Dacian Cioloș

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Dacian Cioloș (2012)

Dacian Cioloș (Aussprache: [dat͡ʃiˈan ˈt͡ʃʲoloʃ]; * 27. Juli 1969 in Zalău, Kreis Sălaj, Siebenbürgen) ist ein rumänischer Agraringenieur und parteiloser Politiker. Er war von 2010 bis 2014 in der Europäischen Kommission für das Ressort Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständig. Von November 2015 bis Januar 2017 war Cioloș Ministerpräsident von Rumänien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur studierte Cioloș an der Universität für Agrarwissenschaften und Veterinärmedizin in Cluj-Napoca (Klausenburg) und schloss 1994 als Diplom-Gartenbauingenieur ab. Nach verschiedenen Praktika und Aufbaustudien in Frankreich wurde er in Volkswirtschaftslehre an der École nationale supérieure agronomique in Montpellier (Frankreich) promoviert. Von 2002 bis 2003 war er bei der EU-Delegation in Rumänien als Task-Manager für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung tätig.

Seit Januar 2005 arbeitete er im rumänischen Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und ländliche Entwicklung, von Oktober 2007 bis Dezember 2008 bekleidete er das Ministeramt im liberal dominierten Kabinett Tăriceanu II. 2010 wurde er von der konservativ dominierten Regierung unter Emil Boc als Mitglied der Kommission Barroso II vorgeschlagen.

Politische Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EU-Landwirtschaftskommissar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem Amt als EU-Landwirtschaftskommissar setzte sich Cioloș für eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union bis 2013 ein. Er strebte an, die ökologische Landwirtschaft zu fördern, indem die EU-Agrarsubventionen stärker von Kriterien wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz abhängig gemacht werden.[1] Dabei sollte die Höhe der Agrarsubventionen insgesamt nicht gekürzt werden, die Verteilung zwischen den verschiedenen EU-Mitgliedstaaten jedoch ausgewogener werden. Landwirte, die für den regionalen oder lokalen Markt produzieren, sollten gegenüber industriellen Agrarbetrieben besser gestellt werden.[2] Unter seiner Leitung hat der Einheitliche Verwaltungsausschuss Obst und Gemüse das Verbot offener Olivenölkännchen in Restaurants beschlossen.[3] Mit dem Amtsantritt der Kommission Juncker schied er aus dem Amt.

Ministerpräsident[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Rücktritt der Regierung Ponta wurde Cioloș am 17. November 2015 zum neuen Ministerpräsident Rumäniens gewählt.[4] Er führte eine sogenannte Technokratenregierung mit parteilosen Ministern. Ihm folgte im Januar 2017 Sorin Grindeanu als Ministerpräsident.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dacian Cioloș – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Süddeutsche Zeitung, 24. Januar 2011: Der Bauern-Schreck.
  2. Konrad-Adenauer-Stiftung, Europabüro: Dacian Cioloș.
  3. Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2013: EU räumt Restauranttische auf.
  4. Machtwechsel in Rumänien: Ex-EU-Kommissar Ciolos zum Ministerpräsidenten gewählt. Spiegel Online, 17. November 2015, abgerufen am 28. Februar 2017.