Dahme (Holstein)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dahme
Dahme (Holstein)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dahme hervorgehoben
Koordinaten: 54° 13′ N, 11° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Ostholstein
Verwaltungs­gemeinschaft: Grömitz
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 9,11 km2
Einwohner: 1278 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km2
Postleitzahl: 23747
Vorwahl: 04364
Kfz-Kennzeichen: OH
Gemeindeschlüssel: 01 0 55 010
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenstraße 11
23743 Grömitz
Webpräsenz: www.groemitz.eu
Bürgermeister: Harald Behrens (Dahmer Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Dahme im Kreis Ostholstein
AhrensbökAltenkrempeBad SchwartauBeschendorfBosauDahme (Holstein)DamlosEutinFehmarnGöhlGremersdorfGrömitzGroßenbrodeGrubeHarmsdorfHeiligenhafenHeringsdorfKabelhorstKasseedorfKellenhusenLensahnMalenteManhagenNeukirchenNeustadt in HolsteinOldenburg in HolsteinRatekauRiepsdorfScharbeutzSchashagenSchönwalde am BungsbergSierksdorfStockelsdorfSüselTimmendorfer StrandWangelsSchleswig-HolsteinKarte
Über dieses Bild

Dahme ist eine Gemeinde im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein.

Geografie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostseestrand Dahme – Dahmeshöved im Herbst

Dahme ist ein Ostseeheilbad, das etwa 20 km nordöstlich von Neustadt in Holstein und knapp 15 km (je Luftlinie) südöstlich von Oldenburg in Holstein direkt südlich des östlichen Endes vom Oldenburger Graben liegt. Der Ort befindet sich damit in der idyllischen Landschaft Wagriens am Nordwestrand der Lübecker Bucht zwischen Grube und Kellenhusen. Westlich verläuft die Bundesstraße 501 von Neustadt in Richtung Fehmarn. Dahme wurde im Jahr 1299 erstmals urkundlich erwähnt. Davon zeugt auch der Gedenkstein im Zentrum von Dahme. Der Name stammt vom slawischen „dabje“ (Eichenhain).[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahme gehörte von 1889 bis 2006 zum Amt Grube. Seitdem bilden Dahme und die Gemeinden Grube und Kellenhusen (Ostsee) eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Grömitz, die die Verwaltungsgeschäfte für die drei Gemeinden führt.

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 11 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2008 sieben Sitze und die Wählergemeinschaft DWG vier.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Über blau-silbernen Wellen wachsend in Gold der rote, ältere und der rot-silbern-rote, jüngere Leuchtturm der Gemeinde nebeneinander.“[3]

Bei dem kleineren Turm handelt es sich entgegen den Angaben in der Blasonierung nicht um einen Leuchtturm, sondern um den Marinebeobachtungsturm, der 1939 errichtet wurde.

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahme ist seit August 1972 mit Nysted in Dänemark freundschaftlich verbunden. Die Pflasterung des Nystedplatzes an der Seebrücke Dahme ist in Richtung der dänischen Partnergemeinde ausgerichtet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit mehr als 60.000 Badegästen und 800.000 Übernachtungen im Jahr ist der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle für die Gemeinde, die einen mehrere Kilometer langen Sandstrand hat, der über eine Promenade gut zu erreichen ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittenwiewerbarg, Infotafel
Wittenwiewerbarg, Reste einer Turmhügelburg

Der „Wittenwiewerbarg“ (Weiße-Weiber-Berg) ist der Rest einer Turmhügelburg (Motte) aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Sie war von einem Graben und einem Wall umgeben. Heute ist nur noch ein kleiner Hügel davon zu sehen. Der Wittenwiewerbarg steht seit 1974 unter Denkmalschutz.[4]

Der „Kleine Schwede“ ist ein 24 Tonnen schwerer Findling auf dem Nysted-Platz. Er wurde während der letzten Eiszeit aus Mittelschweden hierher transportiert und erinnert an die Entstehungsgeschichte Dahmes.[5]

Leuchtturm Dahmeshöved[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leuchtturm Dahmeshöved, rechts der Marinebeobachtungsturm von 1939

Der Leuchtturm Dahmeshöved wurde 1878/79 auf einer Höved (nddt. für Anhöhe) errichtet und dient der Schifffahrt in der Lübecker und in der Mecklenburger Bucht. Der denkmalgeschützte Leuchtturm kann besichtigt werden und wird auch als Standesamt verwendet.

