Dagmar Schipanski

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Schipanski auf dem CDU-Bundesparteitag 2014 in Köln

Dagmar Elisabeth Schipanski (geb. Eichhorn; * 3. September 1943 in Sättelstädt, Landkreis Eisenach) ist eine deutsche Physikerin, Elektroingenieurin, Hochschullehrerin und Politikerin (bis 2000 parteilos, dann CDU). Sie war Professorin für Festkörperelektronik an der Technischen Universität Ilmenau und 1995/1996 deren Rektorin. Von 1999 bis 2004 war Schipanski Wissenschaftsministerin in Thüringen und von 2004 bis 2009 Präsidentin des Thüringer Landtags.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dagmar Schipanskis Vater, ein evangelischer Pfarrer, starb als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Sie wuchs bei ihrer Mutter, einer Berufsschullehrerin, und deren zweitem Ehemann in Ilmenau auf. Nach ihrem Abitur 1962 studierte sie Angewandte Physik an der Technischen Hochschule Magdeburg, wurde 1967 Diplomingenieurin und war dann bis 1985 Assistentin bzw. Oberassistentin an der TH Ilmenau. Sie absolvierte 1972 ein Zusatzstudium am Institut für Halbleiter der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften in Nowosibirsk und promovierte 1976 auf dem Gebiet der Festkörperelektronik.

Nach der Promotion B (entspricht einer Habilitation) wurde sie 1985 Dozentin an der TH Ilmenau. Mangels SED-Mitgliedschaft und aufgrund ihrer religiösen Bindung blieb ihr eine Professur zu DDR-Zeiten verwehrt.[1] Nach der Wende in der DDR erfolgte 1990 ihre Ernennung zur Professorin für Festkörperelektronik. Bis 1993 war sie Dekanin der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik der 1992 zur Technischen Universität erhobenen Einrichtung. Im akademischen Jahr 1994/95 war sie Prorektorin sowie 1995/1996 Rektorin der TU Ilmenau (als erste Frau an der Spitze einer technischen Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland).

Schipanski wurde 1992 in den Wissenschaftsrat der Bundesrepublik Deutschland berufen, von 1996 bis 1998 war sie dessen Vorsitzende, wiederum als erste Frau in dieser Position. Im Jahr 1998 wurde sie zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt.[2] Seit 2000 ist sie Mitglied der Academia Europaea.[3]

Dagmar Schipanski wohnt in Ilmenau.[4] Sie ist evangelisch, verheiratet und hat drei Kinder. Ihr Sohn Tankred Schipanski war von 2009 bis 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dagmar Schipanski, Tag der Offenen Tür im Thüringer Landtag 2009

Zur 11. Bundesversammlung am 23. Mai 1999 wurde Dagmar Schipanski von den Unionsparteien CDU und CSU als parteilose Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin aufgestellt; sie unterlag dem Kandidaten der rot-grünen Koalition Johannes Rau im zweiten Wahlgang.

Vom 1. Oktober 1999 bis zum 8. Juli 2004 amtierte sie als Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Thüringen. In ihrer Eigenschaft als Mitglied der Thüringer Landesregierung war sie 2002 turnusgemäß Präsidentin der Kultusministerkonferenz[5], Mitglied des Bundesrates und dort vom 1. November 1999 bis zum 8. Juli 2004 Vorsitzende des Ausschusses für Kulturfragen.

Vom 8. Juli 2004 bis zum 28. September 2009 gehörte sie dem Thüringer Landtag der 4. Legislaturperiode als Abgeordnete an und amtierte als dessen Präsidentin. Bei der Landtagswahl 2004 wurde sie über Platz 5 der CDU-Landesliste ins Landesparlament gewählt; ihr 14. Platz bei der Landtagswahl 2009 reichte nicht mehr für einen erneuten Einzug in den Landtag aus.

Im Jahr 2000 trat sie der CDU bei und war bis 2006 Mitglied des Präsidiums; seit 2006 ist sie Mitglied des Bundesvorstands der CDU. Von 2007 bis 2009 leitete sie die CDU-Kommission „Neue Bundesländer – Stand der Deutschen Einheit“.[6]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dagmar Schipanski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dagmar Schipanski im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Mitgliedseintrag von Dagmar Schipanski bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 20. Juli 2016.
  3. Mitgliederverzeichnis: Dagmar Schipanski. Academia Europaea, abgerufen am 17. Juni 2017 (englisch).
  4. Fr. Prof. Dr.-Ing. habil. Dagmar Schipanski. Abgerufen am 18. Februar 2020.
  5. Fr. Prof. Dr.-Ing. habil. Dagmar Schipanski. Abgerufen am 18. Februar 2020.
  6. Prof. Dr.- Ing. Dagmar Schipanski. 15. März 2013, abgerufen am 18. Februar 2020.
  7. https://www.krebshilfe.de/spenden-aktiv-werden/spenden-service/mildred-scheel-foerderkreis/ Pressemeldung vom 19. Dezember 2017, Abruf 21. Dezember 2017}
  8. Kuratorium - Fraunhofer IDMT. Abgerufen am 18. Februar 2020.
  9. Schipanski raucht nicht. In: taz. die tageszeitung. 29. Juli 2005, S. 22, abgerufen am 27. Februar 2021.
  10. Mitglieder des Kuratoriums. Internationale Martin Luther Stiftung, abgerufen am 27. Februar 2021.
  11. Studienkolleg zu Berlin: Rektor (Memento vom 16. Februar 2011 im Internet Archive).
  12. http://www.academia-net.de/profil/prof-dr-dr-h-c-dagmar-schipanski/1028213
  13. Bettina Wegner: TU Ilmenau: Soroptimist-Förderpreis für Prof. Dagmar Schipanski. In: Pressemitteilung. Technische Universität Ilmenau, 8. März 2010, abgerufen am 27. Februar 2021.