Dan Lucas (Musiker)

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Dan Lucas (2016)

Dan Lucas (* 28. März 1954 in Falkensee als Lutz Salzwedel)[1] ist ein deutscher Rocksänger und -gitarrist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1970er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salzwedel wuchs in der DDR auf, erlernte das Gitarrenspielen als Autodidakt und trat als Jugendlicher mit verschiedenen Schülerbands auf.[2] Nach dem Abitur studierte er zunächst Sprachwissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Potsdam und trat danach in das Lehramt für Englisch und Russisch an einer Potsdamer Oberschule ein. Trotz gesellschaftlicher Widerstände gab Salzwedel die Lehrtätigkeit bald wieder auf und nahm ein Zweitstudium in Gitarre und Gesang auf, das er mit der staatlichen Musikerprüfung abschloss.[2]

1980er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salzwedel erhielt die Spielerlaubnis und trat mit der Band Passion auf.[2] In den frühen 1980er Jahren kam der Kontakt mit Karussell zustande und 1984 veröffentlichte die Gruppe das erste Album mit Salzwedel als Sänger.[2] Bei einer Tournee der Band in Westdeutschland nutzte Salzwedel zusammen mit einem Mitmusiker im Mai 1985 die Unaufmerksamkeit eines Bewachers vom Ministeriums für Staatssicherheit zur Flucht und meldete sich bei einer Polizeistation in Wermelskirchen als Republikflüchtling. Nach kurzer Zeit wechselte er seinen Wohnsitz nach West-Berlin. Seine Familie verblieb zunächst in der DDR, litt unter den Repressalien des dortigen Regimes und konnte erst 1987 ausreisen. Wegen „Verletzung der Meldepflicht“ wurde er ex situ nach DDR-Recht straffällig.[2] 1988 war er mit der Band Karo auf einer Europatournee Support für Meat Loaf. Nachdem keine weitere Zusammenarbeit mit der Plattenfirma der Band zustande gekommen war, löste sich die Band 1989 auf und 1990 zog Salzwedel nach München. Seine Karriere kam wieder in Fahrt; als er Auftritte in Nordamerika hatte, nahm er den Künstlernamen Dan Lucas an.[2]

1990er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lucas stand als Solist bei Marlboro Music unter Vertrag, die zwei Alben von ihm veröffentlichten. Die Singleauskopplung Heart of America fand Verwendung in einer McDonald’s-Werbung. Im Juli 1993 gewann er in Istanbul den International Istanbul Music Contest mit dem Titel Canadian Dream aus dem Album Canada. Für das Folgealbum 2000!, das im Studio The Clubhouse in Burbank (Kalifornien) aufgenommen und produziert wurde, konnte er zahlreiche Gastmusiker wie Robin Beck, Lisa Dalbello, Kane Roberts, John Pierce, Reb Beach, Michael Thompson, Michael Landau verpflichten. Außerdem schrieb er zusammen mit Desmond Child den Song Close Your Eyes and Say Goodbye. Mitte der 1990er Jahre wechselte Lucas dann zu Arcade Music, wo er 1996 das Album News veröffentlichte.

2000er und 2010er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2011 ist Lucas auch als Frontmann mit der Band Helter Skelter unterwegs, die Classic Rock der späten 1960er, der 1970er und der frühen 1980er Jahre spielt.[3] Außerdem begann er im Oktober 2000 bei den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) eine Tätigkeit als Lehrer und Sozialpädagoge und unterstützte zuletzt Schüler an Mittelschulen im Landkreis Dachau bei der Berufswahl.[2] Im Januar 2019 wurde Lucas Sieger der ersten Staffel der Castingshow The Voice Senior. Im Frühjahr 2019 nahm Lucas an einigen Konzerten der Tournee Rock Meets Classic teil, bei der auch Musiker wie Ian Gillan von Deep Purple, Anna Maria Kaufmann sowie die Frontmänner von Bands wie REO Speedwagon, Loverboy, The Sweet und Thin Lizzy mit Band und Orchester auftraten.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben

Singles

  • 1988: Sister Sister (Karo)
  • 1991: Hold on Me (Album Canada)
  • 1991: Hot Stuff (Album Canada)
  • 1992: Someone’s Girl (Album Canada)
  • 1993: Wild Wild Wild (Album Canada)
  • 1994: It’s Only Money (Album 2000!)
  • 1994: If You Need Me Tonite – mit Robin Beck (Album 2000!)
  • 1994: Close Your Eyes and Say Goodbye (Album 2000!)
  • 1996: Heart of America (Album Canada)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dan Lucas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dan Lucas bei Helter Skelter
  2. a b c d e f g Als Rockstar aus der DDR geflohen. In: merkur.de, 4. Oktober 2015
  3. Helter Skelter
  4. Discogs DDR
  5. Discogs Solo