Damville

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Damville
Wappen von Damville
Damville (Frankreich)
Damville
Gemeinde Mesnils-sur-Iton
Region Normandie
Département Eure
Arrondissement Évreux
Koordinaten 48° 52′ N, 1° 4′ OKoordinaten: 48° 52′ N, 1° 4′ O
Postleitzahl 27240
ehemaliger INSEE-Code 27198
Eingemeindung 1. Januar 2016
Status Commune déléguée

Ehemaliges Rathaus von Damville

Damville ist eine Ortschaft und ehemalige französische Gemeinde mit zuletzt 2.016 Einwohnern (Stand 2013) im Département Eure in der Region Normandie. Sie gehörte zum Arrondissement Évreux und zum Kanton Damville.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2016 wurden die früheren Gemeinden Condé-sur-Iton, Damville, Gouville, Manthelon, Le Roncenay-Authenay und Le Sacq zu einer Commune nouvelle mit dem Namen Mesnils-sur-Iton zusammengelegt.[1] Im Rahmen dieser Neuordnung wurde Damville Bestandteil – und Verwaltungssitz – der neuen Gemeinde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damville liegt am Fluss Iton, 18 Kilometer südwestlich von Évreux. Die Weiler Le Coudray und Les Minières gehörten ebenfalls zur Gemeinde. In Le Coudray befindet sich ein Gewerbegebiet (zone artisanale). Die Départementsstraße D833 führt durch den Ortskern und das Gewerbegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damville existierte schon in gallo-römischer Zeit (52 v. Chr. bis 486 n. Chr.). Auf Luftbildern sind im östlichen Gemeindegebiet Strukturen von Bauwerken zu erkennen, die von einem Graben umgeben und mit einer Brücke verbunden waren. Erst 1882 wurden die Gebäude eingeebnet und die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Das Bauwerk kann ohne Prospektion nicht datiert werden. Meist stammen solche Funde aus gallo-römischer Zeit, sie können aber auch aus der Eisenzeit oder aus dem Mittelalter stammen.[2]

Später besaß die Ortschaft durch ihre Lage an der französischen Seite der Grenze der Normandie gewisse Bedeutung. Die Burg von Damville wurde im Jahre 1035 errichtet. Sie wurde durch Heinrich II. von England 1189 niedergebrannt und von Richard Löwenherz wieder aufgebaut. Die Burg bildete zusammen mit den Burgen von Tillières-sur-Avre und Breteuil eine Festungslinie. Um 1285 gelangte die Ortschaft in den Besitz der Familie Montmorency. Als Henri II. de Montmorency 1632 auf dem Schafott starb, fiel Damville an seine Schwester Marguerite (1577–1660), und somit durch Heirat an die Familie Levis de Ventadour. 1648 wurde Damville zum Herzogtum (Duché) erhoben. Später erhielt Louis-Alexandre de Bourbon, comte de Toulouse (1678–1737), die Ortschaft. Für ihn wurde sie zur Duché Pairie erhoben. Er verkaufte sie 1720.[3]

1808 wurde Mousseaux und 1974 wurde Les Minières eingemeindet.[4] Les Minières war im Ancien Régime eine eigenständige Seigneurie, deren Besitzer bis zum 15. Jahrhundert den Namen der Ortschaft angenommen hatten.[3]

Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) wurde Damville in der Nacht vom 11. zum 12. Juli 1944 während der Operation Overlord durch die Alliierte Luftwaffe bombardiert. Dabei kamen acht Menschen um.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1968 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
985 1321 1349 1345 1666 1897 2017 2031

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 wurde das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft mit Kiefersfelden, einer Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim an der Grenze zu Österreich gefeiert.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche Saint-Evroult

Die Kirche Saint-Evroult stammt aus dem 15. Jahrhundert, ihr Kirchenschiff und Glockenturm wurden 1921 als Monument historique (historisches Denkmal) klassifiziert.[7] In der Kirche befindet sich eine Glocke, die das Datum 1535 trägt und 1941 als Monument historique eingestuft wurde.[8]

Auf dem ehemaligen Gemeindegebiet gelten geschützte geographische Angaben (IGP) für Schweinefleisch (Porc de Normandie), Geflügel (Volailles de Normandie) und Cidre (Cidre de Normandie und Cidre normand).[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Damville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arrêté préfectoral 23 November 2015
  2. Jean-Noël Le Borgne, Véronique Le Borgne, Pascale Eudier, Annie Etienne: Archéologie Aérienne dans l’Eure. Hrsg.: Association Archéo 27. Page de Garde, Caudebec-les-Elbeuf 2002, ISBN 2-84340-230-1, S. 26+83+86.
  3. a b Daniel Delattre, Emmanuel Delattre: L’Eure, les 675 communes. Editions Delattre, Grandvilliers 2000, S. 91 f. (Französisch)
  4. Damville - notice communal. In: Cassini.ehess.fr. Abgerufen am 3. Juni 2010 (französisch).
  5. A.-V. de Walle: Évreux et l’Eure pendant la guerre. Charles Herissey, Évreux 2000, ISBN 2-914417-05-5, S. 176 f. (erstmals 1946 erschienen, französisch).
  6. Damville und Kiefersfelden feiern Partnerschaft. In: rosenheim24.de. 29. August 2011, abgerufen am 5. März 2014.
  7. Damville. In: Base Mérimée. Ministère de la culture, abgerufen am 3. Juni 2010 (französisch).
  8. Damville. In: Base Palissy. Ministère de la culture, abgerufen am 3. Juni 2010 (französisch).
  9. Lea ville de Damville. In: Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 21. Juli 2012 (französisch).