Dagmar Reim

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Dagmar Reim (2009)

Dagmar Reim (* 4. November 1951 in Heidelberg) ist eine deutsche Journalistin und war bis 2016 Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Sie übernahm im Mai 2003 die Leitung des RBB und war damit die erste Frau an der Spitze einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt in Deutschland.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reim studierte Geschichte, Germanistik und Publizistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1975 schloss sie das Studium mit dem Magister Artium (M.A.) ab.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1975 bis 1979 arbeitete Dagmar Reim als Redakteurin, Reporterin und Moderatorin beim Bayerischen Rundfunk (BR) in München in den Redaktionen Jugendfunk und Zeitfunk/Politik.

1979 wechselte sie zum Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Köln. Dort arbeitete sie für das Morgenmagazin und das Mittagsmagazin von WDR 2 sowie in der Kommentarredaktion.

1986 ging Dagmar Reim als Radioredakteurin zum Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg, leitete dort von 1992 an die Pressestelle und war zwei Jahre (1993/1994) ARD-Sprecherin. 1995 wurde sie Chefredakteurin des NDR-Hörfunks und Programmbereichsleiterin von NDR 4 (heute: NDR Info). Von 1998 bis 2003 war sie Direktorin des NDR-Landesfunkhauses Hamburg.

2001 zog sie ihre Kandidatur für den ZDF-Intendanten-Posten nach dem zweiten Wahlgang zurück.[1]

Seit 2003 war Dagmar Reim Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Sie gewann die Wahl zur Gründungsintendantin gegen drei Gegenkandidaten. 2007 bestätigte der Rundfunkrat sie für eine zweite, 2012 für eine dritte Amtszeit als Intendantin vom 1. Mai 2013 bis zum 30. April 2018, dieses Amt gab sie aber zum 30. Juni 2016 aus privaten Gründen vorzeitig auf.[2]

Intendanz beim rbb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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In der ersten Amtszeit (2003–2008) als Intendantin führte Dagmar Reim den Sender Freies Berlin (SFB) und den Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) zum Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) zusammen und sicherte die Position des neuen Senders als Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD). Der fusionierte Sender sollte nicht nur Modell für weitere Reformen innerhalb der ARD sein, sondern sich auch auf dem Medienmarkt der Hauptstadtregion etablieren. Dafür schuf Dagmar Reim mit ihrem Team in den ersten fünf Jahren intern neue Strukturen. Seit 2003 hat der rbb 300 Stellen sozialverträglich abgebaut, also ohne betriebsbedingte Kündigungen.[3]

Die zweite Amtszeit (2008–2013) Reims war unter anderem geprägt von der Umstellung auf multimediale Produktionsprozesse. Als erster Sender in der ARD mit einem eigenen Fernsehprogramm führte der rbb 2009 eine multimediale Programmdirektion für Radio, Fernsehen und Online ein.[4] Durch die hohe Zahl gebührenbefreiter Zuschauer und Hörer im Sendegebiet war der rbb unterfinanziert. Reim setzte sich für einen Strukturausgleich, also eine gerechtere Verteilung der Gebührengelder innerhalb der ARD ein[5]. Dennoch musste der rbb aufgrund finanzieller Probleme das Radioprogramm radiomultikulti zum 1. Januar 2009 einstellen und strahlt auf der Frequenz seitdem Funkhaus Europa vom WDR in Kooperation mit Radio Bremen aus. Im Zuge der von großem Protest begleiteten Schließung von radiomultikulti wurde Reim auch persönlich angegriffen, der Rundfunkrat stützte allerdings ihren Entschluss mehrheitlich.[6]

Erfolgreich waren dokumentarische TV-Großprojekte wie „24h Berlin“ (2009) und „20 x Brandenburg“ (2010). Die Radioprogramme des rbb (Antenne Brandenburg, radioBERLIN 88,8, Inforadio, radioeins, kulturradio und Fritz) erreichten in den halbjährlichen Media-Analysen regelmäßig Spitzenplätze in einem der am heftigsten umkämpften Radiomärkte Europas. Reim gelang die wirtschaftliche Konsolidierung des rbb vor der Umstellung von der Rundfunkgebühr auf den Rundfunkbeitrag.

