Dachreiter

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Dachreiter einer Mühle in Massachusetts (1826)

Ein Dachreiter ist ein dem Dachfirst aufsitzendes Holztürmchen, das oft als Glockenstuhl dient. Der Dachreiter hat im Gegensatz zum Turm kein eigenes Fundament, sondern wird von Zimmerern mit Pfosten auf den Dachstuhl aufgesetzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Form der Dachreiter wurde von den Zisterziensern und Bettelorden seit dem 13. Jahrhundert an ihren schlichten und turmlosen Kirchenbauten entwickelt.[1] Dachreiter sind oft auf Kapellen und kleinen bzw. schmalen Kirchen zu finden. Die ältesten Dachreiter kommen bei gotländischen Landkirchen vor. Bei gotischen Kathedralen mit Westturmanlagen ersetzt der Dachreiter häufig den Vierungsturm an der Stelle, wo sich Längsschiff und Querschiff kreuzen.

Im späten Mittelalter finden sich Dachreiter auch bei Profanbauten oder über einem Giebel. Dachreiter mit Glocke gibt es oft auf Herrenhäusern, deren Torhäusern, auf großen Bauernhäusern, Gebäuden der Feuerwehr, Rathäusern sowie bergbaulichen Huthäusern.

Heute werden auch Privathäuser mit Dachreitern in Form individueller Dachfiguren versehen. Das Dorf Seckach im Neckar-Odenwald-Kreis zum Beispiel weist über fünfzig solcher hauptsächlich von ortsansässigen Künstlern gestalteten Dachverzierungen auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meyers Enzyklopädisches Lexikon. Bibliographisches Institut, Lexikonverlag, Mannheim/Wien/Zürich 1975, Band 6, S. 162.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dachreiter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilfried Koch: Baustilkunde – Sakralbauten. Sonderausgabe für den Bassermannverlag; Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh/München 1998, ISBN 3-8094-5007-3, S. 176.