Dadosanen

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Die Dadosanen oder Dedosizen (lateinisch Dadosesani, Diadesisi, polnisch Dziadoszyce, Dziadoszanie) waren ein westslawischer Stamm am mittleren Bober (eventuell bis zur unteren Oder mit der Burg Glogau) im westlichen Niederschlesien im Südwesten Polens.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wo die Dadosanen genau lebten, ist nicht ganz klar. Als einziger Ort wird die Burg Ilva erwähnt, die heute allgemein mit dem Burgwall Chrobry im Ortsteil Iława der Stadt Szprotawa (deutsch Sprottau) am Zufluss der Sprotte in den Bober gleichgesetzt wird[1]. (Allerdings ist auch der Ort Iłowa ein theoretisch möglicher alternativer Standort [2][3].)

Eine Lage entlang des Bobers von der Burg Ilva aus scheint aber nicht möglich zu sein, da für das Jahr 1086 ein direkt benachbarter Stamm der Pobrane genannt wird, der allgemein als Bobranen interpretiert wird.

Daher nimmt man in der polnischen Forschung heute an, dass sich das Gebiet östlich des Bobers bis hin zur Burg Glogau an der oberen Oder erstreckte. Einen Beleg dafür gibt es aber nicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dadosanen tauchen als Stamm schon verhältnismäßig früh in einer schriftlichen Quelle auf. In der Beschreibung des Bayerischen Geographen aus der Mitte bzw. dem Ende des 9. Jahrhunderts werden sie als Dadodesani genannt.

Thietmar von Merseburg beschreibt für das Jahr 1000 eine Begegnung des polnischen Herzogs Bolesław Chrobry mit dem deutschen Kaiser Otto III. auf dessen Reise zur Heiligsprechung des Adalberts von Prag in der Burg Ilva an der Grenze des Gebietes der Diadesisi.

Für das Jahr 1015 berichtet er von einer Schlacht zwischen deutschen und polnischen Truppen im Gebiet der Diadesisi.

Für das Jahr 1086 werden schließlich die Dedosize ein letztes Mal in einer Grenzbeschreibung des Bistums Prag in der Chronica Boemorum des Cosmas von Prag erwähnt.

Danach erscheinen sie nicht mehr in schriftlichen Quellen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Słownik starożytności słowiańskich, t. 2, Wrocław 1964
  • Lech A. Tyszkiewicz, Słowianie i Awarowie. Organiacja plemienna Słowian, ISBN 978-83-04-05023-5, Wrocław 2009, s. 164
  • Hieronim Szczegóła: Historyczna Ilua najstarszą częścią Szprotawy in: Szprotawski epizod Zjazdu Gnieźnieńskiego, Szprotawa 2000 ISBN 83-7268-002-7
  • Andrzej Wałkówski: Stosunki polsko-niemieckie do 1000 roku in: Szprotawski epizod Zjazdu Gnieźnieńskiego, Szprotawa 2000 ISBN 83-7268-002-7
  • Hieronim Szczegóła: Szprotawski epizod Zjazdu Gnieźnieńskiego w 1000 roku in: Szprotawa 1000-2000. W kręgu europejskich idei zjednoczeniowych ISBN 83-7268-003-5, Szprotawa 2000
  • Iława. In: Filip Sulimierski, Władysław Walewski (Hrsg.): Słownik geograficzny Królestwa Polskiego i innych krajów słowiańskich. Band 3 (Haag – Kępy), Warschau 1882 (polnisch, Eintrag zum Ort im Geographischen Verzeichnis des Königreichs Polen und anderer slawischer Länder).
  • Władysław Semkowicz, Mały atlas historyczny, PPWK, Warszawa 1980, ISBN 83-7000-012-6, mapa 5
  • Felix Matuszkiewicz: Geschichte der Stadt Sprottau, Sprottau 1908
  • J.G.Worbs: Geschichte des Herzogthums Sagan, Züllichau 1795

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hieronim Szczegóła: Historyczna Ilua najstarszą częścią Szprotawy wSzprotawski epizod Zjazdu Gnieźnieńskiego, Szprotawa 2000 ISBN 83-7268-002-7
  2. Iława. In: Filip Sulimierski, Władysław Walewski (Hrsg.): Słownik geograficzny Królestwa Polskiego i innych krajów słowiańskich. Band 3 (Haag – Kępy), Warschau 1882 (polnisch, Eintrag zum Ort im Geographischen Verzeichnis des Königreichs Polen und anderer slawischer Länder).
  3. Wacław Aleksander Maciejowski Pierwotne dzieje Polski i Litwy, s. 380