Daniel Bierofka

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Daniel Bierofka

Bierofka im August 2007

Spielerinformationen
Geburtstag 7. Februar 1979
Geburtsort MünchenDeutschland
Größe 178 cm
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1985–1993
1993–1994
1994–1998
SpVgg Feldmoching
SpVgg Unterhaching
FC Bayern München
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1998–2000
2000–2002
2002–2005
2002
2005–2007
2006
2007–2014
Bayern München Amat.
TSV 1860 München
Bayer 04 Leverkusen
Bayer Leverkusen Amat.
VfB Stuttgart
VfB Stuttgart II
TSV 1860 München
47 0(2)
55 0(7)
78 (12)
1 0(1)
13 0(0)
6 0(0)
131 (20)
Nationalmannschaft
1999–2001
2002
2002–2004
Deutschland U-21
Deutschland
Team 2006
22 0(7)
3 0(1)
5 0(0)
Stationen als Trainer
2014–2015
2015–2016
2016
TSV 1860 München U-16
TSV 1860 München II
TSV 1860 München
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Daniel Bierofka (* 7. Februar 1979 in München) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und jetziger Trainer.

Der offensive Mittelfeldspieler spielte während seiner Profikarriere beim TSV 1860 München, bei Bayer 04 Leverkusen und dem VfB Stuttgart in der Bundesliga. Bei Leverkusen und 1860 München kam er auch zu Einsätzen in der Champions League. 2002 bestritt er drei Spiele für die Nationalmannschaft. Er beendete seine Spielerlaufbahn im Sommer 2014.

Von April bis Mai 2016 trainiert er die erste Mannschaft des TSV 1860 München.

Vereinskarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1985 begann Bierofka bei der SpVgg Feldmoching, wo früher bereits sein Vater Willi Bierofka und sein Großvater gespielt hatten,[1] mit dem Fußballspielen. 1993 wechselte er aus dem Münchner Norden in den Süden der bayerischen Landeshauptstadt. Bei der SpVgg Unterhaching spielte er eine Saison, bevor er 1994 in die Nachwuchsabteilung des FC Bayern München wechselte.

Im Frühjahr 1998 bestritt Bierofka seinen ersten Einsatz für die Amateurmannschaft in der Regionalliga Süd, ab Sommer 1998 war er Stammspieler. Bis 2000 kam er 47 Mal für die Zweitvertretung des FC Bayern zum Einsatz und schoss zwei Tore.

1860 München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2000 verließ Bierofka den FC Bayern und wechselte an die wenige hundert Meter entfernte Grünwalder Straße. Beim TSV 1860 München wurde er sofort Stammspieler in der Fußball-Bundesliga. Bis 2002 bestritt er 55 Ligaspiele für die Löwen und schoss dabei sieben Tore. Darüber hinaus kam er in beiden Qualifikationsspielen zur Champions League zum Einsatz, er spielte fünfmal im UEFA-Pokal und fünfmal im DFB-Pokal.

Bayer Leverkusen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2002/03 wechselte Bierofka, der im Mai 2002 sein Debüt in der Nationalmannschaft gegeben hatte, zu Bayer 04 Leverkusen. In den folgenden beiden Spielzeiten kam Bierofka regelmäßig zum Einsatz, er stand in 62 Ligaspielen auf dem Platz und erzielte elf Tore. Im Herbst 2004 wurde er allerdings durch einen Bandscheibenvorfall zurückgeworfen und musste drei Monate pausieren. Er kam in der Saison 2004/05 auf 16 Einsätze und ein Tor, dabei stand er allerdings kein einziges Mal in der Startelf. Im Sommer 2005 verließ er Leverkusen und wechselte zum VfB Stuttgart. In den drei Jahren bei Bayer kam er neben seinen Einsätzen in der Liga auch auf drei Einsätze im Ligapokal und acht im DFB-Pokal, wo ihm zwei Treffer gelangen. Darüber hinaus wurde Bierofka neunmal in der Champions League eingesetzt und einmal spielte er in der zweiten Mannschaft, wo er ein Tor schießen konnte.