Abhörstation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1962 bis 1976 betrieb die ehemalige US-amerikanische Nachrichteneinheit Naval Security Group an der großen Uferkoppel (im Zweiten Weltkrieg Standort einer 2-cm-Flak), schräg gegenüber dem Leuchtturm, eine Abhörstation. Diese wurde von Todendorf aus befehligt und war vorher auf Fehmarn angesiedelt.[6] Hier wurde mit mobilem Gerät unter anderem der Truppenübungsplatz auf der Halbinsel Wustrow abgehört, der damals auf dem Gebiet der DDR lag.

Jugendherberge und ehemalige Fernmeldestelle der Bundesmarine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DJH-Jugendherberge Dahme

Die Jugendherberge Dahme an der ostholsteinischen Ostseeküste ist eine 2006 fertiggestellte und am 6. Juli 2006 eröffnete Jugendherberge des Deutschen Jugendherbergswerks. Es handelt sich damit um eine der jüngsten Jugendherbergen des Landesverbands Nordmark e.V. Die Jugendherberge liegt am Dahmeshöved 1 an der Straße zum Leuchtturm Dahmeshöved, der die Einfahrt zur Lübecker Bucht markiert. Damit liegt sie in einer Reihe mit mehreren Villen und dem Mutter-Kind-Heim südlich vom eigentlichen Ortskern Dahmes. Das Gelände der Jugendherberge grenzt direkt an die Steilküste zum Ostseestrand, der über eine große, hölzerne Treppenanlage erreichbar ist.

Wo heute die Jugendherberge steht, befanden sich bis 2004 die Gebäude einer Marinefernmeldestelle der Bundeswehr (im Zweiten Weltkrieg existierte hier eine Marine-Funkmessortungsanlage, FuMO 3, eine sogenannte Calais-Zerstörersäule). Die Marinefernmeldegruppe 53 wurde Ende 1963 in Dahmeshöved in Betrieb genommen. Nach Auflösung des Marinefernmeldeabschnitts 5 1967 wurde sie dem Marinefernmeldeabschnitt 1 unterstellt. Hier wurde mit mobilem Radargerät die Ostsee bewacht. Die Marinefernmeldegruppe 53 wurde Ende September 1991 aufgelöst.

Nach der Aufgabe der Fläche durch die Bundesmarine lag das Gelände einige Zeit brach und sollte nach dem Willen des Bürgermeisters von Dahme für einen gemeinnützigen Zweck verwendet werden. Der ehemalige Standplatz der Radarantennen, eine erhöhte asphaltierte Fläche, wird nun für Ballspiele genutzt.

Glasbilder der St.-Stephanus-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der Fensterbilder der St.-Stephanus-Kirche (Dahme)

Die Fenster, in den 1970er Jahren von Theo M. Landmann aus Osnabrück angefertigt, sind wertvoller Bestandteil der St.-Stephanus-Kirche und geben Bezüge zum Wirken Christi auf dem See Genezareth wieder[7].

Impressionen und Details der Glasfenster in der St.-Stephanus-Kirche in Dahme stehen in Landmanns umfassendem Werkverzeichnis. Die Fenster der Kirche sind als Werkverzeichnisnummern 340, 341, 342 und 343 aufgeführt[8].

Theo M. Landmann schuf über 380 Arbeiten zwischen 1925 und 1978. Darunter Bleiglas- und Betonglasfenster sowie Fresken, Sgraffiti und Wandteppiche. Der Künstler war überwiegend im westlichen Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen tätig, wo er mit bekannten Architekten und Kirchenbauern zusammenarbeitete. Landmann, Meisterschüler bei Johan Thorn Prikker, studierte die Kathedralen in Frankreich, England und Italien. Er war seit 1929 als freier Künstler tätig und nahm 1933 an der Weltausstellung in Chicago teil. Das Werkverzeichnis vermittelt die vielgestaltige Arbeitsweise Landmanns in zahlreichen Gesamt- und Detailaufnahmen.

Im Jahr 2016 werden die Bleiglasfenster einer umfassenden Renovierungsmaßnahme unterzogen, die vom Bonifatiuswerk gefördert wird[9][10].

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Hinrich Klahn (* 1776 in Dahme; † 1851 in Hamburg/South Carolina) wanderte 1805 nach Amerika aus und wurde dort Städte- und Brückenbauer.
  • Kapitän Heinrich Paasch (* 1835 in Dahme; † 1904 in Antwerpen) wurde durch das marine Standardwerk „Vom Kiel zum Flaggenknopf“, einem dreisprachigen Wörterbuch für marine Begriffe, bekannt. 1903 stiftete er die nach ihm und seiner Frau benannte „Paasch-Eyler-Allee“, die den Ort mit dem Wald verbindet.
  • Paul Walter (* 1913 Mönchengladbach; † 1993 in Dahme), Bühnenbildner, Ausstattungsleiter am Nationaltheater Mannheim, wohnte in Dahme.

In den 1960er Jahren ließ sich Uwe Johnson bei Aufenthalten in einem Sommerhaus in Dahmeshöved für seinen Roman Jahrestage inspirieren. In einem seiner Textbücher erwähnt der Schriftsteller Helmut Heissenbüttel in dem Gedicht Postbus Dahme eine Begegnung mit seinem Kollegen Uwe Johnson in Dahmeshöved.

Friedrich Dahl und Gerhard Domagk (Nobelpreis für Medizin 1939, ausgehändigt 1947) wohnten in Dahmeshöved, ebenso Heinrich Plett, erster Geschäftsführer der Neuen Heimat, Hans Koch von Hans Koch & Sohn und Tyll Necker.

Fledermäuse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahme ist der erste „Fledermausfreundliche Ort Deutschlands“. Über 100 Häuser sind vom NABU Schleswig-Holstein und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein als „Fledermausfreundliches Haus“ ausgezeichnet worden. Seit Mai 2006 ist Dahme das Zentrum der ersten offiziellen „Fledermausfreundlichen Region“ Deutschlands. Im Oktober 2006 wurde Axel Kramer für das Fledermausprojekt mit dem Muna 2006, Preis für den aktiven Umweltschutz von Deutsche Bundesstiftung Umwelt und ZDF ausgezeichnet.[11]

Sport- und Gesundheitszentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sport- und Gesundheitszentrum wird von der Europäischen Union kofinanziert. Es verfügt über ein klassisches Bade-, Massage- und Inhalationsangebot. Daneben gibt es private bewegungstherapeutische Angebote.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dahme (Holstein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Dahme (Holstein) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. wirliebendahme.de: Neubesiedlung und Christianisierung Wagriens und Eintritt Dahmes in die Geschichte 1250–1460, abgerufen am 28. Januar 2017
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  4. wirliebendahme.de: Ut de ole tid, abgerufen am 28. Januar 2017
  5. wirliebendahme.de: Chronik des Ortes Dahme – Vor- und Frühgeschichte, abgerufen am 28. Januar 2017
  6. NAVSECGRU Stations Past and Present. navycthistory.com; abgerufen am 6. November 2014 (englisch).
  7. Verein zur Förderung und Unterhalt der katholischen Sankt Stephanus-Kirche und der Tourismusseelsorge in Dahme e.V. In: fv-st-stephanus-dahme.de. Abgerufen am 9. August 2016.
  8. Werkverzeichnis Theo M. Landmann (1903–1978) | Osnabrück. In: www.theo-landmann.de. Abgerufen am 9. August 2016.
  9. Viel Arbeit am Urlaubsort | Neue KirchenZeitung. In: www.neue-kirchenzeitung.de. Abgerufen am 28. August 2016.
  10. SANIERUNG. In: fv-st-stephanus-dahme.de. Abgerufen am 28. August 2016.
  11. Deutsche Bundesstiftung Umwelt: muna 2006 Ostseeheilbad Dahme – nicht nur für Touristen, sondern auch für Fledermäuse sehr attraktiv, abgerufen am 28. Januar 2017