Dagon (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelDagon
OriginaltitelDagón, la secta del mar
ProduktionslandSpanien
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2001
Länge95 Minuten
AltersfreigabeFSK 18
Stab
RegieStuart Gordon
DrehbuchDennis Paoli
ProduktionBrian Yuzna
MusikCarles Cases
KameraCarlos Suárez Morilla
SchnittJaume Vilalta
Besetzung

Dagon (englischer Originaltitel: H.P. Lovecraft’s Dagon, spanischer Originaltitel: Dagon, la secta del mar) ist ein spanischer Horrorfilm des Regisseurs Stuart Gordon aus dem Jahr 2001 nach der gleichnamigen Kurzgeschichte Dagon und der Novelle Schatten über Innsmouth des US-amerikanischen Schriftstellers H. P. Lovecraft.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Marsh und seine Freundin Barbara machen zusammen mit ihren Freunden Howard und Vicki Segelurlaub vor der Küste Spaniens, der Heimat von Pauls Mutter. Während der Reise wird Paul von Alpträumen geplagt, in denen er unter Wasser zusammen mit einer schönen Meerjungfrau mit schwarzem Haar und grünen Augen schwimmt. Als die Urlauber an dem kleinen Fischerdorf Imbocca vorübersegeln, hören diese einen seltsamen Gesang von dem Dorf und ein Sturm erscheint der das Schiff auf einen Felsen kentern lässt. Howard bleibt mit Vicki, die verletzt ist, auf dem Boot zurück, während Paul und Barbara in Imbocca Hilfe holen wollen.

Das Dorf macht einen verlassenen Eindruck. In einem Hotel versucht Barbara mittels ihrer Fremdsprachenkenntnisse Hilfe zu organisieren, während Paul das ihnen angebotene, schäbige Hotelzimmer begutachtet. Auf den Straßen erscheinen indessen merkwürdig aussehende Personen, von denen einige grunzen oder humpeln und kaum mehr menschlich aussehen. Sie versuchen, in das Hotelzimmer einzudringen, und Paul flüchtet durch ein Fenster. Er landet in einer alten Gerberei, wo offensichtlich Menschenhaut verarbeitet wird.

In einer Gasse begegnet Paul einem betrunkenen alten Mann, der behauptet, dass er der letzte Mensch im Dorf sei. Dieser erzählt ihm die Geschichte des Fischerdorfes. Dieses war aufgrund der Überfischung verarmt gewesen und in ihrer Verzweiflung beteten sie zu Gott er solle Ihnen die Fische zukommen lassen. Einer der Seemänner Cambarro hatte auf seiner Seefahrt ein altes Artefakt gefunden mit dem man Dagon, dem Meeresgott, nach Imbocca bringen konnte. Einige der Dorfbewohner folgten ihm zum Ufer, wo er den Meeresgott zu sich lockte. Am nächsten Tag, wurden viele Fische an den Strand gespült und dazu auch Goldschmuck wodurch das Dorf zu Reichtum kam. Die Dorfbewohner vertrieben den alten Pfarrer und zerstörten alles Christliche aus dem Dorf. Die Kirche wurde zu einem Tempel zu ehren Dagon und Cambarro der Hohepriester des Kultes. Im Laufe der Zeit wurde Dagon der Gebete der Dorfbewohner überdrüssig und er verlangte Menschenopfer. Die Männer des Dorfes wurden getötet, während die Frauen Dagon als Bräute dargebotet wurden, damit dieser mit Ihnen Kinder zeugen konnte. Die daraus entstandenen Nachkommen, waren Unsterblich und konnten im Wasser leben. Um Opfer in das Dorf zu locken, warfen sie sich die gegärbten Häute über.

Paul, der diese Geschichte nicht glaubt, aber mit seinen Freunden aus dem seltsamen Dorf fliehen will, sucht nach einem Auto. Dafür muss er allerdings in das Anwesen des Bürgermeisters einbrechen, da dieser als Einziger ein Auto hatte. Als Paul in der Villa nach dem Schlüssel sucht, wird er dabei fast von dem Bürgermeister erwischt und flüchtet in ein offenes Zimmer, wo er eine junge Frau vorfindet. Nachdem diese den Bürgermeister, der ihr Vater ist weglockte, offenbart sie sich als Uxia. Indessen bemerkt Paul das die junge Frau exakt so aussieht wie die Frau aus seinen Alpträumen. Uxia, die an einen Rollstuhl gefesselt ist, versucht Paul zu verführen. Dieser noch anfangs widerspenstig, ergibt sich der schönen Fremden. Als er anfängt sie auszuziehen, bemerkt er dass sie an der Hüfte Kiemen hat. Als er ihr die Decke vom Leib riss offenbart sie der Grund für Uxias Gehbehinderung: Sie ist ein Kind Dagons und hat statt Beine Tentakel.

