Dabel

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern. Zum deutschen Schriftsteller siehe Gerhard Dabel.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dabel
Dabel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dabel hervorgehoben
Koordinaten: 53° 40′ N, 11° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Sternberger Seenlandschaft
Höhe: 58 m ü. NHN
Fläche: 24,72 km2
Einwohner: 1442 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19406
Vorwahl: 038485
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 026
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 1
19406 Sternberg
Webpräsenz: amt-ssl.de
Bürgermeister: Herbert Rohde
Lage der Gemeinde Dabel im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Brandenburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Nordwestmecklenburg Banzkow Plate Plate Sukow Bengerstorf Besitz (Mecklenburg) Brahlstorf Dersenow Gresse Greven (Mecklenburg) Neu Gülze Nostorf Schwanheide Teldau Tessin b. Boizenburg Barnin Bülow (bei Crivitz) Crivitz Crivitz Demen Friedrichsruhe Tramm (Mecklenburg) Zapel Dömitz Grebs-Niendorf Karenz (Mecklenburg) Malk Göhren Malliß Neu Kaliß Vielank Gallin-Kuppentin Gischow Granzin Obere Warnow Gehlsbach (Gemeinde) Kreien Kritzow Lübz Lübz Marnitz Passow (Mecklenburg) Siggelkow Suckow Tessenow Gehlsbach (Gemeinde) Werder (bei Lübz) Goldberg (Mecklenburg) Dobbertin Goldberg (Mecklenburg) Mestlin Neu Poserin Techentin Goldberg (Mecklenburg) Balow Brunow Dambeck Eldena Gorlosen Grabow (Elde) Karstädt (Mecklenburg) Kremmin Milow (bei Grabow) Möllenbeck (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Muchow Prislich Grabow (Elde) Zierzow Alt Zachun Bandenitz Belsch Bobzin Bresegard bei Picher Gammelin Groß Krams Hoort Hülseburg Kirch Jesar Kuhstorf Moraas Pätow-Steegen Picher Pritzier Redefin Setzin Strohkirchen Toddin Warlitz Alt Krenzlin Bresegard bei Eldena Göhlen Groß Laasch Leussow Lübesse Lüblow Rastow Sülstorf Uelitz Warlow Wöbbelin Blievenstorf Brenz (Mecklenburg) Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe Cambs Dobin am See Gneven Pinnow (bei Schwerin) Langen Brütz Leezen (Mecklenburg) Pinnow (bei Schwerin) Raben Steinfeld Domsühl Domsühl Obere Warnow Groß Godems Zölkow Karrenzin Lewitzrand Rom (Mecklenburg) Spornitz Stolpe (Mecklenburg) Ziegendorf Zölkow Barkhagen Ganzlin Ganzlin Ganzlin Plau am See Blankenberg (Mecklenburg) Borkow Brüel Dabel Hohen Pritz Kobrow Kuhlen-Wendorf Kloster Tempzin Mustin (Mecklenburg) Sternberg Sternberg Weitendorf (bei Brüel) Witzin Dümmer (Gemeinde) Holthusen Klein Rogahn Klein Rogahn Pampow Schossin Stralendorf Warsow Wittenförden Zülow Wittenburg Wittenburg Wittenburg Wittendörp Gallin Kogel Lüttow-Valluhn Vellahn Zarrentin am Schaalsee Boizenburg/Elbe Ludwigslust Lübtheen Parchim Parchim Parchim HagenowKarte
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Dabel ist eine Gemeinde im Nordosten des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Sternberger Seenlandschaft mit Sitz in der Stadt Sternberg verwaltet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dabeler See

Die Gemeinde liegt inmitten einer bewaldeten Seenlandschaft etwa sechs Kilometer östlich von Sternberg. Im Gemeindegebiet liegen der Dabeler See und der Holzendorfer See. Im Südosten grenzt der Kleinpritzer See an die Gemarkung. Nördlich des Ortes Dabel liegt das Naturschutzgebiet Gägelower See, das sich flächenmäßig zum Großteil auf dem Stadtgebiet von Sternberg befindet. Im Süden und Westen der Gemeinde gibt es größere Waldflächen, so etwa im Westen die Peeschen Tannen. Höchste Erhebung ist der Flötenberg mit 64,3 m ü. HN. Durch die Gemeinde fließt die Möllerbek. Durch den Ort Dabel führen die Bundesstraße 192 sowie die seit 1996 nicht mehr im Personenverkehr bediente Bahnstrecke Wismar–Karow.

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Dabel und Holzendorf [2] sowie den Siedlungen Woland und Turloff.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dabel wurde 1262 erstmals erwähnt, als Fürst Johann von Mecklenburg dem Closter Dobbertin vorlassen oder verlehnet, Sechs Hufen am Dorffe Dabele, die Thydericus Vlotow gehabt hat. [3] Am 28. Januar 1263 nahm Papst Urban V. das Kloster Dobbertin und dessen Güterbesitz, darunter auch sechs Hufen zu Dabele, unter seinen Schutz.[4]

Die Ortsbezeichnung ist vermutlich in der Wendenzeit entstanden, möglicherweise aus "Dab oder Dabele" und bedeutet Eiche. Von einer frühen Besiedlung zeugen neben zahlreichen Großstein- und Hügelgräbern auch die archäologischen Fundplätze mit Keramik und Grauware.

