Dalheim (Luxemburg)

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Dalheim
Wappen Karte
Wappen von Dalheim Lage von Dalheim im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 33′ N, 6° 16′ O49.5425277777786.2587222222222Koordinaten: 49° 32′ 33″ N, 6° 15′ 31″ O
Distrikt: Grevenmacher
Kanton: Remich
Einwohner: 2012 (1. Januar 2014)[1]
Fläche: 19 km²
Bevölkerungsdichte: 106 Einw./km²
Gemeindenummer: 00008003
Website: www.dalheim.lu
Politik
Bürgermeister: Joseph Heisbourg
Wahlsystem: Majorzwahl

Dalheim (luxemburgisch Duelem) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Remich.

Zusammensetzung der Gemeinde[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus folgenden Ortschaften:

Zur Gemeinde gehören auch die Höfe:

  • Buchholzer Hof
  • Heidscheuer Hof
  • Reckinger Hof

Geschichte[Bearbeiten]

Vor- und frührömisches Dalheim[Bearbeiten]

Südlich von Dalheim, im ehemaligen Stammesgebiet der Treverer, befand sich ein römischer Vicus. Es gab auch früher zu datierende, geringere Funde, nach denen eine spätlatènezeitliche Vorgängersiedlung angenommen wird. Durch die kleine Zahl der Fundobjekte kann dies aber derzeit nicht bestätigt werden, allerdings befanden sich die ersten Grabungsareale nur 100 m von einer wichtigen antiken Straßenkreuzung entfernt, wo eher mit Funden aus dieser Zeit gerechnet wird.

Die Siedlung lag auf dem höchsten Punkt einer nach Südwesten hin sanft abfallenden Hochebene des Luxemburger Sandsteingebietes in der heute sog. Flur „Pëtzel“, jetzt eine Trümmerstätte.

Sie scheint nach dem Trevereraufstand von 30/29 v. Chr. kurzzeitig verlassen worden zu sein, doch schon um 18/17 v. Chr. wurde sie im Zuge der Errichtung der Fernstraße Via Agrippa, zwischen dem Mittelmeer und Köln, über Arles, Orange, Vienne, Lyon, Chalon-sur-Saône, Dijon, Langres, Toul, Metz, Trier durch die Eifel nach Köln,[2] als geeigneter Etappenort wiederbelebt und bestand von da an rund 400 Jahre. Diese Straße auf der linken Moselseite war die wichtigste Lebensader des römischen Dalheim. Die in der Nähe von Dalheim gefundenen Meilensteine legen Zeugnis ab von der großen Bedeutung dieses überregionalen Verkehrswegs. Zu dieser Zeit trug die Ansiedlung den Namen Ricciacum[3]. Sieben in Dalheim entdeckte Blei-Tesserae mit den Inschriften „RICCIAC“ bzw. „RICC“, der Flurname „Ritzig" oder "Rëtzeg“, einer Stelle, die unmittelbar westlich an das Siedlungsareal des Vicus angrenzt, sowie eine erst 2008 in den Thermen Dahlheims gefundene Steininschrift liefern den Beweis dafür, dass die Dalheimer Ansiedlung mit der Straßenstation „RICCIACO“ identisch ist, welche auf der Tabula Peutingeriana, der mittelalterlichen Kopie einer spätrömischen Straßenkarte zwischen Metz und Trier, verzeichnet ist.

Gallo-römisches Theater[Bearbeiten]

Am 26. Juni 1985 wurde in Dalheim begonnen nach Überresten eines römischen Gebäudes zu suchen. Dabei entdeckte man die Überreste des Theaters. Mit den Ausgrabungen wurde erst am 26. Mai 1999 angefangen. Das ganze Theater war mit einer zwei bis drei Meter dicken Erdschicht bedeckt.

Es wurden acht Sitzreihen sowie zehn Stufen ausgegraben, dabei war die erste Sitzreihe noch komplett erhalten. Das Theater hatte einen Durchmesser von 62,50 Meter und bot Platz für 3500 Personen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean Krier: Das vorrömische und frührömische Dalheim (Luxemburg). In: Rheinisches Landesmuseum Trier Hg.: Trier - Augustusstadt der Treverer. Philipp von Zabern, Mainz 1984, ISBN 3-8053-0792-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dalheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2014 (franz.)
  2. Zum weiteren Verlauf durch die Eifel: siehe Römerstraße Trier–Köln
  3. Archaeo-Park Dalheim