VfB Stuttgart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daniel Bierofka bei der Meisterfeier 2007

Nach seinem Wechsel nach Stuttgart fiel Bierofka bereits in der Vorbereitung zur Spielzeit 2005/06 aus, als er im Testspiel gegen den AC Siena mit einem Knöchelbruch ausgewechselt werden musste. Durch viele Komplikationen und Rückschläge musste er zwölf Operationen innerhalb eines halben Jahres verkraften. Erst am 25. März 2006 absolvierte er gegen seinen alten Verein Bayer Leverkusen sein erstes Pflichtspiel für den VfB. Dieses Spiel war der einzige Saisoneinsatz in der ersten Mannschaft, in der zweiten Mannschaft spielte er in der Rückrunde sechsmal.

Mit Beginn der Saison 2006/07 war er nach überstandener Verletzung wieder voll einsatzbereit. Er gewann mit dem VfB Stuttgart in dieser Saison die Deutsche Meisterschaft, kam jedoch nur zwölfmal zum Einsatz. Ein Torerfolg blieb ihm in seiner Zeit in Stuttgart verwehrt. Im DFB-Pokal wurde er dreimal eingesetzt, hier gelang ihm ein Treffer. Insgesamt absolvierte Bierofka für den VfB 16 Pflichtspiele, davon allerdings nur eines über die volle Länge.

Rückkehr zu 1860[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bierofka im Training, 2010

Im Sommer 2007 kehrte er zu den Münchner Löwen zurück. Im Gegenzug wechselte Christian Träsch zum VfB, der bei den Sechzgern noch nicht in der ersten Mannschaft zum Einsatz gekommen war, in Stuttgart aber innerhalb der nächsten beiden Jahre zum Nationalspieler aufstieg.

Bierofka bestritt in der Spielzeit 2007/08 32 Spiele in der 2. Bundesliga, wobei er sieben Tore schießen konnte. Im Sommer 2008 löste er Danny Schwarz als Kapitän der Mannschaft ab. In der Folgesaison kam er verletzungsbedingt nur auf elf Einsätze. Bereits im Herbst 2008 musste er nach einer Bandscheibenoperation zwei Monate pausieren. Am 22. Februar 2009 wurde er im Ligaspiel gegen den MSV Duisburg mit Adduktorenproblemen ausgewechselt und konnte danach bis Saisonende kein Spiel mehr bestreiten. Im Sommer 2009 wurde er erneut an der Bandscheibe operiert. Auch musste er die Kapitänsbinde wieder abgeben, in der Spielzeit 2009/10 war Benny Lauth Spielführer der Löwen. Er stand in dieser Saison bei keinem Spiel im Aufgebot des TSV 1860. In der Vorbereitung zur neuen Spielzeit 2010/11 wurde Bierofka nach fast 15 Monaten Pause wieder eingesetzt, Trainer Reiner Maurer ernannte ihn auch wieder zum Kapitän. Am 14. August 2010 wurde er in der DFB-Pokalpartie in Verl eingewechselt, er bestritt damit sein erstes Pflichtspiel nach 539 Tagen verletzungsbedingter Pause. Neun Tage später stand er beim Saisonauftakt in Bochum in der Startaufstellung. Er bestritt in der Spielzeit 2010/11 25 Spiele. Im März 2011 wurde er zum 19. Mal in seiner Karriere operiert.[2]

Bis zur Winterpause der Spielzeit 2011/12 stand bis auf eine Partie, in der er gelbgesperrt fehlte, immer in der Startaufstellung. Er schoss in diesen 18 Spielen 5 Tore und bereitete drei weitere vor. Zumeist wurde er aber nicht wie bisher üblich auf der offensiven Seitenbahn eingesetzt, sondern im zentralen defensiven Mittelfeld. Auch nach der Winterpause gehörte er zur Stammbesetzung der Löwen. In der Spielzeit 2012/13 kam er auf 30 Einsätze in der 2. Bundesliga, an den letzten Spieltagen fehlte er aufgrund einer Sehnenentzündung am Fuß.

