Dachständer

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Dachständer auf einem Wohnhaus, mit Anzapfung zur Versorgung des Hauses
Dachständer in Frankfurt-Nieder-Erlenbach; am rechten geht die Freileitung in zwei Luftkabel über

Ein Dachständer ist ein auf einem Hausdach stehender kleiner Freileitungsmast.

Stromversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wohngebieten mit Freileitungsversorgung wird oft über Dachständer eine Freileitung zur Stromversorgung von Haus zu Haus gespannt. Ab etwa 1970 wird die Stromversorgung in Neubaugebieten in Deutschland vornehmlich über Erdkabel vorgenommen, in vielen älteren Wohngebieten sind aber noch Freileitungen anzutreffen, vor allem in ländlichen Regionen. Die Verlegung von Erdkabeln ist wesentlich teurer.

Neben einer größeren Störanfälligkeit und höherem Wartungsaufwand (z. B. der regelmäßige Rückschnitt von Bäumen) ist auch das Aussehen ein Nachteil der Dachleitungen. Ein großes Problem ist der Blitzschutz.

Zur Versorgung des jeweiligen Hauses wird eine Anzapfung der Freileitung durch ein Kabel im Inneren des Dachständers ins Haus geführt. Dabei werden meist drei Außenleiter sowie der PEN-Leiter bei 400 bzw. 230 V verwendet (siehe auch Drehstromnetz). Es können aber auch mehr Leiter verlegt werden, um beispielsweise auch die geschaltete Straßenbeleuchtung zu versorgen.

Fernmeldetechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dachständer für Telefon-Freileitungen gibt es heute in Deutschland nicht mehr.

Höhere Spannungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freileitungsmasten für höhere Spannungen werden nicht als Dachständer ausgeführt, da die statischen Anforderungen solcher Masten schon wegen der höheren Sicherheitsabstände die Tragfähigkeit des Dachstuhls überstiegen.

Eine Ausnahme bilden die vom Kraftwerk Kozienice abgehenden Hochspannungsleitungen, die auf Dachständern auf dem Kraftwerksdach verlegt sind. Das ist in diesem Fall vertretbar, weil dieses Gebäude – und damit auch das Dach – nur von Fachpersonal betreten wird. Allerdings reicht bei derartigen Dachständern wegen der hohen statischen Anforderungen die Konstruktion noch weit in das Bauwerk hinein, und es kann sogar ein eigenständiger Mast vorliegen, der sich im Innern des Gebäudes befindet.

Ein dachständerähnliches Konstrukt einer Bahnstromleitung findet sich in Deutschland als Mast Nr. 9108 in einem Schuppen im Güterbahnhof in Fulda. Der steht jedoch nicht auf dem Dach, sondern im Inneren des Schuppens auf dem Boden; es handelt sich damit nicht um einen Dachständer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rooftop utility poles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien