonnen Eisenerz war die Grube auch eine der größeren in der gesamten Region. Weitere Gruben waren Glaskopf, Krain, Morgenstunde, Reuschenberg oder Freiheitskrone, die außer Glaskopf aber alle wenig wirtschaftliche Bedeutung hatten. Um 1800 war in Daaden eine Eisen- und Kupferhütte in Betrieb, die aber in den 1870er Jahren bereits stillgelegt wurde.

Der industrielle Aufschwung und mit ihm der Wohlstand im Daadetal kam nach dem Bahnbau der Strecke Betzdorf-Daaden in den Jahren 1884/1885.[6]

1815 wurde unter preußischer Verwaltung die Bürgermeisterei Daaden neu gebildet, die der heutigen Verbandsgemeinde Daaden gleicht. Verwaltungssitz war Daaden. Die heutige Ortsgemeinde entstand am 7. Juni 1969 durch Neubildung aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Biersdorf (1.616 Einwohner) und Daaden (3.150 Einwohner).[7]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Daaden bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen::[2][1]

Jahr Einwohner
1815 1.221
1835 1.565
1871 2.078
1905 3.202
1939 3.447
1950 3.941
Jahr Einwohner
1961 4.734
1970 4.759
1987 4.537
1997 4.671
2005 4.480
2015 4.202

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Daaden besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem vorsitzenden Ortsbürgermeister.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[8]

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2014 8 5 2 5 20 Sitze
2009 7 4 4 5 20 Sitze
2004 6 5 4 5 20 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenamtlicher Ortsbürgermeister ist Walter Strunk (SPD), er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 54,1 Prozent der Stimmen direkt gewählt.[9]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daaden pflegt seit 1987 eine Partnerschaft mit Fontenay-le-Fleury im französischen Département Yvelines.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barockkirche Daaden, nachts beleuchtet in der Adventszeit

Die evangelische Pfarrkirche gilt nach Hermann-Josef Roth als „eine der schönsten Barockkirchen des Westerwaldes“. Der quadratische Westturm erinnert noch an den romanischen Vorgängerbau von 1136, der dem Neubau von 1722 bis 1724 weichen musste. Als Besonderheit ist ein Engel auf der Kirchturmspitze als Wetterfahne montiert.

Im Hauptort wie im Ortsteil Biersdorf sind einige alte Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert zu sehen. Das Steinhaus Alte Post war ursprünglich Sitz des gräflichen Oberamtmannes von Schütz, 1671 als schlossähnliches Herrschaftshaus durch N. W. Simolt errichtet. 80 Jahre beherbergte das Gebäude die Poststelle, 1979/1980 wurde es restauriert und mit einem Anbau versehen, in dem sich das Bürgerhaus befindet. In der Alten Post befindet sich das Heimatmuseum des Daadener Landes.[10]

Ein weiteres sehenswertes Baudenkmal ist die Steinches Mühle[11] zwischen Daaden und Emmerzhausen, etwa 100 Meter von der Abzweigung Richtung Mauden und Derschen entfernt.[12]

Siehe auch:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daaden liegt an den Landesstraßen 280 und 285. Deren Ausbau im Ort führte dazu, dass die beiden sich innerorts zur Daade vereinigenden Bachläufe des Emmerzhäuser Baches und des Friedewälder Baches nun teilweise unterirdisch verlaufen und an manchen Stellen nicht mehr sichtbar sind.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Behörden

Als Sitz der Verbandsgemeinde beherbergt Daaden deren Verwaltung.

Bildungseinrichtungen

Daaden verfügt über zwei Grundschulen (Daadetalschule und Grundschule Biersdorf) sowie über eine Realschule plus (Hermann Gmeiner Schule).

Freizeit- und Sportanlagen

Die Verbandsgemeinde Daaden unterhält in Daaden ein Hallenbad. Außerdem gibt es ein Freibad in Trägerschaft der Ortsgemeinde. Darüber hinaus findet man in Daaden eine Skateranlage, einen Tennisplatz, eine Schießsportanlage, einen Kunstrasenplatz, eine Minigolfanlage, einen Beach-Volleyballplatz, einen Bolzplatz sowie zwei Turnhallen (in einer befindet sich eine Kletterwand).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Koch: 775 Jahre Daaden. Ein Gang durch die Jubiläumsgemeinde und ihre wechselvolle Geschichte. Siegen 1994. ISBN 3-928343-04-1.
  • Hans Schell: Rund um den Stegskopf. Aus Tier- und Pflanzenwelt des Truppenübungsplatzes Daaden und seiner Nachbargemeinden. Westerwald-Verein „Freunde Rund um den Stegskopf“. Daaden 2003.
  • Gerhard Beck, Horst Walter Overkott, Arbeitskreis Heimatgeschichte Daadener Land (Hrsg.): Lithografien und kolorierte Ansichtskarten des Daadener Landes. Cardamina-Verlag, Plaidt, 2. Auflage 2011, ISBN 978-3-938649-83-1.
  • Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Siegener Urkundenbuch, Band I, Siegen, 1887, S. 8, Nr. 7.
  4. Zur konfessionellen Entwicklung vgl. Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74-80.
  5. Das "Daadener Land" auf http://www.daaden.de/
  6. Darstellung der Ortsgeschichte auf den Seiten der Verbandsgemeinde Daaden
  7. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 174 (PDF; 2,6 MB)
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Wahl der ehrenamtlichen Orts- und Stadtbürgermeister
  10. „Das Heimatmuseum Daaden vermittelt überraschende Einblicke“
  11. Zur Entwicklung der „Steinches Mühle“, der Daadener Mühle und der Biersdorfer Mühle in Daaden vgl. Daniel Schneider: Das Mühlengewerbe in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 59 (2016), S. 219-237.
  12. Die Hinweise zur Kultur sind dem Buch "Westerwald" von Hermann-Josef Roth (DuMont, Köln, 1981) entnommen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]