Daniël Belinfante

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Daniël Belinfante (* 6. März 1893 in Amsterdam; † wahrscheinlich Januar 1945 im KZ Fürstengrube) war ein niederländischer Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Belinfante studierte Violine und Klavier. 1923 heiratete er Martha Dekker, die Schwester des Schriftstellers Maurits Dekker, und lebte mit ihr ab 1928 in Blaricum in den Niederlanden. Ab 1915 war er Direktor der Musikschule Watergraafsmeer. Ab 1942 beteiligte er sich am Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Dabei half er, Personen vor den Nationalsozialisten zu verstecken, und sendete heimlich Radiomeldungen. Bei einer dieser Sendungen wurde er am 19. August 1943 festgenommen und über Schouwburg und Westerbork in das KZ Auschwitz deportiert. Hier wurde er im Januar 1945 zu einem Außenkommando nach Fürstengrube geschickt. Im Juli 1945 erhielt seine Frau vom Roten Kreuz einen Bericht, ihr Mann sei am 27. Januar 1945 gestorben [1].

Nachlass[Bearbeiten]

Die nachgelassenen Kompositionen wurden 1955 durch seine Witwe Martha Belinfante-Dekker (1900–1989) dem Nederlands Muziek Instituut in Den Haag übergeben und blieben dort bis 2004 unbeachtet. Seine etwa 90 Kompositionen sind von Ravel, Debussy, Milhaud und Poulenc beeinflusst.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung von seinem Leben und Werk steht noch aus. Einige seiner Klavierkompositionen hat der Pianist Marcel Worms in sein Repertoire aufgenommen.

Werk[Bearbeiten]

  • 5 Solokonzerte
  • 1 Orchestersuite
  • 3 Streichquartette
  • 3 Sonaten für Klavier und Streicher
  • 18 Klavierwerke
  • 2 Kammermusikwerke für diverse Besetzungen
  • 15 Stücke für Gesang und Klavier
  • 12 Stücke für Gesang, Chor, Klavier und Orchester

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • B. Braber: Zelfs als wij zullen verliezen. Joden in verzet en illegaliteit in Nederland 1940-1945, Amsterdam, 1990, (S. 144-145).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Digital Monument to the Jewish Community in the Netherlands.