Nach ihrer Wahl für eine dritte Amtszeit (2013–2018) kündigte Reim im August 2012 unter anderem eine Programmreform des rbb Fernsehens an. Noch mehr regionale Inhalte und noch mehr Raum für Innovationen seien zwei der Schwerpunkte. In Reims Amtszeit ist der Anteil der Frauen in Führungspositionen im rbb auf rund 40 Prozent gestiegen.[7]

Ende November 2015 gab Reim bekannt, vorzeitig aus persönlichen Gründen auszuscheiden und bereits zu Ende Juni 2016 – zwei Jahre vor Ende der Vertragslaufzeit – ihre Intendanz aufzugeben.[8]

Mitgliedschaften und Aufsichtsratsmandate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dagmar Reim ist in zweiter Ehe mit Rudolf Großkopff, dem ehemaligen stellvertretenden Chefredakteur des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblattes und Kunstbeauftragten des NDR und rbb verheiratet. Sie hat zwei eigene Söhne sowie zwei angeheiratete Kinder.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berliner Zeitschrift tip hat am 17. Dezember 2008[19] Frau Reim in die Liste der zehn „peinlichsten Berliner“ gewählt, für ihre Rolle bei der Schließung des Radiosenders Multikulti und ihre Reaktion auf die dadurch entstandene Diskussion. In der Zeitung Neues Deutschland wurde sie im selben Zusammenhang in einem Artikel vom 31. Dezember 2008[20] kritisch erwähnt. Am 31. Dezember 2008 wurde trotz vieler Proteste auf ihren Vorschlag hin der Sender radiomultikulti abgeschaltet.

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Streifzüge durch 48 Museen in Norddeutschland; Schlüterscher Verlag; 1997; ISBN 3877068324

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ZDF: Intendantenwahl vertagt in Manager Magazin-online vom 7. Dezember 2001, abgerufen am 1. Mai 2016
  2. Private Gründe: Dagmar Reim gibt Intendanten-Amt beim RBB vorzeitig ab. In: Berliner Zeitung. (berliner-zeitung.de [abgerufen am 13. April 2017]).
  3. Märkische Allgemeine, Potsdam, Brandenburg, Germany: Wechsel an der Senderspitze – RBB-Intendantin Dagmar Reim tritt vorzeitig ab – MAZ - Märkische Allgemeine. Abgerufen am 13. April 2017.
  4. RBB: Nothelle soll bimediale Programmdirektion leiten. In: kress. (kress.de [abgerufen am 13. April 2017]).
  5. RBB-Rundfunkrat fordert Neuordnung des Gebührenverteilungssystems. In: HORIZONT. (horizont.net [abgerufen am 13. April 2017]).
  6. RBB-Rundfunkrat stimmt für Stellenkürzungen. In: kress. (kress.de [abgerufen am 13. April 2017]).
  7. Dagmar Reim // RBB-Intendantin. (medienkorrespondenz.de [abgerufen am 13. April 2017]).
  8. Dagmar Reim gibt ihr Amt als rbb-Intendantin auf. In: www.rbb-online.de. 26. November 2015; abgerufen am 26. November 2015.
  9. Wissenschaftsrat: Mitglieder. Abgerufen am 13. April 2017.
  10. Deutsche Nationalstiftung: Gremien - Deutsche Nationalstiftung. Abgerufen am 13. April 2017.
  11. ZEIT-Stiftung: ZEIT-Stiftung. Abgerufen am 13. April 2017.
  12. Organisation - Stiftung Brandenburger Tor. In: Stiftung Brandenburger Tor. (stiftungbrandenburgertor.de [abgerufen am 13. April 2017]).
  13. Gremien. Abgerufen am 13. April 2017.
  14. Hochschulrat – Universität der Künste Berlin. Abgerufen am 13. April 2017.
  15. Degeto Film GmbH, Frankfurt am Main (PDF, 92 KB), abgerufen am 9. März 2016
  16. Stifungsvorstand und Kuratorium | Deutscher Koordinierungsrat. Abgerufen am 13. April 2017.
  17. Vorstand - Neue Heimat in Brandenburg e.V. In: Neue Heimat in Brandenburg e.V. (neueheimatinbrandenburg.de [abgerufen am 13. April 2017]).
  18. http://www.schleyer-stiftung.de/preise/u_preis/preise_universitas_jury.html
  19. Die peinlichsten Berliner: Dagmar Reim. tip Berlin, 19. Dezember 2008; abgerufen am 13. November 2010.
  20. Der letzte Tag für Radiomultikulti. Neues Deutschland, 31. Dezember 2008; abgerufen am 13. November 2010.
  21. http://www.rbb-online.de/kultur/beitrag/2016/06/dagmar-reim-auszeichnung-lebenswerk-journalistinnenbund.html
  22. VICTRESS Awards 2016. Abgerufen am 13. April 2017.
  23. Müller überreicht Dagmar Reim Bundesverdienstkreuz. 1. November 2016; abgerufen am 13. April 2017.