Dagobert Lindlau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dagobert Lindlau (1986)

Dagobert Lindlau (* 11. Oktober 1930 in München) ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Kind wurde er 1944 bei einem Bombenangriff auf München schwer verletzt. Nach dem Abitur und Tätigkeiten für Zeitungen und Zeitschriften war Dagobert Lindlau seit 1954 als Fernsehjournalist tätig. 1962 gestaltete er die Sendung Anno in das bis heute bestehende Magazin Report München um. 1965 wurde er Chefreporter beim Bayerischen Rundfunk, daneben war er von 1967 bis 1969 Redaktionsleiter bei Report München. Lindlau moderierte von 1975 bis 1987 den Weltspiegel und von 1979 bis 1982 die NDR Talk Show.

1984 hatte er im deutschen Film Morgen in Alabama einen Cameo-Auftritt als Reporter. Zwischen 1987 und 1989 war er ARD-Korrespondent in Wien, danach kehrte er als Chefreporter zum Bayerischen Rundfunk zurück. 1991 moderierte er in der ARD die Gesprächsrunde Veranda. Dagobert Lindlau war an drei Auszeichnungen mit dem Adolf-Grimme-Preis beteiligt. 1967 erhielt der Bayerische Rundfunk den Preis für das von Lindlau geführte Interview mit Max Horkheimer zum „faschistischen Antifaschismus“.[1][2] 1970 wurde er mit dem Adolf-Grimme-Preis in Bronze für die Reportage Perry Mason lebt geehrt.[1][3] 1986 erhielt er die „Besondere Ehrung für hervorragende Verdienste um das Fernsehen in der Bundesrepublik Deutschland“.[1][4]

Lindlaus Reportagen lösten auch kontroverse Diskussionen aus. Seine Berichte über das organisierte Verbrechen in der Bundesrepublik wurden von Politikern und Polizeibeamten angezweifelt. Die auf Lindlaus Recherchen beruhenden Bücher Der Mob (1987) und Der Lohnkiller (1992) wurden jedoch zu Bestsellern. Auch Lindlaus Romane Rakket (1990) und Strahlers Woche (1997) basieren auf Milieustudien. Ebenso löste seine Berichterstattung über das rumänische Programm zur Systematisierung der Dörfer im Weltspiegel eine heftig geführte Diskussion aus.[5]

Lindlau lebt heute bei München im Ruhestand. In seinem 2006 erschienenen Buch Reporter – eine Art Beruf blickt er auf rund 50 Berufsjahre als Journalist zurück. Dagobert Lindlau hat einen implantierten Defibrillator, den er später abschalten ließ.[6]

Dagobert Lindlaus Lebensgefährtin war die im Jahr 2017 verstorbene Plastische Chirurgin Ursula Schmidt-Tintemann[7].

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Webpräsenz Dagobert Lindlau
  2. Grimme-Institut: Report: Der faschistische Antifaschismus
  3. Grimme-Institut: Ein Adolf-Grimme-Preis mit Bronze geht an Dagobert Lindlau (Buch und Regie) für "Perry Mason lebt" (BR). (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.grimme-institut.de
  4. Grimme-Institut: Dagobert Lindlau. Besondere Ehrung für Verdienste um das Fernsehen in der Bundesrepublik Deutschland (Memento des Originals vom 4. November 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.grimme-institut.de
  5. zeit.de, Die Zeit, Dagobert Lindlau: Rumänien: Gottlob ist nicht geschleift, 1988, Ausgabe 48
  6. München: Medizinkonzern zahlt freiwillig an Lindlau (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive), Süddeutsche Zeitung, 8. August 2013
  7. Vgl. Alles Gute, Frau Professor! – Die „Mutter der plastischen Chirurgie“ feiert 90. Geburtstag, Gräfinger Anzeiger, 26. Juni 2014