Dactyloidae

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Dactyloidae
Dactyloa heterodermus aus den kolumbianischen Anden.

Dactyloa heterodermus aus den kolumbianischen Anden.

Systematik
ohne Rang: Sauropsida
Überordnung: Schuppenechsen (Lepidosauria)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
ohne Rang: Toxicofera
ohne Rang: Leguanartige (Iguania)
Familie: Dactyloidae
Wissenschaftlicher Name
Dactyloidae
Fitzinger, 1843

Die Dactyloidae (Syn.: Anolidae Cope, 1864) sind eine artenreiche Familie der Leguanartigen (Iguania), die im Süden der USA, in Mittel- und Südamerika sowie auf den Inseln der Karibik vorkommen. Die Familie wurde 1843 durch den österreichischen Zoologen Leopold Fitzinger aufgestellt, die der Familie angehörenden Gattungen später aber den Leguanen (Iguanidae), seit Ende der 1980er Jahre den Polychrotidae, zugeordnet. Im September 2012 wurden die Dactyloidae durch eine Gruppe amerikanischer Biologen revalidiert. Sie umfasst acht Gattungen und alle Anolisarten, die zeitweise auch nur einer Gattung (Anolis) zugeordnet wurden.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Dactyloidae sind in der Regel schlanke Echsen mit spitzen Köpfen und sehr langen Schwänzen. Die Kopf-Rumpf-Länge liegt bei den einzelnen Arten in einem Bereich von 3,1 bis 19 cm. Ein Geschlechtsdimorphismus hinsichtlich der Färbung und der Körperlänge kann vorhanden sein. In diesem Fall werden die Männchen etwas größer und sind auffälliger gefärbt (meist grün), die Weibchen eher unauffällig braun oder gräulich.

Innerhalb der Leguanartigen kann die Familie durch die Kombination folgender Merkmale diagnostiziert werden: Die Bezahnung ist, wie bei allen Leguanartigen, pleurodont, d. h. die Zähne sitzen wurzellos an der Innenkante der Kiefer. Das Schlüsselbein ist schlank. Die Halswirbel 3 und 4 haben keine Rippen, drei Rippen haben Kontakt zum Brustbein und die Lendenwirbel sind wiederum ohne Rippen. Das Jochbein hat Kontakt zum Schuppenbein. Die Subocularia sind ungleich groß. Eine bei vielen Leguanartigen zu findende, querstehende Falte an der Kehle, die Gularfalte, fehlt. Drei stark verlängerte Ceratobranchialknochen sind mit einem aufstellbaren Kehlsack verbunden. Entlang der Seite des Hirnschädels oberhalb der Ohrkapsel verläuft die Crista prootica, eine erhöhte Leiste. Das vordere, untere Foramen alveolare wird vom Spleniale (zungenseitig liegender Knochen im vorderen Teil des Unterkiefers der meisten Tetrapoden) und dem Dentale (zahntragender Knochen des Unterkiefers) begrenzt. Das Angulare (Knochen im hinteren Teil des Unterkiefers der meisten Tetrapoden) ist zu einem dünnen Splint reduziert. Femoralporen fehlen. Lamellenartige Schuppen und Borsten verbreitern einige Finger- und Zehen. Das Zentrum der Schuppen besteht aus verdrillten Stacheln.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arten der Dactyloidae kommen in den südöstlichen Vereinigten Staaten, in Mexiko, Mittelamerika, auf den Großen und Kleinen Antillen, auf den Bahamas, den Turks- und Caicosinseln, den Kaimaninseln, auf Navassa und in Südamerika von Kolumbien, Venezuela und den drei Guayanas über das Amazonasbecken bis nach Ekuador, im nördlichen Peru, im nördlichen Paraguay und südlich bis zum Bundesstaat São Paulo im südöstlichen Brasilien vor. Außerdem auf verschiedenen Inseln, die Südamerika im Norden vorgelagert sind (Isla Margarita, Curaçao, Bonaire, La Blanquilla) sowie auf Malpelo im östlichen Pazifik. Einige Arten sind vom Menschen in andere Gebiete ausgesetzt worden (z. B. auf Hawaii).

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Leguanartigen ist die Familie Dactyloidae am nächsten mit den Polychrotidae (Buntleguane) und den Corytophanidae (Basilisken und Verwandte) verwandt. Die Familie setzt sich aus acht Gattungen mit 22 Artengruppen, fast 390 Arten und insgesamt etwa 500 Arten und Unterarten zusammen. Das folgende Kladogramm zeigt die Stellung der drei Familien zueinander und die Stellung der acht Gattungen:



 Corytophanidae


   

 Polychrotidae


  Dactyloidae  

 Dactyloa, (83 Arten in Costa Rica, Panama und dem nördlichen und mittleren Südamerika)


   

 Deiroptyx, (21 Arten auf Kuba, Hispaniola und Puerto Rico)


   

 Xiphosurus, (11 Arten, Verbreitung wie Deiroptyx)


   

 Chamaelinorops, (9 Arten auf Hispaniola und umliegende kleinere Inseln)


   

 Audantia, (9 Arten, Verbreitung wie Chamaelinorops)


   

 Anolis, (44 Arten auf den Bahamas, Kuba, Little Cayman, Hispaniola und in den südwestlichen USA)


   

 Ctenonotus, (26 Arten auf den Bahamas, den Turks und Caicos Inseln, Hispaniola, Puerto Rico und den nördlichen Kleinen Antillen)


   

 Norops, (175 Arten auf den Karibikinseln, in Mittelamerika und im nördlichen Südamerika)












Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]