Angewidert läuft Paul weg, während Uxias Verzweifelte Rufe nach ihm das Personal auf ihn aufmerksam wird und ihn schnappt.

Paul wird wie auf Ezequel gefangen genommen und weggesperrt. Dabei findet er auch Barbara und Vicky wieder. Während Barbara unversehrt ist, sitzt Vicky völlig traumatisiert verletzt in einer Ecke und erzählt, das sie und Howard von einer riesigen Kreatur angegriffen wurden. Howard wurde dabei getötet während Vicky von der Kreatur überall angefasst wurde und ihre Beine dabei verloren hatte. Seitdem glaubt sie, irgendetwas wächst in ihr. Ezequel meint, Vicky sei von Dagon vergewaltigt worden und sei nun von ihm schwanger. Vicky, die mit dieser Erkenntnis nicht klar kommt, begeht Suizid, wobei Barbara Paul bittet, falls sie dasselbe Schicksal erwartet würde, soll er sie töten.

Einige Stunden später werden Paul und Ezequel in die alte Gerberei verschleppt. Dort sollen sie zu neuen Hautmänteln verarbeitet werden. Während Ezequel bei lebendigen Leib gehäutet wird, spricht Paul das Sterbesakrament um so Ezequel den Wunsch zu erfüllen, als Christ zu sterben. Kurz bevor die Kultisten mit Paul anfangen, taucht Uxia auf und fordert die Männer auf ihn am Leben zu lassen. Diese erklärt ihm, dass er ihr gehöre und schon bald mit ihr in das Reich Dagon gehen wird. Ein Reich wo er sein Leben als Mensch vergessen und ewig mit ihr leben wird. Paul, der dies zum Schein akzeptiert wird freigelassen.

Mit einem Benzinkanister betritt Paul die Kirche des Ortes, wo er eine rituelle Zeremonie unterbricht, bei der Barbara dem Gott Dagon zur neuen Braut gemacht werden soll. Uxia leitet als Hohepriesterin das Ritual. Paul übergießt einige der Anwesenden mit Benzin und zündet sie mit seinem Feuerzeug an. Er versucht, Barbara zu befreien, doch er kommt zu spät. Er kann nur noch eine gebrochene von Tintenfischöl überzogene Barbara aus den Becken Dagons ziehen, die ihn bittet sie zu töten. Paul zögert, was Dagon ausnutzt und Barbara mit in die Tiefe zerrt, wobei nur noch ihre Arme zurückbleiben. Die Dorfbewohner greifen Paul an und der Bürgermeister, will ihn aufgrund seiner Tat erschlagen; Jedoch mischt sich Uxia ein und offenbart dabei Pauls Vergangenheit: Pauls Mutter war eine von Dagons Bräuten und konnte aus Imbocca fliehen. Jedoch war zu diesen Zeitpunkt bereits Paul, der eigentlich Pablo Camborra hieß, geboren. Somit ist Paul ein Kind Dagons und Uxia ist seine Halbschwester. Als Paul droht, das gesamte Dorf nieder zu brennen, versucht Uxia ihn dazu zu überreden sein Schicksal zu akzeptieren, ein Kind Dagons zu sein und ihr Geliebter zu werden. Paul, der dies nicht akzeptieren will und einsieht das seine Verwandlung zu einen Fischwesen fast abgeschlossen ist, sieht nur einen Ausweg. Den Suizid. Er übergießt sich selbst mit Benzin und zündet sich an. Verzweifelt wirft Uxia sich und Paul in das Ritusbecken Dagons. Kaum ist Paul im Wasser, beginnt seine Vollendung als Fischwesen. Uxia schwimmt wie in dem Traum neben Paul und dieser akzeptiert sein Schicksal und schwimmt mit seiner Halbschwester und Geliebten zur Höhle Dagons.

Der Film endet mit einem Zitat aus Schatten über Innsmouth:

“We shall swim out to that brooding reef in the sea and dive down through black abysses to Cyclopean and many columned Y'ha-nthlei, and in that lair of the Deep Ones we shall dwell amidst wonder and glory for ever.”

„Wir werden hinaus zu jenem finsteren Riff im Meer schwimmen, und tief hinabtauchen, durch schwarze Abgründe, in das zyklopische und säulenreiche Y'ha-nthlei, und an jenem Zufluchtsort der Tiefen Wesen, inmitten von Wundern und Glanz, dürfen wir leben für alle Zeit.“

– H. P. Lovecraft: Schatten über Innsmouth

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films war zwiegespalten in seiner Kritik: „Ein atmosphärisch dichter Horrorfilm nach einer Geschichte von H.P. Lovecraft, der trotz eindeutiger Genreversatzstücke wegen vieler Ungereimtheiten und unnötig ekliger Szenen durch seine recht kompromisslose Gangart bestenfalls Fans bei der Stange zu halten versteht.“[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dagon. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins; abgerufen am 2. März 2017.