Damon Knight

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Damon Francis Knight (* 19. September 1922 in Baker, Oregon; † 15. April 2002 in Eugene, Oregon) war ein US-amerikanischer Science-Fiction-Autor.

Leben[Bearbeiten]

Damon Knight ging 1941 nach New York, wo er Mitglied der Futurians, einer Gruppe jugendlicher Science Fiction Fans und Autoren, wurde. Dieser einflussreichen Gruppe des Fandoms gehörte unter anderem Frederik Pohl, Donald A. Wollheim, Isaac Asimov, und Cyril M. Kornbluth an. Hier begann er mit dem Schreiben von Kurzgeschichten. Zunächst erschienen seine Geschichten in so genannten Fanzines, vervielfältigten Zeitschriften, die von Science Fiction-Fans herausgegeben wurden. Eine seiner ersten professionellen Geschichten The Avenger erschien in Planet Stories unter dem Pseudonym Stuart Fleming. Einige weitere Veröffentlichungen in Pulp-Magazinen folgten, aber Knight fand die Restriktionen und Vorgaben die diese Art der Veröffentlichung mit sich brachten zu aufreibend. Er wurde Mitherausgeber verschiedener Publikationen. Nebenher schrieb er weiterhin Science Fiction. Während seiner Zeit bei den Futurians, die er in seinem Buch The Futurians als eine „… kritische Bande“ bezeichnete, wurde ihm bewusst, das er selbst einer der größten Kritiker innerhalb der Futurians war. Diese Eigenschaft kultivierte er nach seiner Zeit beim Fandom zusammen mit seinem Freund James Blish.

Damon Knight war dreimal verheiratet, zunächst mit Gertrud Werndl, dann mit Helen del Rey (geb. Schlaz). Nach der Scheidung von Helen im Jahr 1962 heiratete er am 23. Februar 1963 Katie Gertrude Wilhelm (geb. Meredith), besser bekannt unter dem Namen Kate Wilhelm.

Leistungen[Bearbeiten]

Knight war neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch Herausgeber von Genre-Anthologien, sowie Magazinen und Buchreihen und ein anerkannter SF-Literaturkritiker.

Auf eine Anregung von James Blish hin, gründete Knight im Jahr 1965 die Science Fiction Writers of America, kurz SFWA, eine Vereinigung der professionellen Science-Fiction-Autoren Nordamerikas und wurde deren erster Präsident.

In Genre-Kreisen machte der Insider-Scherz die Runde, „Ob er denn nichts aus der Gründung der N3F gelernt habe“. Dieser Scherz bezieht sich auf die National Fantasy Fan Federation (N3F), einer äußerst schwerfälligen Organisation, deren Gründung Knight mit seinem Fan-Artikel Unite or Fie! 1941 initiiert hatte.

Mit James Blish und Judith Merril gründete er die Milford writing workshops wo er Nachwuchsautoren unterrichtete. Später gründete er zusammen mit seiner Frau Kate Wilhelm den Clarion SF and Fantasy Writers' Workshop, bei dem er zusammen mit seiner Frau jahrzehntelang Nachwuchsautoren unterrichtete. Als eine der besten Anleitungen für angehende Autoren des Genres gilt Creating Short Fiction (1981). Von vielen Autoren, die Knights Schreibkurse besucht haben, wird er als Lehrer und einer der Großen des Genres verehrt, unter anderem von Gene Wolfe, der ihm The Fifth Head of Cerberus widmete.

Damon Knights Leistungen für das Science Fiction Genre liegen vor allem in seiner Arbeit als Herausgeber verschiedener Anthologien, von denen die Orbit-Reihe die bei weitem bekannteste ist. Insgesamt gab er 21 Bände der Reihe zwischen 1966 und 1980 heraus, in denen neben alten Bekannten wie Kate Wilhelm unter anderem Neuentdeckungen wie R.A. Lafferty des Öfteren zum Zuge kamen.

Die Zusammenstellung seiner Buchkritiken und Aufsätze über den Stand der SF-Literatur In Search of Wonder (1956) gilt als das erste ernstzunehmende Werk der modernen Science Fiction Kritik und erhielt einen Hugo Award. Das Buch wurde 1967 und 1996 jeweils in erweiterter Form neu aufgelegt. Gardner Dozois nannte Damon Knight den „Begründer der SF-Kritik“.

In Deutschland erschienen einige seiner wichtigeren Romane, seine zahlreichen Prosasammlungen blieben jedoch fast unberücksichtigt, obwohl er sich im Bereich der Kurzgeschichte weit eher verdient machte. Von seinen Kurzgeschichten ist To Serve Man (dt. Ein Plan für die Menschheit bzw. Wie man die Menschen vorbereitet) eine der bekanntesten und erschien erstmals 1950 in dem Magazin Galaxy. Sie diente auch als Vorlage für eine Folge der Fernsehserie Twilight Zone.

Sein Buch The Futurians (1977) über seine Zeit bei dem gleichnamigen SF-Fanclub gilt als eine der unterhaltsamsten Veröffentlichungen über die Geschichte der Science Fiction.

Kate Wilhelm und Damon Knight wurde 1996 die Ehrendoktorwürde in Geisteswissenschaften der Michigan State Universität verliehen. 1994 erhielt er den Grand Master Award der SFWA für sein Lebenswerk. Dieser Preis wurde nach seinem Tod in Damon Knight Memorial Grand Master Award umbenannt.

Werke[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

  • Die Analog-Maschine (Hell's Pavement/Analogue Men) 1955
  • VOR (mit James Blish) 1958
  • A for Anything/The People Maker 1959
  • Masters of Evolution 1959
  • Sprung über die Zeitbarriere (Beyond the Barrier) 1964
  • Zweibeiner sehen dich an (Mind Switch) 1965
  • Off Center 1965
  • The Rithian Terror 1965
  • Welt ohne Kinder (The Sun Saboteurs/World Without Children and The Earth Quarter) 1961/1970
  • Sturz in die Unterwelt (The World and Thorinn) 1980
  • Der Mann im Baum (The Man in the Tree) 1984
  • Invasion des Grauens (Double Meaning) 1991
  • God's Nose 1991
  • Why Do Birds 1992
  • Humpty Dumpty: An Oval 1996

Sachbücher[Bearbeiten]

  • In Search of Wonder [Gesammelte Kritiken] 1956, erw. 1967
  • The Futurians [Erinnerungen] 1977

Kurzgeschichtensammlungen[Bearbeiten]

  • Babel II (Far Out) 1961
  • Welt ohne Maschinen (3 Novellen: Rule Golden 1954, Natural State 1951, The Dying Man 1957)

Anthologien[Bearbeiten]

  • Damon Knights Collection 1-11 (Orbit 1-7) (ab 1966) [Band 8-21 in BRD unveröffentlicht]
  • Damon Knight Nebula Award Stories / Science-Fiction-Erzählungen in mehreren Bänden: u.a. "Computer streiten nicht", "Der Gigant" und "Panne in der Hölle" als Werktitel [Lichtenberg Verlag, Editions Rencontre]

Weblinks[Bearbeiten]