Dampfnudelblues

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Film
OriginaltitelDampfnudelblues
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2013
Länge91 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
RegieEd Herzog
DrehbuchChristian Zübert
ProduktionKerstin Schmidbauer
MusikMartin Probst
KameraSebastian Edschmid
SchnittStefan Essl, Benjamin Hembus
Besetzung
Chronologie

Nachfolger →
Winterkartoffelknödel

Dampfnudelblues ist ein deutscher Kriminalfilm aus dem Jahr 2013. Die Literaturverfilmung basiert auf dem gleichnamigen Roman von Rita Falk. Der Film des Regisseurs Ed Herzog hatte am 29. Juni 2013 auf dem Filmfest München Premiere.[3] Die Kriminalkomödie kam am 1. August 2013 in die deutschen Kinos[4] und wurde am 5. Dezember 2013 erstmals im Fernsehen (ARD) ausgestrahlt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der als ehemaliger Kripobeamter in die Provinz strafversetzte Polizeihauptmeister Franz Eberhofer lebt mit seiner kochbegabten, aber scheinbar schwerhörigen Großmutter und seinem Vater, einem Rentner-Hippie und Beatles-Fan, im niederbayerischen Niederkaltenkirchen. Franz toleriert beispielsweise den kleinen Cannabis-Garten seines Vater (nur für den Eigenbedarf). Außerdem hat er eine Liebesbeziehung mit der Sekretärin Susi.[4]

Eberhofers erster Einsatz im Film führt ihn zum allseits unbeliebten Schuldirektor Höpfl. Die Hauswand des alleinlebenden Schulrektors ist mit „STIRB DU SAU“ in großen roten Buchstaben besprüht. Nach der Anzeige beim einzigen Ortspolizisten Eberhofer verschwindet der Rektor für einige Tage von der Bildfläche, ohne irgendeine Nachricht zu hinterlassen. Dies animiert Eberhofer zu einigen Aktivitäten, wie das amtliche Öffnen des Hauses durch einen Schlüsseldienst und die Inaugenscheinnahme der Räumlichkeiten, ohne jedoch dabei Auffälligkeiten zu bemerken.

Nach wenigen Tagen taucht Höpfl jedoch wieder auf, was ihm telefonisch gemeldet wird. Er will den Rektor zur Rede stellen und begibt sich deswegen zu dessen Wohnhaus, wo er – nach vergeblichem Klingeln – mit dem zuvor aus dem Haus mitgenommenen Zweitschlüssel eindringt und den Herrn Höpfl in seiner Badewanne überrascht. Dabei kommt es zu einem Wortwechsel, bei dem der Rektor auf seine Privatsphäre pocht und sich derartige Nachforschungen verbittet. Kurz danach wird er jedoch nachts tot und mit abgetrenntem Kopf auf den Gleisen des Bahnhofs unter einem Güterzug gefunden.

Eberhofers Freundin ist inzwischen sauer auf ihn, weil er nach einer gemeinsamen Nacht leichtfertig bemerkt, sie habe „mittlerweile ganz schöne Dellen auf di Haxn“, woraufhin sie aus dem Bett springt, das Haus verlässt und – und unter den Augen seines vor dem Haus kiffenden Vaters – nackt mit dem Fahrrad nach Hause fährt. Sein Bruder und dessen thailändische Frau engagieren ihn – nach kurzem Streit zwischen ihm und dem Bruder über die Rauschgiftplantage des Vaters – als Babysitter für die Dauer des Deutschkurses der thailändischen Schwägerin, da – außer bei seiner Mutter – nur bei ihm das Baby zufrieden und still ist.

Eberhofer glaubt im Gegensatz zu seinem Dienststellenleiter Moratschek nicht an einen Selbstmord, sondern fahndet weiter nach dem Täter. Dabei unterstützt ihn sein Münchner Ex-Kollege Rudi Birkenberger, der die Strafversetzung in die Provinz seinerzeit abgelehnt hat und dafür lieber als Hausdetektiv eines Supermarktes arbeitet, sich dabei aber langweilt. Ihre Recherchen führen sie zu Bruno, einem Schulkollegen von Eberhofer, der damals zur Fremdenlegion geflüchtet war, als er von der Schwangerschaft seiner Freundin erfahren hatte. Vor kurzem ist er zurückgekehrt und betreibt nun einen Schlüsseldienst. Sein Sohn Marcel hatte mit dem homosexuellen Höpfl verkehrt. Bruno wird am Ende als Schuldiger verhaftet. Kurz darauf stellen beide aber fest, dass Höpfl wohl durch Marcels Mutter, Brunos Exfreundin, ermordet worden sein muss. Dies wird durch Eberhofer und seinen Freund jedoch nicht richtiggestellt, weil sie finden, Bruno solle für damalige seine Flucht vor seiner Verantwortung als Vater anstelle der Mutter büßen (Das Ende des Films weicht dabei erheblich von der Buchvorlage ab).