Mit Ende der Spielzeit 2013/14 beendet Bierofka seine Spielerlaufbahn.[3]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bierofka kam zwischen 1999 und 2001 zu 22 Einsätzen in U-21-Nationalmannschaft, bei denen er sieben Tore erzielte.

Daniel Bierofka wurde im Mai 2002 für den vorläufigen Kader der A-Nationalmannschaft für die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 nominiert. Am 9. Mai 2002 kam er zu seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft, als er im Länderspiel gegen Kuwait eingewechselt wurde. Ein Platz im endgültigen WM-Kader blieb Bierofka allerdings verwehrt.[4] Ein paar Tage später kam er zu seinem zweiten Einsatz, als er am 18. Mai im Spiel gegen Österreich eingewechselt wurde und kurz darauf das Tor zum 6:2-Endstand markierte. Seinen letzten Einsatz im Trikot des DFB hatte er am 21. August 2002 im Spiel in Bulgarien, wo er in der Startaufstellung stand.

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende seiner Spielerkarriere wurde Bierofka Cheftrainer der U-16 von TSV 1860 München.[5] Im Februar 2015 wurde er als Nachfolger von Torsten Fröhling, der Cheftrainer der ersten Mannschaft wurde, Trainer der zweiten Mannschaft.[6]

Am 19. April 2016 übernahm Bierofka vier Spieltage vor dem Ende der Saison 2015/16 die auf dem 17. Tabellenplatz stehende Zweitligamannschaft der Löwen vom beurlaubten Benno Möhlmann.[7] Die Löwen gewannen ihre ersten drei Spiele unter Bierofka, womit der Mannschaft noch vor dem letzten Spieltag der Klassenerhalt gelang.[8] Da Bierofka nicht die erforderliche Trainerlizenz besaß, konnte er nur mit Sondergenehmigung der DFL als Trainer tätig sein. Diese lief zum 9. Mai 2016 ab. Für das letzte Saisonspiel gegen den FSV Frankfurt folgte ihm Denis Buschujew im Amt.[9]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bierofka ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter. Sein Vater ist Willi Bierofka, der für die Sechzger als Verteidiger aktiv war und sie später trainierte. Damit sind sowohl Vater als auch Sohn Spieler und Trainer bei den Löwen gewesen. Wie bei seinem Sohn wurde auch Willi Bierofkas Karriere von mehreren Verletzungen überschattet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Daniel Bierofka – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Ernstberger: Vier Bierofkas, eine Leidenschaft; Bild.de,12. Oktober 2008; abgerufen am 5. August 2009
  2. Erneut OP bei „Biero“: Vier Wochen Pause für den Kapitän; auf tsv1860.de vom 11. März 2011, abgerufen am 6. Juli 2011
  3. Bierofka beendet Karriere; Sport1.de; 23. April 2014.
  4. Teamchef Völler lässt zwei Youngsters im DFB-Kader: Bierofka und Rahn weiter dabei; kicker.de, 15. Mai 2002.
  5. Daniel Bierofka: Ich leide mit den Löwen. In: Abendzeitung. 30. Dezember 2014, abgerufen am 13. März 2015.
  6. Bierofka übernimmt die "kleinen Löwen". In: kicker.de. 18. Februar 2015, abgerufen am 11. März 2015.
  7. Benno Möhlmann beurlaubt. Daniel Bierofka übernimmt. In: tsv1860.de. 19. April 2016, abgerufen am 19. April 2016.
  8. Freiburg Meister, Leipzig steigt auf, 1860 gerettet. In: kicker.de. 8. Mai 2016, abgerufen am 8. Mai 2016.
  9. Florian Weiß: Bierofka muss sofort gehen - Bushuev Chef gegen FSV. In: tz. 9. Mai 2016, abgerufen am 9. Mai 2016.