Dachauer Moos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kleiner See im Hebertshauser Moos nordöstlich von Dachau

Das Dachauer Moos liegt nördlich von München um Dachau und Karlsfeld. Es stellt eine Niedermoorlandschaft mit Streuwiesen, Kiefernwäldern, Bruchwäldern und Auen dar. Sie ist Teil des Münchner Grüngürtels und gehört zum Naturschutzprojekt Natura 2000[1] und somit ein Flora-Fauna-Habitat (FFH), wobei die Gräben und Niedermoorreste mit 306 ha Größe angegeben werden. Als heutiges Kerngebiet kann das Ried- und Hackermoos bei Badersfeld angesehen werden.

Ursprünglich dehnte sich diese Landschaft von Fürstenfeldbruck bis Freising aus. Heute sind allerdings nur mehr Restbestände erhalten geblieben. Das Gebiet war ursprünglich für landwirtschaftliche Nutzung ungeeignet, jedoch ermöglichten im 19. Jahrhundert Entwässerungsmaßnahmen Landwirtschaft im kleinen Rahmen, die durch neue Anbaumethoden im 20. Jahrhundert erheblich intensiviert wurde. Landschaftsprägend ist auch das Nordmünchner Kanalsystem von Schloss Schleißheim und Schloss Dachau. Teile des Gebietes sind heute unter Naturschutz gestellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner reizvollen landschaftlichen Gegebenheiten zog das Dachauer Moos vom 19. Jahrhundert bis etwa in die 1930er Jahr hinein zahlreiche Maler an. Diese sind der später der Moderne zugeneigte Franz Marc, sowie auch Rudolf Epp, der Maler Christian Morgenstern und der berühmte Anekdotenmaler Carl Spitzweg, aber auch Berühmtheiten wie Eduard Schleich, Adolf Hölzel, Ludwig Dill, Philipp Röth, der Chronist des Bauerntums Wilhelm Leibl und die Landschaftsmaler Johann Georg von Dillis und Arthur Langhammer, die dort zahlreiche Anregungen für ihre Motive fanden und aufgrund ihrer hohen Anzahl die Künstlerkolonie Dachau gründeten. Die ausgezeichneten Werke dieser Künstler können heute in der Dachauer Gemäldegalerie besichtigt werden. Aus den Kunstwerken, die u.a. Alltagsszenen im Dachauer Moos dokumentieren, kann man auch gut die Nutzung dieses Gebietes studieren. So findet man Darstellungen von der Jagd, Land- und Viehwirtschaft, dem Kies- oder Torfabbau, Baugrund-Aushebungen oder Schilf- und Heuernten, um nur einige zu nennen, die neben den zahlreichen, reinen Landschaftsdarstellungen entstanden sind.

Der Buchautor und langjährige Bürgermeister der Stadt Dachau hat das umfangreiche Schaffen in einem mehrteiligen Kunstband festgehalten und somit diese überregional bekannte Malerkulisse des 19. Jahrhunderts, neben der Künstlerkolonie Worpswede auch die wohl bedeutendste in Deutschland, umfassend dokumentiert und für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[2] Somit hat das Dachauer Moos aufgrund seiner einzigartigen landschaftlichen Schönheit auch kulturgeschichtliche Bedeutung erlangt.

Geographische Einteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dachauer Moos gliedert sich grob in das östliche und das westliche Dachauer Moos, die vom Siedlungsraum Dachau-Rothschwaige-Karlsfeld zerschnitten werden. Die beiden Teilgebiete sind weiter unterteilt, wobei sich die Flurnamen oftmals von Ort zu Ort unterscheiden. Hier sind die gebräuchlichsten großflächigen Einteilungen aufgelistet.

Naturschutzgebiet Schwarzhölzl am Rande des Dachauer Mooses

Nordöstlich geht es in das Freisinger Moos über, wobei dessen Zuordnung zum Dachauer Moos umstritten ist. Auf der rechten Seite der Isar schließt das Erdinger Moos an.

Das Dachauer Moos lässt sich gut in seinen einzelnen Abschnitten bewandern und wird von einem Verein seit 1995 unterstützt.

Wikilink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dachauer Moos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachaufeldmoching-rettet-die-windelschnecke-1.2962015
  2. Buchtitel: Dachau ein Kunstbilderbuch (1995), Verfasser: Dr. Lorenz Josef Reitmeier (ehem. Bürgermeister der Stadt Dachau), Herausgeber: Stadt Dachau