Fürst Heinrich von Mecklenburg verkaufte 1306 dem Kloster Sonnenkamp den Nepersmühlen-See und überwies das Kirchlehn das Kirchlehn in demselben Dorffevnd derselben Filial, nomlich die Kirche zu Dabele. [5] Den Hauptbesitz in Dabel hatten bis 1336 die von Mallin. Danach kaufte das Kloster Dobbertin das Dorf und ließ sich am 8. Dezember 1336 von Fürst Albrecht von Mecklenburg das Eigentum bestätigen. Bis ins 17. Jahrhundert blieb das Dorf im Besitz des Klosters Dobbertin. Das Kloster erhielt am 5. Oktober 1583 durch Herzog Ulrich neben verschiedenen Grundbesitz nahe von Dabel, das dem Kloster Sonnenkamp in Neukloster gehörte, auch das Patronat über die Dabeler Kirche. Das Dobbertiner Patronat dauerte bis 1642.[6]

Vor 1645 gab es in Dabel noch zwölf Bauern und sieben Kossaten, nach 1645 waren es nur noch drei Bauern.

Nach 1945 gehörte Dabel erst zum Land Mecklenburg und dann von 1952 bis 1990 zum Bezirk Schwerin. Dabel war von 1979 bis 1990 Standort der NVA. Nach der Wende war Dabel bis 2006 der Bundeswehrstandort für das Panzerartilleriebataillon 405.

Holzendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1235 gehörten dem Ritter Detlev Thetlev von Gadebusch zu Holzendorf südlich von Sternberg zehn Hufen.[7] den Zehenden von zehen Hufen zu Holzendorff in Villa Holtzatorum, die sein Oheim Thetleuus, ein ritter von Godebuz, von ihm, dem Bischof Brunward von Schwerin zu lehen gehabt. [8]

Turloff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pribislav von Richenberg verlieh 1256 seinem Kaplan Jordan die Pfarre zu Wamckow mit Turglove Villa als Nachbarort Turloff. Neben den wüsten Dörfern Buchholz und Stampen gehörte Turloff zum Kirchspiel Wamckow.[9] 1316 verlieh Heinrich von Mecklenburg dem Berthold von Wamekow das Dorf Torgelow villa Torgelowe, das heutige Turloff.[10] 1447 war der Ort eingegangen Dorpstede to Thurgelowe, die Villa ist eingegangen. 1534 ist zu hören eyne wuste veltmarke Torgeloge genomet, de veltmarke hefft nu hertich Hinrick thor vogedie thom sternberge. [11]

Ab 1848 war Turloff Forsthof und ab 1908 Oberförsterei. Der Forsthof wurde bis 1990 noch genutzt. Ab 1998 in private Nutzung, der Hof und die Gebäude wurden umfassend instandgesetzt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 53,57 % zu folgendem Ergebnis:[12]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Die Linke 15,07 % 2
NPD 12,62 % 1
Wählergemeinschaft 72,31 % 7

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vom Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick gestaltete Wappen wurde am 19. Juni 2002 durch das Innenministerium genehmigt und unter Nr. 264 in der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Gold eine rote Holländerwindmühle über einer erniedrigten blauen Wellenleiste, begleitet beiderseits und oben von je einem aufrechten Eichenblatt mit schwarzem Stiel, daran zwei blaue Früchte.“[13]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge der Gemeinde Dabel

Die Flagge der Gemeinde DabeI ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Gold (Gelb), Rot und Gold (Gelb) gestreift. Die äußeren goldenen (gelben) Streifen nehmen jeweils ein Viertel, der rote Mittelstreifen nimmt die Hälfte der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des Flaggentuchs liegt, zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs einnehmend das Wappen der Gemeinde. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.[13]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der wichtigsten Arbeitgeber im Ort ist seit 2007 die auf dem 2006 geräumten 58 Hektar großen Gelände der ehemaligen Moltke-Kaserne ansässige Dauerholz AG mit knapp 60 Mitarbeitern.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe auch:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tilo Schöfbeck: Das Land Sternberg im Mittelalter (7.–13. Jh.). Genese einer Kulturlandschaft im Gebiet der Warnower. In: Slawen und Deutsche im Hochmittelalter östlich der Elbe. Band 8, Studien zur Archäologie Europas ISBN 978-3-7749-3485-6

Gedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landeshauptarchiv Schwerin
    • LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 1341 Abtreten der ehemals zum Kloster Dobbertin gehörigen Dörfer Demen und Dabel an den Schweriner Herzog 1645.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Dabel. § 9. Gemeinde Dabel, 6. November 2014, abgerufen am 9. November 2015 (PDF; 242 kB).
  3. MUB II. (1864) Nr. 935.
  4. MUB II. (1864) Nr. 983.
  5. MUB IV. (1867) Nr. 3102.
  6. MUB III. (1865) Nr. 1686.
  7. MUB I. (1863) Nr. 440.
  8. Tilo Schöfbeck: Das Land Sternberg im Mittelalter. 2008. S. 198.
  9. MUB II. (1864) Nr. 770.
  10. MUB VI. (1870) Nr. 3833.
  11. Friedrich Lisch: Hauptbegebenheiten in der älteren Geschichte der Stadt Sternberg. MJB 12 (1847) S. 288.
  12. Amt Sternberger Seenlandschaft Wahlen 2014
  13. a b Hauptsatzung der Gemeinde Dabel. § 1. Gemeinde Dabel, 6. November 2014, abgerufen am 9. November 2015 (PDF; 242 kB).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dabel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien