Daily Worker

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Wagen einer Mai-Parade mit einer Arbeiter-Figur, die den „Daily Worker“ liest

Der Daily Worker war eine Tageszeitung, die von der Kommunistischen Partei der USA von 1924 bis 1956 in New York herausgegeben wurde. Sie stellte zumeist die Meinung der Partei dar, versuchte jedoch auch hin und wieder, sich einem weiteren linken Diskurs zu öffnen. In ihren besten Zeiten erreichte sie eine Auflage von 35.000 Exemplaren. Zu den bekannten Autoren gehörten Robert Minor und Fred Ellis als Karikaturisten, Lester Rodney (Sportressort), David Karr, Richard Wright, John L. Spivak, Peter Fryer, Woody Guthrie und Louis Budenz.

Die 1930er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit der Popular Front in den 1930er Jahren, als die die Kommunistische Partei verkündete, dass der „Kommunismus der Amerikanismus des 20. Jahrhunderts“ werden würde und sich selbst in die Tradition Washingtons und Lincolns stellte, verbreiterte die Zeitung ihr Spektrum auf Kunst und Unterhaltung. 1935 kam unter der Redaktion von Lester Rodney eine Sportseite hinzu. Hier wurde die Sportbegeisterung mit Sozialkritik verbunden – so wurde häufig eine Desegregation (Aufhebung der Trennung zwischen Schwarz und Weiß) des Profisports verlangt.

Der McCarthyismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Daily Worker hatte immer wiederkehrende Schwierigkeiten mit der Finanzierung und dem Vertrieb. Viele Kioske weigerten sich, die Zeitung zu verkaufen. Der scharfe Antikommunismus der 1950er Jahre unter dem Senator Joseph McCarthy verstärkte diese Probleme noch

Als Reaktion auf den Stalinismus und aus Angst vor Verfolgung durch die einheimische Behörde HUAC (Komitee für unamerikanische Tätigkeiten) war die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei 1956 auf 20.000 gesunken.

Der Ungarnaufstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das endgültige Aus des Blattes kam mit der Wertung des Ungarnaufstandes im Jahr 1956. Zuerst wurde die ungarische Revolution befürwortet. Der Herausgeber John Gates öffnete das Blatt für Diskussionen. Dass das Blatt letztlich auf Druck der Parteispitze jedoch die Niederschlagung des Aufstandes durch sowjetische Truppen billigte, führte zu einer Spaltung in der Kommunistischen Partei, in der es starke Meinungsverschiedenheiten über die Bewertung des sowjetischen Einmarsches gab. Etwa die Hälfte der Mitglieder verließ in diesem Zusammenhang die Partei, darunter Gates und viele Mitarbeiter der Zeitung.

Die Partei überlebte die Spaltung, die Zeitung wurde aber am 13. Januar 1958 eingestellt. Als Grund dafür wird auch angegeben, dass damit die vergleichsweise liberale Auffassung des Herausgebers Gates, der Chruschtschows Kritik am Stalinismus befürwortete, somit keine weitere Verbreitung fand.

Von 1958 bis 1968 gab sie eine wöchentliche Zeitung namens The Worker heraus, von 1961 bis 1968 auch eine Dienstagausgabe namens The Midweek Worker. 1968 gab es wieder eine in New York erscheinende Tageszeitung namens The Daily World. 1986 wurde sie mit der Partei-Wochenzeitung der Westküste, der People's World verschmolzen. Die neue People’s Daily World erschien von 1987 bis 1991, als man die Produktion einer Tageszeitung aufgab. Heute gibt die Kommunistische Partei der USA die Wochenzeitung People’s Weekly World heraus.

Daily Worker in Großbritannien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Zeitung namens Daily Worker wurde 1930 auch von der Kommunistischen Partei Großbritanniens gegründet. 1966 wurde sie in Morning Star umbenannt, die bis heute noch täglich erscheint.

Impressum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1920er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maurice Becker, Karikaturist
  • Jacob Burck, Karikaturist
  • Walt Carmon, circulation manager
  • Whittaker Chambers[1]
  • Kyle Crichton as "Robert Forsythe" (father of Robert Crichton)
  • Paul Crouch
  • Samuel Adams Darcy
  • Fred Ellis, Karikaturist
  • Harry Freeman[1]
  • Sender Garlin
  • Hugo Gellert, Karikaturist
  • Mike Gold, Leitartikel
  • Jolan Gross-Bettelheim, Karikaturist
  • L. E. Katterfeld ("New York representative"[1])
  • Robert Minor, Karikaturist
  • Richard B. Moore
  • Harvey O'Connor ("effective editor"[1])
  • Moissaye Joseph Olgin

1930er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Bendiner
  • Richard O. Boyer
  • Louis F. Budenz, managing editor
  • Ben Burns
  • Benjamin J. Davis Jr., Herausgeber
  • Theodore Dreiser
  • Nelson Frank
  • Harry Gannes, foreign editor
  • Eugene Gordon
  • Woody Guthrie, "Woody Sez", Leitartikler for People's World
  • Clarence Hathaway, Herausgeber
  • Syd Hoff, Karikaturist
  • Jacob Kainen, Karikaturist
  • Sergey Nikolaevich Kurnakov
  • Edna Lewis
  • Walter Lowenfels
  • Samuel Putnam
  • Lester Rodney, Sportartikel
  • Howard Rushmore
  • Ryan Walker, Karikaturist
  • Marguerite Young (Journalist), Washington David Chambers bureau chief

1940er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edith Anderson-Schröder, culture editor
  • Bill Mardo
  • Alexander Saxton

1950er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John Gates
  • Si Gerson, executive editor

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Whittaker Chambers: Witness.. Random House, New York 1952, ISBN 978-0-89526-789-4, S. 206–207, 218–229, 252–259.