Daniel Bax

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Daniel Bax (* 1970 in Blumenau, Brasilien) ist deutsch-niederländischer Journalist und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bax studierte Publizistik und Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Von 1998 bis 2017 war er Redakteur bei der taz, die tageszeitung, in Berlin – zunächst als Musikredakteur im Kulturressort, dann im Ressort Meinung und Debatte und später als Parlamentskorrespondent. Zuletzt war er Inlandsressort der taz für Integrations- und Migrationspolitik zuständig. Außerdem schreibt er zu Islam- und außenpolitischen Themen.[1]

Seit 2017 ist Bax Projektmanager und Redakteur beim Mediendienst Integration, einer Informations-Plattform für Medienschaffende.

Daniel Bax hat für mehrere Themenhefte des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage Beiträge verfasst – zu türkischem Rechtsextremismus ("Graue Wölfe"), Islam und Popkultur oder Rassismus im Alltag.[2]

Er gilt als Experte auf dem Gebiet der so genannten Weltmusik und hat dazu viele Beiträge sowie Interviews mit Künstlern wie Tarkan oder Goran Bregovic veröffentlicht. Darüber hinaus hat er mehrere Booklet-Texte verfasst – zu der Compilation "Bucovina Club" von Shantel (Essay Recordings, 2002), "Beyond Istanbul" (Trikont, 2006) von DJ Ipek aus Berlin und zu "Many Lessons. Hiphop & Islam in Westafrica" (Piranha, 2008).

Seit 2014 ist er im Vorstand der Neuen Deutschen Medienmacher (NdM) – einem Verband, der sich für mehr Vielfalt in den Medien einsetzt.

Er lebt seit 1985 in Berlin.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 plädierte er für Pragmatismus und Gelassenheit, als Alternative zwischen Antiamerikanismus und totaler Solidarität mit den USA, und nannte seine Altersgenossen die „Generation Golfkrieg“.

2006 bescheinigte er dem Publizisten Henryk M. Broder die „eisige Schärfe eines Glaubenskriegers“, dessen Bestseller Hurra, wir kapitulieren nannte er eine „humoristisch verbrämte Hasspredigt“.[3]

Nach dem im Herbst 2009 dessen umstrittenes Lettre-Interview erschien, attestierte er dem damaligen Bundesbank-Vorstandsmitglied und SPD-Politiker Thilo Sarrazin „Salonrassismus“. Als das erste Parteiausschlussverfahren gegen ihn eingestellt wurde, schrieb er im März 2010, die SPD habe eine „Chance verpasst“.[4][5]

Thilo Sarrazins Bestseller Deutschland schafft sich ab, der im August 2010 erschien, verglich er mit dem 1994 erschienenen Buch The Bell Curve. Er sah darin eine Blaupause für Sarrazins Thesen. Im Februar 2014 traf er in der ntv-Sendung „Das Duell“ auf Sarrazin.[6]

Im Januar 2013 berichtete er über die Entscheidung des Stuttgarter Thienemann-Verlags, aus seiner Neuauflage des Kinderbuch-Klassikers Die kleine Hexe von Otfried Preußler das Wort „Neger“ zu streichen. Die Nachricht löste eine emotional geführte „Kinderbuch-Debatte“ um diskriminierende Begriffe und Politische Korrektheit aus.[7]

2015 erschien sein erstes Buch Angst ums Abendland. Warum wir uns nicht vor Muslimen, sondern vor den Islamfeinden fürchten sollten im Westend Verlag. Im August 2018 erscheint dort auch sein zweites Buch.[8][9][10]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angst ums Abendland. Warum wir uns nicht vor Muslimen, sondern vor den Islamfeinden fürchten sollten. Westend, Frankfurt 2015. ISBN 978-3-86489-099-4
  • Die Volksverführer – Warum Rechtspopulismus so erfolgreich ist. Westend, Frankfurt 2018. ISBN 978-3-86489-178-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Daniel Bax bei perlentaucher.de

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Personalie: Adieu, Daniel Bax. (taz.de [abgerufen am 20. Juni 2018]).
  2. IDA e.V.: Rechtsextremismus in der Einwanderungsgesellschaft. 5. September 2018, abgerufen am 20. Juni 2018.
  3. DANIEL BAX: Humoristische Hasspredigt. In: Die Tageszeitung: taz. 18. November 2006, ISSN 0931-9085, S. 1007 (taz.de [abgerufen am 20. Juni 2018]).
  4. Daniel Bax: Debatte Sarrazin: Rasse statt Klasse. In: Die Tageszeitung: taz. 12. Oktober 2009, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 20. Juni 2018]).
  5. Daniel Bax: Kommentar Sarrazin: Heilsames Erschrecken. In: Die Tageszeitung: taz. 29. August 2010, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 20. Juni 2018]).
  6. TVReports: Der neue Tugendterror: Thilo Sarrazin gegen Daniel Bax. 25. Februar 2014, abgerufen am 20. Juni 2018.
  7. Daniel Bax: Diskriminierende Sprache bei Preußler: Die Kleine Hexe, ohne Rassismus. In: Die Tageszeitung: taz. 4. Januar 2013, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 20. Juni 2018]).
  8. Daniel Bax – Angst ums Abendland – Ein Buch vom Westend Verlag. In: Westend Verlag GmbH. (westendverlag.de [abgerufen am 20. Juni 2018]).
  9. Rudolf Walther: Allzu simple Feindbilder. In: sueddeutsche.de. 23. November 2015, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 20. Juni 2018]).
  10. Daniel Bax – Die Volksverführer – Ein Buch vom Westend Verlag. In: Westend Verlag GmbH. (westendverlag.de [abgerufen am 20. Juni 2018]).