Damp

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Damp
Damp
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Damp hervorgehoben
Koordinaten: 54° 35′ N, 9° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Schlei-Ostsee
Höhe: 18 m ü. NHN
Fläche: 13,81 km2
Einwohner: 1458 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 24351,
24398 (Büßholz, Kniepenberg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04352
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 040
Adresse der Amtsverwaltung: Holm 13
24340 Eckernförde
Webpräsenz: www.amt-schlei-ostsee.de
Bürgermeister: Horst Böttcher (SPD)
Lage der Gemeinde Damp im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Damp ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Sie liegt auf der Halbinsel Schwansen an der Ostsee.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damp liegt etwa 16 Kilometer nordöstlich von Eckernförde an der Ostseeküste. Westlich verläuft die Schwansenstraße (B 203) von Eckernförde nach Kappeln. Zur Gemeinde gehören das Dorf Vogelsang-Grünholz (dänisch: Fuglsang-Grønholt), daneben die Ortschaften Dorotheenthal, Fischleger (Damp Fiskerleje), Hegenholz (Hegeholt), Nieby (Nyby), Pommerby, Schwastrum (Svartstrøm), das Gut Damp sowie das direkt an der Küste liegende Ostseebad Damp. Das 1973 eröffnete Ferienzentrum ist über die gleichzeitig angelegte Kreisstraße K 61 mit der Schwansenstraße verbunden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ging 1927 aus dem gleichnamigen Gutsbezirk hervor. Auf dem Gemeindegebiet wurde 1964 die Rote Maaß, ein alter Kultplatz mit einem Steinkreis, gefunden.

Gut Damp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gut Damp liegt zwischen Vogelsang-Grünholz und dem Ostseebad Damp fast direkt an der K 61 im Hegenholz. Seine Ländereien gehörten im 15. Jahrhundert den Schleswiger Bischöfen. Erster in den Quellen erwähnter Pächter war 1438 ein Eler Schmidt. Er wurde verpflichtet, den Wald zu roden und ein Haus zu bauen, in dem er bischöfliche Jagdgäste beherbergen konnte. Der Name Damp erscheint zum ersten Mal in einer Verkaufsurkunde aus dem Jahr 1517.

Das heutige Herrenhaus wurde 1595 - 97 als zweigeschossiger Zentralbau mit vier Ecktürmen errichtet und bereits während der Bauzeit verändert; Anfang des 18. Jahrhunderts kam noch ein Anbau hinzu. Der auf einer künstlichen Insel errichtete Herrensitz hat eine zehn Meter hohe Eingangshalle, in der eine doppelte Freitreppe auf eine umlaufende Galerie führt. Von ihr ist gegenüber der Treppe eine mächtige Orgel aus dem Jahre 1699 zugänglich. Der Renaissancebau wird seit Ende des 19. Jahrhunderts von der Familie der Grafen Reventlow bewohnt. Das Herrenhaus ist mit figurenreichen Stuckarbeiten aus der Zeit um 1700 ausgestattet.

1640 wurden unter Otto Rantzau Gerstenscheune und großes Kuhhaus errichtet, vielleicht auch das Torhaus, 1721 bis 1723 unter den Ahlefeldts die übrigen Fachwerkscheunen. Im Kuhhaus wird heute ein gleichnamiges Restaurant betrieben. Das Gut mit Herrenhaus diente vielfach als Filmkulisse, etwa für Teile der ARD-Serie Onkel Bräsig. Es war mitunter auch in der ZDF-Serie Der Landarzt zu sehen. Im Torhaus gab es einen Kunsthandel. Der ursprüngliche Barockgarten wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in einen Landschaftsgarten umgeformt.

Hauptartikel: Gut Damp

Ostseebad Damp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. Dezember 1968 entschied sich die Gemeinde für die Planung eines Ferienzentrums unter dem futuristischen Namen Damp 2000. Mitte der 1980er Jahre wurde es in Ostseebad Damp umbenannt. Im Jahr 2011 gab es eine erneute Namensänderung in Ostsee Resort Damp (Eigenschreibweise: ostsee resort damp[2]).

Die Gesellschaft gehört zu den Helios Kliniken. Noch während der Bauphase wurde das ursprüngliche Konzept einer rein touristischen Nutzung aller Häuser erweitert um einen umfassenden klinischen Teil. Es entstanden die Ostseeklinik Damp (1974) und die Kurklinik, spätere Reha-Klinik (1974/1975). Als Stätten der Ausbildung kamen das Lehrinstitut für Physikalische Therapie und Sportmedizin (1982) und die staatlich anerkannte Krankenpflegeschule (1983) hinzu.[3]

1990 wurde das Aqua Tropicana eröffnet, ein tropisches Meerwasserschwimmbad mit Saunalandschaft und Wellnessangeboten. 1997 kam ein fun & sport center hinzu. In Damp befindet sich zudem ein Yachthafen mit 14 Stegen und 365 Bootsliegeplätzen. 2012 wurde das Aqua Tropicana geschlossen. Ein neues Erlebnisbad (Entdeckerbad) wurde im Juli 2014 eröffnet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostseeklinik

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die SPD seit der Kommunalwahl 2003 sechs Sitze, die CDU hat fünf und die Wählergemeinschaft ABD zwei.[4] Bei den Kommunalwahlen 2008 und 2013 blieb die Sitzverteilung unverändert, es änderte sich lediglich die Bezeichnung der Wählergemeinschaft, die sich 2013 von Aktive Bürger Damp (ABD) in Wählergemeinschaft (ABD) umbenannte.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein Sportsegelboot mit rot-silbernem Rumpf, silbernen Segeln und rotem Wimpel, in den Oberecken begleitet von einem linksgewendeten goldenen Ritterhelm mit geöffnetem Visier rechts und einer goldenen Weizenähre links.“[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferdinand Schramm (1889–1964), Politiker und Reichshandwerksmeister
  • Thomas Wessinghage (* 1952), Leichtathlet und Arzt, ehem. Ärztlicher Direktor der Rehaklinik Damp
  • Jörg Haasters (1940), Orthopäde, ehem. Ärztlicher Direktor der Ostsee- und Rehaklinik Damp

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albatros

Damp hat einen großen Yachthafen. Das Seenotrettungsboot Karl van Well der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ist in Damp stationiert.

Die 1912 gebaute Albatros, das Schwesterschiff der Alexandra vom Flensburger Hafen, liegt heute in Damp als Museum auf dem Sandstrand im Trockenen.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Damp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning v. Rumohr: Schlösser und Herrenhäuser im Herzogtum Schleswig, neubearb. von Cai Asmus v. Rumohr, 1987, Verlag Weidlich Würzburg, 3. Auflage, ISBN 3-8035-1302-2, S. 216
  • Deert Lafrenz: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, 2015, Michael Imhof Verlag Petersberg, 2. Auflage, ISBN 978-3-86568-971-9, S. 122

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. ostsee resort damp. (Eigenschreibweise). ostsee resort damp GmbH, abgerufen am 9. November 2014.
  3. Kurt Voigt und Karl Seemann, Chronik Damp, Damp 1994.
  4. Sitzverteilung Kommunalwahl 2013
  5. Aktive Bürger Damp sind jetzt Wählergemeinschaft. In: Eckernförder Zeitung. 28. Februar 2013, abgerufen am 20. Juni 2017.
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  7. Flensburger Tageblatt: Schönheitskur für Stranddampfer, vom 15. März 2012; abgerufen am: 21. April 2015