In der Schlussszene setzt er seinen Kumpel Birkenberger an dem Verkehrskreisel außerhalb des Ortes ab und fährt unmittelbar – mit dem grün-weißen Dienstwagen – seiner nach Italien zu ihrem italienischen Urlaubsfreund gefahrenen Freundin Susi nach, um sie für sich zurückzugewinnen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Film wurde vom 16. September 2012 bis zum 17. Oktober 2012 in München und Niederbayern, hauptsächlich in Frontenhausen und der näheren Umgebung gedreht.[5]
  • Von jeder verkauften Kinokarte gingen 0,10 € an die Sonderaktion „Hochwasserhilfe Bayern“ der Sternstunden, einer Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks für den Wiederaufbau und die Renovierung von Kinderkliniken, heilpädagogischen Tagesstätten oder integrativen Kindergärten in den vom Hochwasser 2013 betroffenen Gebieten.[4]
  • Die titelgebende Dampfnudel ist eine traditionelle Mehlspeise der süddeutschen Küche.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häufig im Film zu sehen ist Franz’ Dienstwagen, ein Audi 80 B2 mit Polizei-Sonderausstattung wie Rundumkennleuchte, verschließbarem Waffenfach in der Beifahrertür und Heckachsen-Höherlegung im Rahmen des bei Streifenwagen standardmäßig verbauten Schlechtwegepakets. Obwohl im Film kein Mangel daran festzustellen ist, muss Franz sich für diesen Youngtimer Häme gefallen lassen, der Wagen wird von seinem Dienststellenleiter als „Polizeiinspektion-1-Gedächtniskarren“ verspottet.

Franz Eberhofer raucht selbstgedrehte Zigaretten. Der Tabak heißt „Delilah“. Anscheinend eine Anspielung auf den tatsächlich existierenden und beliebten Drehtabak „Samson“.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Skurrile, von schrulligen Figuren bevölkerte (Fernseh-)Krimikomödie als Verfilmung eines Romans von Rita Falk, in der kräftig bavarisiert wird. Den vielen schrillen Pointen stehen manche liebenswürdig-melancholische Momente gegenüber.“

„Dank vieler witziger und trocken präsentierter Dialoge […] ist dieser urbayrische Klamauk […] trotz eher mittelmäßiger TV-Inszenierung durchaus unterhaltsam. Die meisten Schauspieler machen ihre Sache ganz gut, wenn auch einige Momente arg steif und überkonstruiert daherkommen.“

„Auch wenn der Film um so manches Klischee nicht herumkommt, bereitet er großes Vergnügen. Regisseur Herzog und Drehbuchautor Christian Zübert haben herrlich schrullige Charaktere ins Leben gerufen, die den Widrigkeiten des Lebens gelassen und mit viel trockenem Humor begegnen.“

Cordula Dieckmann: Mittelbayerische Zeitung[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Dampfnudelblues. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juli 2013 (PDF; Prüf­nummer: 139 843 K).
  2. Alterskennzeichnung für Dampfnudelblues. Jugendmedien­kommission.
  3. Dampfnudelblues. Ein Eberhoferkrimi. Internationale Münchner Filmwochen GmbH, 2013, abgerufen am 26. Dezember 2018.
  4. a b c Gesine Pucci: Dampfnudelblues unterstützt Sternstunden. In: Pressemitteilungen. Bayerischer Rundfunk, 29. Juli 2013, abgerufen am 24. Juni 2017: „Kinostart am 1. August 2013 im Verleih der Constantin Film“
  5. Dampfnudelblues bei crew united
  6. Dampfnudelblues. Filmdienst, abgerufen am 26. Dezember 2018.
  7. Dampfnudelblues. Ein Eberhoferkrimi. In: Filme. Prisma-Verlag GmbH, abgerufen am 26. Dezember 2018.
  8. Cordula Dieckmann: Bayernkrimi in geranienfreier Zone. Mittelbayerische Zeitung, 25. Juli 2013, abgerufen am 26. Dezember 2018.